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Erfahrungsaustausch mit Fachexperten der SPD-Landtagsfraktion, NRW, in der Landesschule der Kleingärtner

• Vorstellung des Forschungsprojektes „FEW-Meter“

• Gesunde Ernährung aus Kleingärten

Werner Heidemann, Geschäftsführer des Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.

Worum geht´s? Im Rahmen des Forschungsprojektes „FEW-Meter“ (Food, Energy, Water) werden Studien in Deutschland sowie in den Ländern Frankreich, Großbritannien, Polen und USA durchgeführt, die die Effizienz „urbaner Landwirtschaft“ untersuchen.

Dafür interessieren sich die Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass, Inge Blask und André Stinka, die als Mitglieder des Fachausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz, die Themenbereiche „gesunde Ernährung, fairer und regionaler Anbau“ in Zukunft intensiv erörtern möchten. Zu einem ersten Auftaktgespräch trafen sich die Experten am 7. August 2020 in der Landesschule.

Urbane Landwirtschaft (urban farming) ist ein Oberbegriff für die Lebensmittelproduktion in städtischen (urbanen) Räumen. Weltweit nimmt der kleinteilige Anbau von Obst und Gemüse in den Städten zu.

Urbane Landwirtschaft zeigt sich in den unterschiedlichsten Formen: Dazu zählen in New York City und London die Gemeinschaftsgärten (community gardens), aber auch Dachfarmen, Aquakultur, Küchengärten und Therapiegärten erobern die Städte. Kleingärten sind seit jeher Orte der Selbstversorgung, die seit der Jahrtausendwende eine Renaissance erlebt. Kleingärten gehören zum sozialen und ökologischen Netzwerk einer Stadt, sie sind im mehrfachen Sinne Teil des guten Klimas im Stadtquartier und Orte der Naturerfahrung. Klar doch, dass Kleingärten auch Teil der urbanen Landwirtschaft sind.

Die Projektkoordinatorin Runrid Fox-Kämper, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), stellte das Gesamtprojekt vor:
Wie effizient und nachhaltig ist urban farming?
Welche Mengen werden über das Jahr geerntet?
Wie hoch ist der Einsatz von Wasser und Energie?
Fragen über Fragen, auf die die Forscher verlässliche Antworten finden möchten.

Aber auch die Artenvielfalt, das Erlebnis Gärtnern, die Nutzung der Ernteprodukte, Düngung und Pflanzenschutz sind Themenbereiche, die untersucht werden.

In Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner ILS (Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung) und dem Landesverband werden Kleingärtner aus Bochum, Dortmund, Münster und Lünen in 2019 und 2020 ihre geernteten Produkte erfassen, sowie ihre gärtnerischen und ökologischen Aktivitäten dokumentieren. Unterstützt und beraten werden sie vor Ort von unserem Gartenexperten und Mitarbeiter an der Landesschule Stephan Grote aus Münster.

Unter Leitung von Wilhelm Spieß, Landesverbandsvorsitzender, folgte anschließend ein konstruktiver Meinungsaustausch mit den Abgeordneten, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fraktion, Leonard Wessel, der Projektmanagerin Runrid Fox-Kämper und den Projektexperten Stephan Grote und Werner Heidemann. Wir wünschen uns, dass mehr Politiker und Entscheidungsträger in Sachen „gesunde Ernährung, fairer Handel, regionaler Anbau, Selbstversorgung und Kleingärten“ beherzt Partei ergreifen. Das war ein ermunternder Auftakt.

Weitere Projektinfos:
http://www.fewmeter.org/de/home-3/
http://www.fewmeter.org/en/research-team/

Kleingärten im Vordergrund

In dem Vereinigten Königreich hat diese schreckliche Pandemie die Vorteile des Kleingärtners in den Vordergrund gestellt mit einer enormen Zunahme der Anfrage für Kleingärten (500 % Zunahme in einer Stadt).

Die Menschen haben an erster Hand die Vielzahl an Vorteilen gesehen die man aus einer Kleingartenparzelle haben kann, auch wenn man isoliert ist oder in einem Lockdown ist. Es war ein idealer Zufluchtsort, welcher alle Vorteile von frischer Luft, Sonnenschein, frischem Gemüse brachte und noch wichtiger für unsere mentales Wohlbefinden, die Kommunikation mit andern Kleingärtnern (natürlich Sicherheitsdistanz und mit allen notwendigen Vorsichtsmaßnahmen).

Es ist kein Wunder dass die Menschen nach Kleingartenparzellen schreien.

