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Eine neue Auszeichnung würdigt wildtierfreundliche Kleingärten in Devon

Der Devon Wildlife Trust hat seinen neuen Wildlife Awareness Allotment Award (Auszeichnung für wildtierfreundliche Kleingärten) mit dem Kleingärten ausgezeichnet werden, die Platz für Wildtiere schaffen, vorgestellt.

Übersetzung: Devon Wildlife Trust media release, Medienmitteilung des Devon Wildlife Trust (1)

Der jüngste Bericht (2) über den Zustand der Natur hat gezeigt, dass die Hälfte der Wildtiere im Vereinten Königreich langfristig abnimmt und 15% der Arten vom Aussterben bedroht sind. Der Verlust von Lebensräumen und der übermäßige Einsatz von Pestiziden sind zwei Hauptgründe für diesen Rückgang, insbesondere bei unseren lebenswichtigen Insektenvölkern.  

Das Flickwerk von Grünflächen in unseren Städten ist für die Tierwelt von enormer Bedeutung und kann den Gemeinden helfen, die Krise der biologischen Vielfalt und des Klimas zu bewältigen. Die Hausgärten werden oft als potenzielle Zufluchtsorte für Wildtiere gefeiert und es gibt eine wachsende Bewegung der Natur auch anderswo Platz zu geben, von Straßenrändern bis hin zu grünen Dächern. Kleingärten sind Teil dieses Netzwerkes wertvoller Grünflächen, die Nahrung, Wasser und Unterschlupf für Tiere bieten und zusätzlich eine bunte Palette lokaler Produkte erzeugen.

Der Devon Wildlife Trust und die Südwest-Unterorganisation der National Allotment Association (3)  des nationalen Kleingärtnerverbandes Sie haben sich vereint um Kleingärten als blühende Räume für die Tierwelt zu fördern, indem sie den Wildlife Awareness Allotment Award ins Leben gerufen haben (Auszeichnung für eine bewusste Wahrnehmung der Wildtiere in den Kleingärten)! Der Preis, der auf der Internetseite des Devon Wildlife Trust vorgestellt wird, soll Kleingärtner dazu inspirieren und ermutigen, Platz zu schaffen damit die Tierwelt sich gut entfalten kann.

Katie Wilkinson, Devon Wildlife Trust Wilder Communities Team Lead sagt:
“Dieser Preis ist eine fantastische Gelegenheit damit Menschen, für ihre Bemühungen zur Schaffung von wildtierfreundlichen Kleingärten anerkannt werden. Grünflächen wie Kleingärten sind wichtige Sprungbretter – wenn jeder Gärtner ein paar Dinge für die Tierwelt in seinem Beet tun würde, wie zum Beispiel Verzicht auf Chemikalien, würde dies einen Unterschied für die lokale Tierwelt bedeuten“.

Tim Callard, Vorsitzender der Südwest Unterorganisation des nationalen Kleingärtnerverbandes: (3)
„Ich hoffe, dass sich andere Gemeinschaften und Gruppen von dieser Auszeichnung inspirieren lassen und dass sie auf nationaler Ebene übernommen wird, um die Kleingärten in einem größeren Netzwerk zusammenzuschließen. Ich sehe diese Auszeichnung als eine Möglichkeit, Kleingärten als sichere Zufluchtsorte für unsere Wildtiere und Kleingärten als ein immer größer werdende Teil der Gesellschaft in ganz Großbritannien zu fördern, die sich wirklich um Wildtiere kümmert.

Der Devon Wildlife Trust hat bereits fantastische Beispiele von Kleingärten gesehen, die eine Vielfalt von Wildtieren beherbergen, einschließlich solcher, die von Mitarbeitern der Wohltätigkeitsorganisation gepflegt werden. Russell Luscombe, einer der Beauftragten für das Beschaffen von Finanzmitteln des Devon Wildlife Trust, hat Wildblumenrabatten gepflanzt, die in diesem Sommer in voller Pracht erstrahlt sind und Insekten und Vögel in seine Kleingartenanlage in Exeter gelockt haben.

