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Geführte Tour in der Kleingartenanlage Etterstad

Wie können Kleingärtner für mehr Pflanzen- und Insektenvielfalt sorgen?

Seit vielen Jahren organisiert der Kleingartenverein Etterstad geführte Touren durch seine Anlage. Diese werden mit Flugblättern und auf Facebook bekannt gemacht. Wegen der Pandemie konnten diese während vielen Monaten nicht stattfinden, aber am 22. Juni war es nun wieder möglich.

Etterstad ist eine kleine Anlage (mit 88 Lauben) und durch Korona durften nur 20 Leute an der Führung teilnehmen. (sonst nehmen viele Leute daran teil). Die Besucher wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und von den Vereinsmitgliedern Kari und Hanne geführt. Die Besucher interessierten sich für Informationen über die Anlage, über Gemüse und Obst, über die Wartelisten und das Leben in der Anlage. Einige Einzelgärten konnten besichtigt werden sowie auch einige Lauben.

Auf einem Bild können Sie die Skulptur von “Kleine My” sehen, eine Figur aus dem Buch Mummitrollet des finnischen Autors Tove Jansson. Die Figur wurde von einem Kleingärtner aus der Anlage gemacht.

Normalerweise kommen täglich Kinder aus den Kindergärten in die Anlage und vor Korona kamen Gruppen älterer Menschen aus dem nahegelegenen Altenheim wenigstens einmal in der Woche zum Plaudern oder zum Kaffee trinken.

Photos: Liv Breines

Mit mehrjährigen Blühwiesen Bienen füttern

Wie können Kleingärtner für mehr Pflanzen- und Insektenvielfalt sorgen?

Wer langfristig für noch mehr Pflanzen- und Insektenvielfalt in seinem Garten sorgen möchte, kann noch in diesem Jahr von August bis Oktober die Saat dafür säen. Blühwiesenmischungen gibt es viele. Man unterscheidet mittlerweile hunderte. Entscheidender Vorteil bei der Aussaat mehrjähriger Blühwiesen ist, dass die Mischungen vor allem Samen von mehrjährigen Pflanzen enthalten, die sowohl im Frühjahr als auch im Spätsommer ausgesät werden können. Die Blütenpracht währt dann über Jahre. Ganz im Gegensatz zu einjährigen Mischungen, die im Frühjahr ausgesät, noch im selben Jahr in voller Pracht erscheinen und im darauffolgenden Jahr an Blühkraft einbüßen können.

Ein sonniger Standort im Garten, der wenig betreten wird, ist ideal. Nachdem eine Fläche, die ruhig einige Quadratmeter groß sein sollte, gefunden ist, sollte der Boden von Bewuchs befreit (1) und so bearbeitet werden, dass eine feinkrümelige Bodenstruktur (2) entsteht. Die Saatgutmischung, die vor allem heimische Arten enthalten sollte, wird dann an einem windstillen und regenfreien Tag gleichmäßig mit der Hand auf der Fläche ausgesät, leicht angedrückt und danach gut angegossen (3). Ein bis zwei Gramm Saatgut sind dabei ausreichend für einen Quadratmeter Fläche. Durch die feuchtere und kühlere Witterung im Spätsommer haben es die Samen einfacher zu keimen und anzuwachsen. Sollte es dennoch sehr trocken sein, muss in den ersten Wochen nach der Aussaat zusätzlich gewässert werden. Im nächsten Gartenjahr schon wird sich die ehemals karge Fläche dann in ein Blütenmeer verwandelt haben. Für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten bieten Wildblumenwiesen mit heimischen Pflanzenarten eine ideale Pollen- und Nektarquelle. Zu unserem Vorteil sorgen die kleinen Bestäuber zudem für eine große Auswahl an Obst, Gemüse und Blumen in unseren Kleingärten.

Sandra von Rekowski, BDG

Nachrichten vom Schwedischen Kleingärtnerverband

1) Das Eule Stipendium 2021

Das Eule Stipendium von Studiefrämjandet (Erwachsenenbildung) in Schweden wurde an das Eriksdalslundens Kleingartenmuseum verliehen für seine weitsichtige öffentliche Erziehung auf dem Gebiet der Natur und der Umwelt.

Das Museum zeigt unter anderem wie Kleingärten zur biologischen Vielfalt in der Großstadt beitragen.  Und nicht zuletzt wie Gartenenthusiasten zu einer vergrößerten Vielfalt an Insekten, Pilzen, Vögeln, Tieren und Pflanzen beitragen können.

2) Die Planung von Kleingärten europäischen Stils in Uruguay

Am 2. Juni führte Ulrika Flodin Furås, Verlegerin von Koloniträdgården's (der schwedischen Kleingärtnerzeitschrift) die auch eine registrierte Stadtführerin in Stockholm ist, Herrn Santiago Wins, Uruguays Botschafter, durch die Kleingärten Tantolunden in Stockholm. ”Es war eine lustige und sich lohnende Unterhaltung” sagt Ulrica. Auf Initiative der Frau des Präsidenten plant man in Uruguay Kleingärten nach europäischen Muster anzulegen. Der schwedische Kleingartenverband ist der Meinung dass es spannend ist an diesem südamerikanischen Projekt teilzunehmen.