Die Menschen realisieren europaweit die Vorteile der Kleingärten und man stellt eine enorme Zunahme von Anfragen fest

Einige Beispiele:

Quer durch Deutschland haben sich die Nachfragen wenigstens verdoppelt; in Berlin, Hamburg, München haben diese Nachfragen sich vervierfacht.

In Oslo ist die Warteliste für Kleingärtner von 4.000 auf 6.000 Personen sofort nach dem Lockdown angestiegen.

Überall in Frankreich hat man eine Zunahme der Nachfrage feststellen können. In Colmar (Frankreich) gab es zum Beispiel eine Explosion an Nachfragen: Fast 200 Personen haben das Formular um eine Kleingartenparzelle zu erhalten, runtergeladen.

Schnelle Zunahme der Nachfragen für Kleingärten und Bericht in Medien in der Schweiz und Schweden.

Hier in Leeds in meiner Kleingartenanlage in NW Leeds stieg die Anfrage für eine Parzelle um 600%.

Ein Vertreter der Gemeinde behauptet dass die Wartelisten noch niedriger seien als in 2010. Waren die Wartelisten dann in 2010 astronomisch? Es wäre interessant die Zahlen zu sehen.

Alles was wir nun tun müssen ist unsere Politiker und Planer, welche anscheinend Scheuklappen für die allgemeinen Wohltaten der Kleingärten hatten, aufzuklären.


In einem Versuch unsere Politiker und Planer aufzuklären habe ich eine Facebook Kampagne gestartet wo ich die Aussagen „BUILD BUILD BUILD“ (Bauen Bauen Bauen) unseres Ministerpräsidenten aufgegriffen habe, und sie in die Worte „SAVE SAVE SAVE our allotments“ (unsere Kleingärten Absichern Absichern Absichern) abgeändert habe, sowie die Aussage „Krieg führen gegen Dickleibigkeit benutzt habe um zu zeigen wie Kleingärten und das Kleingärtnern dazu beitragen können viele Gesundheitsziele zu erreichen und einen wirklichen Gewinn für unsere Gemeinschaften darstellen.

Die Facebook Kampagne bis heute

Ministerpräsident sagt: Bauen, Bauen, Bauen
Ich sage: unsere Kleingärten absichern, absichern, absichern
Einer dieser wenigen Zufluchtsorte während dieser Pandemie

Ministerpräsident: Kampf führen gegen Dickleibigkeit
Vielleicht werden unsere gesunden Kleingärten mehr geschützt werden

Kleingärten haben die geistige Gesundheit von vielen Menschen während der Pandemie bewahrt und es gibt nichts Besseres als einen Kleingarten für die Gesundheit und das Wohlbefinden.

Gebt unseren Kleingärten einen zusätzlichen Schutz, registriert sie jetzt als Element von gemeinschaftlichem Wert. Für mehr Info www.nsalg.org.uk

Während der Pandemie waren die Kleingärten ein wirklicher Segen für tausende von Menschen und haben es ihnen erlaubt sich körperlich in der frischen Luft zu betätigen, frisches Gemüse zu erhalten und von der Kameradschaft zu profitieren (auch mit Einhalten der Distanzregeln), was gut für die Moral war.
Nun haben noch weitere 1.000 Menschen die Vorteile eines Kleingartens gesehen und schreiben sich auf die Wartelisten ein um eine Parzelle zu erhalten. Schauen Sie was Sie tun können um eine Parzelle zu erhalten unter www.nsalg.org.uk

Der Ministerpräsident sagt dass Allgemeinmediziner das Radfahren verschreiben sollen um das Übergewicht zu besiegen. Radfahren ist gut, aber er vergaß das Eine zu nennen das wirklich die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nation verbessern würde: Sein eigenes Gemüse züchten und das Gärtnern im Kleingarten.

Phil Gomersall, Präsident des Englischen Kleingärtnerverbandes, Vereinigtes Königreich

Ehrenurkunden 2020 - Teil 2

Weitere Ehrenurkunden wurden verliehen

Schauen Sie sich die Realisation aus Finnland, den Niederlanden und Luxemburg an.

 

Der Kleingartenverein “Kupittaan ryhmäpuutarhayhdistys“, in Turku (FI) hat die Ehrenurkunde for soziale Aktivitäten erhalten.

Eine Kleingartenanlage mit einer einzigartigen Vegetation, mit einer jahrzehntealten Bausubstanz und einer speziell aktiven Kleingärtnergemeinschaft, ist trotz diesem positive, vom Verschwinden bedroht.