Dieser Preis unterstreicht auch die Kampagne “Action for Insects” (Aktivität für die Insekten) des Wild Life Trust, eine landesweite Initiative zur Umkehr des massiven Insektenrückgangs, indem die Menschen dazu ermutigt werden, mehr naturnahe Orte zu schaffen und Städte, Dörfer und Gemeinden pestizidfrei zu machen.

Der Kleingartenpreis steht allen Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern in Devon offen und bietet eine Reihe von Ideen und Ressourcen zur Unterstützung der Tiere. Um mehr zu erfahren, sehen Sie sich die Internetseite des Devon Wildlife Trust an: https://www.devonwildlifetrust.org/wildlife-awareness-allotment-award

 

Anmerkungen

(1) Der Devon Wildlife Trust ist die führende Umweltorganisation der Grafschaft mit mehr als 35.000 Mitgliedern. Die Organisation verwaltet 52 Naturschutzgebiete und sechs Valley Parks in ganz Devon, darunter eine Reihe wunderschöner Landschaften wie Wälder, Wiesen, Feuchtgebiete und Heidelandschaften, und kümmerst sich auch um die Meeresumwelten unseren Küsten. Der Devon Wildlife Trust ist auf Spenden, Zuschüsse und die großzügige Unterstützung seiner Mitglieder und der Öffentlichkeit angewiesen, die jedes Jahr mehr als 4 Millionen Pfund aufzubringen. Das gesammelte Geld wird zur Erhaltung unserer Arbeit für die Erhaltung der Wildtiere und die Bildung in Devon für heutige und zukünftige Generationen verwendet.

Mehr unter: www.devonwildlifetrust.org

(2) https://nbn.org.uk/wp-content/uploads/2019/09/State-of-Nature-2019- UK-full-report.pdf

(3) Die National  Allotment Society (nationaler Kleingärtnerverband) ist die führende nationale Organisation die sich für die Interessen und Rechte der Kleingärtner in ganz Großbritannien einsetzt. Der Verband arbeitet mit der Regierung auf nationaler und lokaler Ebene, andern Organisationen zusammen um Kleingärtner für alle bereit zu stellen, zu fördern und zu erhalten.

Mehr unter: natsoc@nsalg.org.uk

BDG Wissenschaftspreis 2023

Auch wissenschaftliche Arbeiten aus anderen Verbänden des Internationalen Verbandes können prämiert werden

Es scheint noch weit hin bis zum Einsendeschluss am 31. März 2023. Gleichzeitig ist es nie zu früh, um in Ihrem Umfeld bei Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen das Kleingartenwesen als Forschungsthema schmackhaft zu machen!

Der BDG prämiert alle vier Jahre wissenschaftliche Arbeiten, die sich der ökologischen, städtebaulichen und sozialen Bedeutung von Kleingärten für die Zukunftsgestaltung der Städte und Gemeinden widmen.

Die Fachbereiche, die der BDG gerne ansprechen würde, sind breit gefächert und umfassen z.B. Stadt-, Regional- und Landschaftsplanung, Gartenbauwissenschaften, Klimageographie, Landschaftsökologie, Natur- und Umweltschutz sowie Gesundheit und Ernährung.

Einsendeberechtigt sind neben Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten und Dissertationen auch herausragende Fachartikel und Berichte zu Forschungsprojekten. Der BDG heißt ausdrücklich auch englischsprachige Arbeiten willkommen! Die Arbeiten für den aktuellen Wettbewerb müssen aus dem Zeitraum 2019 bis 2023 stammen. Für die Auszeichnung der Arbeiten steht ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 5000 Euro zur Verfügung.

Machen Sie auf den BDG-Wissenschaftspreis aufmerksam! Helfen Sie mit, vorbildhafte Ansätze des Kleingartenwesens bekannter zu machen, für das Potenzial unserer Kleingärten zu sensibilisieren und neue Impulse für unsere gemeinsamen Aufgaben zu bekommen!