Unterstützungsverantwortung der Behörden und wissenschaftlichen Stellen durch die Kleingärtner

Beispiel Schweiz: Netzwerk Pflanzengesundheit Schweiz

Am 18. Februar fand der Gründungsanlass des "Netzwerks Pflanzengesundheit Schweiz" statt; dies im Einklang mit den obwaltenden Umständen als Videokonferenz.

Schon im Rahmen der letztjährigen Zusammenarbeit zwischen Behörden und Verbänden beim «Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit 2020» hatte sich abgezeichnet, dass die Arbeit weitergehen muss.

Erfreulicherweise sind auch beim «Netzwerk» alle bisherigen Hauptpartner des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes mit dabei, natürlich auch der SFGV/ FSJF.

Weitere Institutionen und Verbände werden sicherlich bald hinzustossen. Eine besondere Rolle werden die kantonalen Experten aus dem Tessin spielen, denn dort ist weiterhin das Haupteinfallstor von Schädlingen.

Aufgrund der landesweiten Verteilung unserer Gartenareale, unserer Pflanzenvielfalt als auch der intensiven Flächenbewirtschaftung mit Obst, Beeren und Gemüse fällt uns eine besondere Unterstützungsverantwortung der Behörden und wissenschaftlichen Stellen bei der Identifizierung, Eindämmung und Bekämpfung von Schadorganismen zu.

Weitere Infos:
https://www.blw.admin.ch/blw/de/home/nachhaltige-produktion/Pflanzengesundheit/ihrbeitrag/netzwerk.html

Otmar Halfmann
Präsident des Schweizer Familiengärtnerverbandes

Nicht nur für deutsche KleingärtnerInnen!

BDG veröffentlicht Positionspapier zur ökologischen Aufwertung von Kleingärten

Die Aufgabe einer vorsorgenden und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Umweltpolitik ist es, die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Ressourcen Boden, Wasser und Luft in vollem Umfang zu erhalten und nach Möglichkeit zu steigern. Diese Aufgabe betrifft jeden und kann nicht mit dem Hinweis auf globale Anforderungen und Anstrengungen aufgeschoben werden. Die AG Fachberatung hat daher ein Positionspapier erarbeitet, das Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern leicht umsetzbare Maßnahmen an die Hand gibt, die im eigenen Umfeld umgesetzt werden können.

Das Papier enthält u.a. Hinweise zur Kulturführung im Kleingarten. Dabei spielt naturgemäße Pflege und Düngung des Bodens zur nachhaltigen Erhaltung der natürlichen Bodenschichten und gezieltes Düngen ohne Chemie eine wesentliche Rolle. Maßnahmen, wie das Ausbringen von Gründüngungspflanzen und natürlichem Mulch dienen der Förderung des Bodenlebens, das wiederum für wertvollen Humus sorgt und den Boden auf natürliche Art und Weise mit Nährstoffen versorgt. Auch Kompostierung unterstützt die natürliche Kreislaufwirtschaft im Kleingarten, versorgt den Boden mit wichtigen Pflanzennährstoffen, belebt den Boden und verbessert die Wasserversorgung. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg beim Gemüseanbau, ist neben einer angepassten Fruchtfolge, die Auswahl robuster und widerstandsfähiger Sorten sowie ein ideales Fruchtwechselkonzept. Da es sich im Kleingarten zudem viel leichter mit Schädlingen und Krankheiten leben lässt als im Erwerbsanbau, sollte auf Pflanzenschutzmittel gänzlich verzichtet werden.

Doch nicht nur gärtnerische Aspekte sind Thema. Auch ein Aufruf an die moralische Verpflichtung des eigenen Handelns ist Gegenstand. So ist torffreies Gärtnern ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Moore und des Klimas. Deshalb sollten Gartenfreunde nur auf torffreie Kultursubstrate zurückgreifen.

Die AG Fachberatung des BDG ist ein Zusammenschluss von Personen, die sich innerhalb ihres Landesverbandes der Landesfachberatung in Kleingartenanlagen verschrieben haben und dem Bundesverband in puncto Fachberatung unterstützend zur Seite stehen. Das Positionspapier „Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von Kleingärten“ zielt vor allem auf eine dauerhafte und flächendeckende Umsetzung der Maßnahmen ab, bei dessen Realisierung jeder der rund 5 Millionen Kleingartennutzer bundesweit einen entscheidenden Beitrag zum Schutz natürlicher Lebensräume und umweltgerechten Bewirtschaftung von Kleingärten leisten kann.

Abrufbar ist das komplette Positionspapier unter:
https://kleingarten-bund.de/de/bundesverband/positionspapiere/

Sandra von Rekowski, BDG

Foto: T. Wagner

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