Kooperationspartnerschaft im 'Multaa ja mukuloita'-Projekt

Der Kleingartenverein Kupittaa ist der Hauptkooperationspartner im Projekt "Multaa ja mukuloita" vor. Der finnische Name des Projekts hat eine doppelte Bedeutung: 'multaa' = Boden und 'mukuloita' = sowohl Knollen als auch Kinder ('ja' = und). Das Projekt begann im Juni 2019 und dauert bis zum Sommer 2021. Der Eigentümer des Projekts ist der Verein Sateenkaari Koto ry. und es wurde von der finnischen Bildungsbehörde finanziert.

Das Projekt hat im Kleingarten Kupittaa eine naturwissenschaftliche, mathematische und technologische Lernumgebung geschaffen. Im Rahmen des Projekts werden die Prinzipien des kindgerechten, phänomenbasierten Lernens verwendet, um die Kinder (im Alter von 1-6 Jahren) zu inspirieren, das Leben in der städtischen Natur zu erforschen. Die Aktivität fördert ein vielfältiges Lernen als Teil des allgemeinen Wohlbefindens der Kinder. Ziel ist es, die Prinzipien eines nachhaltigen Lebensstils zu unterstützen, indem die Beziehung zwischen Natur, Kreislaufwirtschaftsdenken, Wissen und Wertschätzung der Natur und der Herkunft von Lebensmitteln gestärkt wird. Das Projekt schafft sinnvolle neue lokale Netzwerke, um kulturelles Wissen zu teilen, die sozialen Fähigkeiten der Kinder zu fördern, vielfältiges Wissen auszutauschen und die Ausgrenzung von älteren Menschen und Immigranten zu verhindern.

Kupittaan Ryhmäpuutarhayhdistys ry.

Der Kleingartenverein in Kupittaa ist außerdem der älteste in Turku - er wurde 1934 gegründet. Er wurde zur Erholung und zum Wohlbefinden der arbeitenden Bevölkerung der Stadt und zur Sicherung der Lebensmittelversorgung der Familien geschaffen. Obwohl die primäre Funktion der Parzellen nicht mehr darin besteht, die GärtnerInnen zu ernähren, gibt es immer noch etwa 300 Apfelbäume, die in den ersten Tagen nach der Gründung in dieser Gegend gepflanzt wurden. Darüber hinaus wachsen auf den Parzellen eine große Anzahl alter Zier- und Nutzpflanzen, deren Wert aus pflanzengenetischer Sicht unermesslich ist.

Sateenkaari Koto ry.

Sateenkaari Koto ry. ist ein gemeinnütziger Verein. Der Verein ist Träger des Unternehmens Sateenkaari Koto Oy, das frühkindliche Bildung und häusliche Betreuung für Familien mit Kindern anbietet. Zu den Aktivitäten der Vereinigung gehören außerdem Bildungsheime zur Unterstützung der sozialen Integration.

Hintergrund des Projekts

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kleingartenverein Kupittaa und dem Verein Sateenkaari Koto ry. begann mit Äpfeln. Die Kinder sammelten überschüssige Äpfel im Garten auf und backten Kuchen. Das weckte eine gegenseitige Begeisterung für die Möglichkeiten, die der Kleingarten für Kinder bietet.

Umsetzung des Projekts

Im Sommer 2019 besuchten Kinder aus sechs verschiedenen Kindergärten von Sateenkaari Koto den Kleingartenverein Kupittaa häufig. Jeden Tag verbrachte eine Kindergartengruppe einen ganzen Tag im Garten - sie aßen im Freien und entspannten sich in den Hängeschaukeln unter den Apfelbäumen. Die Kinder kümmerten sich fleißig um die ihnen zugewiesene Parzelle.

Das Leben im Garten wird während des gesamten Projekts das ganze Jahr über überwacht. Während des ersten Sommers arbeiteten die Kinder fleißig an ihrem eigenen gemieteten Gartengrundstück. Sie studierten Gartenphänomene und Organismen, spielten und brainstormten ihre eigenen Forschungsprojekte, wobei sie den Kleingarten kreativ nutzten.

Die Zusammenarbeit zwischen Sateenkari Koto und dem Kupittaa Kleingartenverein schafft neue innovative Interaktionen zwischen den Generationen. Tägliche Begegnungen zwischen den Kindern und GärtnerInnen, gemeinsames Arbeiten und Lernen sowie gemeinsame Veranstaltungen schaffen für beide Seiten bedeutsame Momente.