Weitere Informationen unter:
https://tinyurl.com/BDG-Wissenschaftspreis
https:/tinyurl.com/bdg-academicaward

PS: Im April 2019 erhielt die Studie des Teams der AGES aus Österreich (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherung) unter der Leitung von Frau Dipl. Ing Anna MOYSES den 2. Preis zum Thema: „Biodiversität der Wiener Kleingärten“.

Kleingärten, eine wahre biologische Vielfalt

Im Jahr 2019 hat die wissenschaftliche Kommission des französischen Kleingärtnerverbandes (FNJFC) eine nationale Untersuchung unter ihren Mitgliedern gestartet.

Welche Artenvielfalt findet man in unseren Kleingärten? Was sind ihre Charakteristiken? Wie sehr fühlen sich die KleingärtnerInnen von dieser Thematik angesprochen?

Die Schlussfolgerung dieser Umfrage ist daß:

Die auf diesen 187 Parzellen erhobene Biodiversität von der Art der Pflanzen her nicht überraschend ist, da es sich im Wesentlichen um gezüchtete oder spontane Pflanzen handelt, die in gestörten städtischen Umgebungen üblich sind. Andererseits ist die vorhandene agronomische Vielfalt außerordentlich, bezüglich der Zahl der verschiedenen Kulturpflanzen (fast 1000, darunter 350 verschiedene Arten oder Typen) und die Anzahl der Sorten innerhalb bestimmter Arten. Im Durchschnitt enthält jede Parzelle 34 angebaute Pflanzen, darunter 19 Gemüse. Diese Vielfalt, die auf einer Parzelle angebaut wird, ist vergleichbar, oder für die wagemutigsten Gärtner sogar viel größer, als das was auf den produktiven Gemüsebau-Mikrofarmen angebaut wird, die in Kevin Morels Diplomarbeit untersucht wurden. In der Tat beschreibt er Systeme von weniger als 1,5 Hektar pro Gärtner, mit mehr Gemüse – und Kräutersorten was bereits diversifizierter ist als das was in konventionellen Gemüseanbau als vernünftig angesehen wird.

Das Wissen der Gärtner über die Spontanflora ist sehr heterogen. Es reicht von denen, die gegen Unkraut kämpfen, bis zu denen auf deren Parzelle  nicht weniger als 178 Arten gezählt wurden.

Was die Fauna betrifft, so werden nur die Arten erwähnt, die Probleme für die Kulturpflanzen verursachen (Kohlwürmer, Käfer, Blattläuse usw.) oder die charismatischsten Tiere (Füchse, Igel, Hasen, Eidechsen usw.)

Mit dieser Studie konnten wir bestätigen dass bestimmte nachhaltige Praktiken gut etabliert sind (Kompostierung, Wasserrückgewinnung, Mulchen) und dass bestimmte Maßnahmen für die Artenvielfalt immer häufiger durchgeführt werden (Nistkästen, Insektenhotels). Jedoch konnten wir aus Zeitgründen und Mangel an Daten die potentielle Rolle der Kleingärten als agronomische Konservatorien, das Vorhandensein von brachliegenden Wiesen und deren Bewirtschaftung, das Vorhandensein von Bienenstöcken sowohl aus Sicht der Bewirtschaftung als auch der Erhaltung der wilden Bestäuber nicht untersuchen.

Die Begegnungen mit den verschiedenen GärtnerInnen ermöglichten es, Praktiken zu charakterisieren, die für die Biodiversität des Bodens und die spontane Flora zunehmend tugendhaft sind. Diese betonten auch den Wunsch der Gärtner, mehr über das Thema zu lernen (Schulungsbedarf), von welchen sie sich oft überfordert fühlen, auch wenn sie ein allgemein positives, aber dennoch eher abstraktes Bild von dieser Biodiversität haben.

Ganz allgemein unterstützt diese Arbeit  die bereits veröffentlichten Studien zur Biodiversität in den Gemeinschafts- und Familiengärten (Joimel, 2015; Consales et al, 2016). Sie basiert auf einer viel größeren Stichprobe als die bisher durchgeführten Untersuchungen (mit jedoch einer im Gegenzug geringeren Qualität der verwertbaren Daten). Die Ergebnisse unterscheiden sich nicht von  den verschiedenen anderen Studien.

So können wir bestätigen dass Gärten über die vielen soziokulturellen Vorteile und die Lebensmittelproduktion, die sie  ermöglichen hinaus (Draper & Freedman, 2010; Duchemin et al, 2010; Pourias 2014 und 2015) auch eine gewöhnliche, aber extrem reiche urbane und agronomische Biodiversität beherbergen. Angesichts der verschiedenen aktuellen und zukünftigen gesundheitlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen sind Kleingärten wertvolle Infrastrukturen, die es zu schützen und zu entwickeln gilt.

Wir sind davon überzeugt, dass eine Buchstaben getreue Anwendung kohärenter interner Vorschriften zusammen mit der Charta für Gartenbau und Umwelt sowie zusammen mit Informationen/Schulungen ausreichen könnte, um ein zufriedenstellendes Niveau der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Entwicklung zu erhalten.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die an dieser Studie mitgewirkt haben und unsere herzlichen Glückwünsche an Frau Suzie Derminon, die ihre These am 30. September 2020 erfolgreich verteidigt hat.

Quellen: Auszüge aus der von Suzie Derminon vorgelegten Diplomarbeit für das Ingenieurdiplom AgroParisTech „Bestandsaufnahme der Biodiversität in den Kleingärten und ihrer Wahrnehmung durch die Kleingärtner“. Eine Analyse der Antworten auf die Umfrage, welche vom französischen Kleingärtnerverband im Jahre 2019 durchgeführt wurde“.

Badis Merad
Direktor des französischen Gärtnerverbandes

Anbei finden Sie den ganzen Artikel (in Französisch) wie er in der Zeitschrift: „Le Jardin Familial de France“no. 526 Juli-August 2021 veröffentlicht wurde.

Ehrenurkunden 2021

Dieses Jahr hat der Internationale Kleingartenverband wieder Ehrenurkunden für naturgerechtes Gärtnern und innovative Aktivitäten verliehen.

Durch die Pandemie wurden die statutarischen Aufgaben dieses Jahr in elektronischer Form durchgeführt. Der Internationale Kleingartenverband hat beschlossen den Antrag für das Verleihen von zwei Ehrenurkunden für naturgerechtes Gärtnern und zwei Ehrenurkunden für innovative Tätigkeiten positiv anzunehmen.

Diese Ehrenurkunden sollten während dem internationalen Kongress in Berlin  verliehen werden, welcher nun auch Corona bedingt abgesagt werden musste.
Die Verbände erhalten nun direkt die Ehrenurkunden, welche dann bei einer geeigneten Gelegenheit überreicht werden.

Sie finden hier eine kurze Beschreibung der Projekte. Eine detaillierte Vorstellung erfolgt im Bindestrich.

 

Die Kleingärtner Berit Hogstad und Bjørn Johansson haben zusammen mit ihrem Verein „Solvang avdeling 5“ in Oslo (N) die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern erhalten

In nur drei Jahren haben Berit Hogstad und Bjørn Johansson eine solide Kompetenz in der Bienenzucht aufgebaut. Dieses Jahr war ihr Honig sogar ein Goldmedaillengewinner bei der norwegischen Meisterschaft. Das Ehepaar ist ein hervorragender Botschafter für die urbane und ökologische Landwirtschaft und teilt sein Wissen bereitwillig mit anderen Kleingärtnern und Oslos Einwohnern.

Sie treffen sich regelmäßig mit einigen anderen Imkern um Erfahrungen und Wissen auszutauschen.