 

 

Die Sektion « Amis de la Fleur » Belvaux (L) hat die Ehrenurkunde für innovative Projekte erhalten

Der Verein hat in Belvaux einen Gemeinschaftsgarten namens « Matgesfeld » angelegt, welcher folgende Merkmale aufweist:

- ein einzigartiges Konzept für nachhaltiges Gärtnern und Gartenbau,
- Trockentoiletten,
- ein Gartenbeet mit einem Roboter,
- 6 Gartenparzellen für Schulkinder ,
- eine Vogelgehege und
- ein Bienenhaus.

Beschreibung:

Seit der Gartensaison 2017 kann der Gartenbauverein « Amis de la fleur Belvaux » seinen Mitgliedern Gartenparzellen in einer für Luxemburg neuartigen Konzeption zur Verfügung stellen. Im Unterschied zu den traditionellen Kleingärten dienen die 28 quadratischen Gartenparzellen (7x7m) alleinig dem Anbau. Zur gemeinschaftlichen Nutzung und Entspannung steht die umliegende Grünfläche zur Verfügung mit Picknickbank, Liegebank, Grillplatz und für diese Gartensaison neu ein Gewächshaus mit automatischer Bewässerung. Hintergrund des Konzeptes ist das alle Elemente im Garten einen funktionalen wie ökologischen Zweck erfüllen. So haben die zwei Geräteschuppen extensiv begrünte Dachflächen. Strom für u.a. die Beleuchtung im Schuppen liefern Solarzellen auf beiden Dächern. Auch die barrierefreie öffentliche Trockentoilette erfüllt ihre ökologische Funktion.

Ein weiteres innovatives Element ist der Gartenroboter. Hierbei stehen weniger die Beetvorbereitung sondern vielmehr die Programmierung im Vordergrund. Ist alles eingestellt kann der Roboter selbständig säen, gießen, Unkraut zupfen und den Boden auflockern. Ziel ist es kleinflächig aufzuzeigen, dass Gartenbau innovativ und „Hightech“ sein kann.

Dadurch, dass 6 Parzellen schulischen Strukturen vorbehalten sind übernimmt der Garten auch eine pädagogische Rolle. Auch die Multi Nationalität der Pächter macht den Garten zu einem interkulturellen Ort. Junge Familien, Singles, ältere Alleinstehende bis hin zu Freundeskreisen, alle Haushaltformen und Altersstrukturen sind vorhanden.

 

 

Der niederländische Kleingartenverein „De Doordouwers“ in Utrecht (NL) hat die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern erhalten.

Naturnahes Gärtnern

Der Kleingartenverein De Doordouwers (die Erhalter) begann 2006 auf dem Gelände des heutigen Gartenparks. Im Jahr 2013 startete eine Gruppe von Mitgliedern mit Begeisterung mit dem Projekt „Qualitätszeichen Naturnahes Gärtnern“. Im Jahr 2015 wurde der Verein mit einem Gütezeichenschild ausgezeichnet, das einen Marienkäfer (Symbol für naturnahes Gärtnern) mit 3 Punkten enthielt. Im Jahr 2019 wurde der vierte Punkt (höchstmöglicher Wert) hinzugefügt.

Im Gartenpark wurden verschiedene Einrichtungen zur Naturentwicklung realisiert. So wurden Trockenmauern, Astgitter, Haufen für Grasschlangen, Vogelhaine, Bienenstöcke, Insektenhotels, Igelhäuser, eine Eisvogelmauer, alle Arten von Vogelnistkästen sowie ein Eulenhaus aus Holz errichtet. Für Pflanzen u.a. Blumenwiesen und ein Blumenzwiebelfeld.

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Neben einer Facebook-Gruppe hat der Verein auch einen Newsletter. Darin werden beispielsweise Informationen über Kompostierung, Wiederverwendung von Material und Alternativen zu Pestiziden gegeben. Außerdem werden Fotos von den Gärten der Mitglieder mit besonderer Fauna und Flora platziert. Das Thema des naturnahen Gärtnerns wird regelmäßig auf den Mitgliederversammlungen diskutiert.