Goldmedaillengewinner bei der Norwegischen Meisterschaft 2020
In dieser Saison haben sie sich sehr bemüht, verschiedene Honigsorten mit einer großen Geschmacksvielfalt herzustellen. Deshalb haben sie sich entschieden, mehrmals während der Saison zu ernten. Sie ernteten Anfang Juni, Ende Juli und Ende August. Es gab einen herausragenden Unterschied im Geschmack zwischen diesen drei Honigarten. Sie wussten, dass ihr Honig in diesem Jahr von großer Qualität war und nahmen an der norwegischen Meisterschaft mit zwei sehr unterschiedlichen Produkten dem Frühjahrshonig und Herbsthonig teil.

Kompetenz teilen und Beitrag für die lokale Gemeinschaft
Berit Hogstad und Bjørn Johansson wollen das Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen in der globalen Nahrungsmittelproduktion schärfen. Zu verschiedenen Anlässen haben sie Vorträge und Führungen gehalten, um das Publikum in die Imkerei einzuführen. Dabei haben sie ihnen über das Leben in den Bienenstöcken erzählt und gaben Kostproben von verschiedenen Sorten ihres lokalen Honigs und ihres selbstgebrauten "Mjød". Mjød ist ein alkoholisches Getränk, gebraut auf Honig, mit Herkunft aus dem Wikinger-Zeitalter.

Es gibt viele Faktoren, die eine gute Ernte ermöglichen. Die Bestäubung ist ein sehr wichtiger Faktor für die Ernte von Früchten und Beeren. Bienen sind bekannt für ihre Bestäubungsfähigkeiten und können die Produktion von Früchten und Beeren um 30% steigern.

Diese Kleingärtner im Verein „Solvang avdeling 5“ haben eine Vorbildfunktion im Verein sowohl durch ihren Austausch mit andern, das Teilen ihres Wissens wie auch durch ihr Handeln mit einem positiven Einfluss auf die Pflanzen in der Anlage. Damit wird auch der Verein zu einem nachzuahmenden Beispiel.

 

Der Gartenpark „Nieuw Vredelust“ in Amsterdam-Duivendrecht (NL) hat die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern erhalten

Nieuw Vredelust (Neue Vredelust) ist ein Gartenpark in Amsterdam-Duivendrecht mit 103 Gärten, welcher 1960 gegründet wurde.

2018 startete er mit dem Projekt Qualitätslabel für naturgerechtes Gärtnern und erhielt im Oktober 2020 das „Quality Mark Shield“ (Plakette des Qualitätslabels) mit 4 Punkten - die höchstmögliche Punktzahl.

In 2020, einem Jahr, in dem wir uns alle mit den Einschränkungen durch Covid-19 auseinandersetzten, erwies sich der Gartenpark für unzählige Menschen als angenehmer und sicherer Zufluchtsort in der Natur.  Obwohl er für Amsterdamer Verhältnisse relativ klein ist, ist das gemeinsame Grün extrem vielfältig. Die Bäume im Park sind etwa sechzig Jahre alt und bieten Unterschlupf für Eulen, Vögel, Fledermäuse und Insekten. Einheimische, lokale und wilde Pflanzen wachsen unter den Bäumen rund um den Park.  

Die Grabenränder werden phasenweise mit der Sense gemäht, sodass eine krautige Vegetation entsteht. Die Gartenbeete rund um das Vereinsheim sind voll mit bulgarischen Zwiebeln, verschiedenen Kräutern und vielen Wirtspflanzen und Nektarquellen.  Speziell für Amphibien und nistende Enten gibt es Schwimminseln in den Gräben, die auch das Wasser reinigen. 

Der öffentliche Naturgarten “De Wijde Blick” (Der weite Blick) umfasst Muschelpfade, einen Teich, einen Kräuter- und Duftgarten, geräumige Blumenbeete, verschiedene Obstbäume, überwachsene Steinmauern und eine Wildhecke. “De Wijde Blick” hat viele Nahrungsquellen für jedes Tier, das fliegt oder krabbelt. Viele weitere Aktivitäten werden zum Schutz und Förderung von Fauna und Flora werden durchgeführt.

„Garten 94“ ist ein frei zugänglicher öffentlicher Garten von ca. 300 m2. Besucherinnen können sich dort ausruhen und das Grün genießen. Es gibt auch eine Toilettenanlage. Schilder an den Eingängen zeigen, was geerntet werden kann.

Das natürliche Gärtnern wird breit unterstützt. Der Koordinator von „De Wijde Blick“ hat mit einem Vorstandsmitglied eine Vorreiterrolle, auch in der Kommunikation mit den Gärtnern. Die Gärtner erhalten einen monatlichen Newsletter und dreimal im Jahr ein reich bebildertes Magazin, in dem Tipps und Erfahrungen geteilt werden. Die Gärtner nutzen auch aktiv eine Sozial-Media-Gruppen-App, um Pflanzen zu tauschen.

Neue Gärtner bekommen eine schnelle Einführung und lernen ihren Garten naturgerecht zu pflegen, zu kompostieren und zu pflanzen.

 

Die Kleingartenanlage „Sogn“ in Oslo (N) hat die Ehrenurkunde für innovative Projekte erhalten

Im Jahr 2018 haben die Kleingartenanlage Sogn, zentral in Norwegens Hauptstadt Oslo gelegen, und NIVA (das norwegische Institut für Wasserforschung) zusammen mit Institutionen aus den Bereichen Biowissenschaften und Wasserwirtschaft, einschließlich der Stadt Oslo, vertreten durch die Agentur für Wasser- und Abwasserdienstleistungen, ein Kooperationsprojekt und eine Initiative namens Sogn Hagelab (Sogn Gartenlabor) ins Leben gerufen, um gemeinsam naturbasierte, blau-grüne Lösungen für das Regenwassermanagement vor Ort in der Kleingartenanlage zu entwickeln, zu demonstrieren und zu testen.

Die Kleingartenanlage Sogn trägt mit Freiwilligen, Gartenarbeit und lokalem Wissen, Pflanzenspenden, Test- und Demonstrationsflächen zum Projekt bei. NIVA führt Forschung und Wissenstransfer (selbstfinanzierend) durch und übernimmt die Projektkoordination. Die norwegische Universität für Biowissenschaften (NMBU) trägt mit der Betreuung von MasterstudentInnenprojekten und Wissenstransfer bei (Eigenfinanzierung). Die Stadt Oslo hat finanzielle Mittel bereitgestellt und trägt mit Wissenstransfer und Verbreitungsmöglichkeiten bei. Bauunternehmer waren am Bau der Strukturen beteiligt, und es gab Interesse von Lieferanten, mit Hardware und Materialien beizutragen (zu unterschiedlichen kommerziellen Bedingungen). Andere Finanzpartner, wie die Sparkassenstiftung DNB und Hageselskapet haben, durch die Olaf Billes Stiftung, zu verschiedenen Kommunikations-, Forschungs- und Testaktivitäten sowie zu anderen Aktivitäten beigetragen.

Das Projekt hat national und international großes Interesse geweckt und ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmern geschaffen. Noch wichtiger ist, dass die blau-grünen Strukturen bisher offenbar einen positiven Einfluss auf die Verteilung des Regenwassers in den Gemeinschaftsbereichen hatten und die Möglichkeit boten, etwas über naturbasierte Ansätze zum Regenwassermanagement zu lernen.

Die Ehrenurkunde des Internationalen Verbandes für innovative Projekte wurde der Kleingartenanlage SOGN verliehen aufgrund des einzigartigen Engagements ihrer Mitglieder  in diesem zukunftsorientierten Projekt  umso mitzuhelfen die heutigen Herausforderungen zu meistern und ihren Beitrag für eine dauerhafte Entwicklung zu leisten.