Hilfe für Gärtnerneulinge

Der Verein hat 115 Mitglieder. Die Mitglieder werden unter anderem in das Projekt Naturnahes Gärtnern eingebunden indem sie beim Bau und der Verwaltung von Naturanlagen helfen können. Auch Informationen werden hier weitergegeben. In der Facebook-Gruppe werden Fotos, Erfahrungen und Tipps ausgetauscht. Pestizide werden nicht verwendet. Ein paar dutzend Gärtnerinnen und Gärtner machen auch im eigenen Garten Platz für die Natur. Die einzelnen Gärten werden jährlich überprüft und die Mitglieder erhalten bei Bedarf Tipps oder eine Erklärung zur Pflege oder Bepflanzung.

Projektgarten für Frauen

Es gibt einen Garten, in dem (alleinstehende, nicht-westliche) Frauen, die in der Nachbarschaft leben, die Möglichkeit haben, im Garten zu arbeiten. Unter der Anleitung von Mitgliedern können sie hier lernen, wie man in einem Gemüsegarten in den Niederlanden arbeitet. Diese Unterstützung dauert 2 Jahre. Wenn alles gut geht, können die Frauen, wenn sie wollen, einen eigenen Garten bekommen. Dieses Beteiligungsprojekt schafft mehr Kontakte zwischen unterschiedlichen Kulturen innerhalb des Vereins. Das hat auch den Vorteil, dass die Kinder dieser Frauen mehr Zeit im Freien verbringen, wenn sie im Garten helfen.

 

 

Der niederländische Verein Tuinpark Onderlinge Tuinvereniging (OTV) aus Leiden (NL) hat die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern erhalten.

Der Naturgartenpark

Im November 2019 hat der Kleingartenverein OTV in Leiden das nationale Gütesiegel für naturgerechtes Gärtnern bekommen. Der Marienkäfer (das Symbol für naturgerechtes Gärtnern) erhielt vier Punkte auf der Qualitätsskala. Das ist der höchstmögliche Wert. Im Gartenpark des OTV gibt es viele natürliche Elemente im gemeinsamen Grünraum. Am Eingang befindet sich ein Insektenhotel aus Korbweide und Gerüste, die zum Trocknen des geschnittenen Grases verwendet werden. Dann geht man am Pflückgarten vorbei, wo Blumen und Gemüse angebaut werden, die von Mitgliedern und Nichtmitgliedern gekauft werden können. Letztes Jahr wurde ein Teil des Einkommens aus dem Gemüseverkauf an die Lebensmittelbank gespendet. Der Vogelhain befindet sich neben dem Pflückgarten. Es gibt einheimische Bäume und Sträucher mit Nahrung und Schutz für Vögel.

Im Garten des Vereinshauses gibt es, unter anderem, eine zeeländische (natürliche) Hecke und Bienenstöcke. Im angrenzenden Hortensiengarten sind mehrere Igelhäuser zu finden. Es gibt auch einen Garten mit Pflanzen, die für Bienen und Schmetterlinge attraktiv sind, einen Teich und ein großes Insektenhotel, welche während eines Workshops mit Freiwilligen gebaut wurden.

Ein Garten mit vielen Schatten- und Stinzenpflanzen wurde angelegt und eine Trockenmauer errichtet. Es gibt so genannte "Bienen-Campingplätze", Igelhäuser, Holzstapel und Äste, Dachziegel um den Teich herum, verschiedene Nistkästen und Platz für verschiedene Tiere.

Organisation und Kommunikation

Der Naturschutzausschuss befasst sich mit der Neugestaltung und Pflege von Gemeinschaftsgrünräumen, bietet den GärtnerInnen Informationen über natürliches Gärtnern durch die Organisation von Aktivitäten und das Schreiben von Artikeln für den Newsletter an. Das Komitee organisiert mehrere Workshops und andere Aktivitäten während des ganzen Jahres, um GärtnerInnen mit Informationen über natürliche Gartenarbeit zu versorgen.

Die Mitglieder werden über den Fortschritt aller Projekte über den Newsletter und die Website auf dem Laufenden gehalten. Darüber hinaus gibt der Ausschuss regelmäßig seine eigenen Flyer heraus, in denen die natürliche Gartenarbeit gefördert wird und welche sich um das Geschäft in dem Park kümmern. Das Gartengeschäft verkauft und fördert Dinge wie biologischen Anbau und Gartenerde sowie spezielle und meist einheimische Pflanzen und Sträucher.

Besonderheiten

Der technische Ausschuss hilft bei der Vorbereitung und/oder Herstellung verschiedener architektonischer Kunstwerke mit Mehrwert für Insekten und andere Tiere. Ein "Gartenrundgang" wurde durchgeführt, um sicherstellen, dass die Mitglieder sich gegenseitig inspirieren.