 

Der Kleingartenverein „Steffens Mine“ in Karlstad (SE) hat die Ehrenurkunde für innovative Projekte erhalten

Der Verein „Steffens Minne“ hat in den letzten Jahren aktiv an einer Reihe von interessanten, innovativen und umweltfreundlichen Projekten gearbeitet, von denen mehrere die biologische Vielfalt im Fokus hatten.

1 Eine insektenfreundliche Wiese:Der Verein hat eine Wiese mit Blumen und Gräsern angelegt, um Insekten anzulocken und die Artenvielfalt zu fördern.

2 Einsatz von Sensen: Da der Hauptzweck der Wiesen die Förderung von Insekten ist, werden das Gras und die Blumen im Herbst mit der Sense geschnitten.  Die Mitglieder der Umweltgruppe haben einige Sensen angeschafft und den Umgang mit ihnen gelernt. Nun werden andere interessierte Mitglieder unterrichtet.

Das gemähte Gras wird zur Abdeckung des Bodens in den Gemüsebeeten verwendet, um die Feuchtigkeit im Boden zu erhalten und Unkraut fernzuhalten. Das Gras wirkt auch als Dünger und verbessert den Boden.

3 Herstellung von eigener Biokohle (Holzkohle): Eine Gruppe von Leuten, darunter auch einige aus der Umweltgruppe, haben gelernt, wie sie ihre eigene Biokohle aus Holz und Ästen herstellen können. Der Gebrauch von Biokohle hat einen positiven Einfluß auf den Boden, die Bodenstruktur, die Pflanzen und auf das Klima. Der Verein hat nun in eine eigene Biokohle-Maschine investiert und wird die Herstellung von Biokohle fortsetzen.

4 Insektenhotels und "Wohnquartiere" für Wildbienen: Die Vereinsmitglieder haben Nester/Lebensräume für Wildbienen gebaut sowie ein traditionelles Insektenhotel.

5 "Extra" - Aktiv im Jahr 2020: Trotz der Pandemie setzte der Verein seine Arbeit mit verschiedenen Aktivitäten fort. Damit dies funktionierte, taten sie ihr Bestes, um die Aktivitäten „coronasicher“ zu machen. Die Aktivitäten fanden im Freien statt. Alle Teilnehmer hielten einen „coronasicheren“ Abstand zueinander.

Der Verein hatte auch einige Male Yoga auf seiner großen Wiese angeboten, was sehr beliebt war und sehr geschätzt wurde.

Geführte Tour in der Kleingartenanlage Etterstad

Wie können Kleingärtner für mehr Pflanzen- und Insektenvielfalt sorgen?

Seit vielen Jahren organisiert der Kleingartenverein Etterstad geführte Touren durch seine Anlage. Diese werden mit Flugblättern und auf Facebook bekannt gemacht. Wegen der Pandemie konnten diese während vielen Monaten nicht stattfinden, aber am 22. Juni war es nun wieder möglich.

Etterstad ist eine kleine Anlage (mit 88 Lauben) und durch Korona durften nur 20 Leute an der Führung teilnehmen. (sonst nehmen viele Leute daran teil). Die Besucher wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und von den Vereinsmitgliedern Kari und Hanne geführt. Die Besucher interessierten sich für Informationen über die Anlage, über Gemüse und Obst, über die Wartelisten und das Leben in der Anlage. Einige Einzelgärten konnten besichtigt werden sowie auch einige Lauben.

Auf einem Bild können Sie die Skulptur von “Kleine My” sehen, eine Figur aus dem Buch Mummitrollet des finnischen Autors Tove Jansson. Die Figur wurde von einem Kleingärtner aus der Anlage gemacht.

Normalerweise kommen täglich Kinder aus den Kindergärten in die Anlage und vor Korona kamen Gruppen älterer Menschen aus dem nahegelegenen Altenheim wenigstens einmal in der Woche zum Plaudern oder zum Kaffee trinken.

Photos: Liv Breines

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