 

Eine komplette Beschreibung der Projekte finden Sie in den nächsten Bindestrichen.

Ehrenurkunden 2020 - Teil 1

Diese Jahr hat das Office International wieder Ehrenurkunden an Vereine verliehen, welche auf ökologischer oder sozialer Ebene aktiv waren, respektiv innovative Aktivitäten unternommen haben.

Während seiner statutarischen Vollversammlung im März, hat das Office beschlossen den Antrag für das Verleihen von fünf Ehrenurkunden für naturgerechtes Gärtnern, zwei Ehrenurkunden für innovative Tätigkeiten und einer Ehrenurkunde für soziale Tätigkeiten positiv anzunehmen.

Diese Ehrenurkunden sollten während der Studientagung in Helsinki verliehen werden. Diese musste aber wegen der Covid-19 Krise abgesagt werden.

Anbei eine kurze Beschreibung dieser Projekte. Mehr Informationen erhalten Sie in den nächsten Bindestrichen.

 

Der Kleingartenverein Falan in Falun (SE) hat die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern erhalten

Das Programm begann vor etwa 20 Jahren, und bisher haben nur 5 Verbände die Goldstufe erreicht.

Der Kleingartenverein Falan wurde im Mai 2018 mit Gold im Umweltprogramm des schwedischen Kleingärtnerverbandes ausgezeichnet.

Einige Beispiele dafür, was sie tun und geschaffen haben:
• Sie praktizieren naturgerechtes Gärtnern. In ihrem Newsletter informieren sie ihre Mitglieder kontinuierlich über nachhaltige und umweltschonende Möglichkeiten des Gärtnerns und die Förderung der Artenvielfalt.
• Sie kooperieren mit anderen gemeinnützigen Organisationen - Eine Wiese auf den Gemeinschaftsflächen des Vereins, die sie mit der Sense mähen.
• Hotels für Insekten und Bienenstöcke.
• Wasser für die Bewässerung wird aus einem nahegelegenen Teich gesammelt, und die Mitglieder dürfen ihre Gärten nur morgens und abends bewässern, um die Wasserverschwendung zu minimieren.

 

Der Kleingartenverein Linnea in Stockholm (SE) erhielt das Diploma für naturgerechtes Gärtnern

Der Kleingartenverein Linnea hat während vielen Jahren mit vielen unterschiedlichen Aktivitäten/Aktionen daran gearbeitet, um schließlich 2019 das Goldniveau im Umweltprogramm des schwedischen Kleingärtnerverbands zu erreichen.

Neben dem naturgerechten Gärtnern setzt sich Linnea seit vielen Jahren auch für die Erhöhung der Artenvielfalt in ihrer Anlage ein:
• So haben sie eine Bienengruppe gegründet.
• Vor kurzem wurde auf ihrer Gemeinschaftsfläche eine Wiese angelegt.
• Sie haben eine Bestandsaufnahme „historischer" Pflanzen gemacht.
• Der Verein hat ein Workshop für die Mitglieder organisiert, um verschiedene Arten von Insektenhotels zu bauen.
• Eine bienenfreundliche „Blumenrabatte“ wurde gepflanzt. Im Frühjahr kauft der Verein gemeinsam Dünger, Erde, Sand und Kies für seinen Bedarf und den seiner Mitglieder ein.

 

Der Kleingartenverein Långholmen in Stockholm (SE) hat die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern erhalten

Das Umweltprogramm des schwedischen Kleingärtnerverbandes begann vor 20 Jahren.

Der Kleingartenverein Långholmen wurde im Mai 2017 mit Gold ausgezeichnet.

Sie realisierten unter anderem folgendes:
• Eine Rabatte für den Anbau und die Erhaltung "historischer" Pflanzen
• Mehrere Bienenstöcke und Vogelhäuser
• Meerwasser wird für die Bewässerung der gesamten Anlage verwendet.
• Alle Mitglieder haben ihren eigenen Kompost. Alle Mitglieder können sich über die Kompostierung informieren. Sie haben auch einen gemeinsamen Latrinenkompost.
• Materialien wie Zweige und Stöcke werden vor Ort gesplittet.
• Der Verein kauft jährlich Dung und Erde organisiert ein.

 

Der Kleingartenverein Älvtomta in Örebro (SE) erhielt die Ehrenurkunde für innovative Projekte

Der Kleingartenverein Älvtomta hat sich immer dafür eingesetzt, die ursprünglichen Häuser, Pflanzen, Werte usw. zu erhalten, hat aber auch die Zukunft und all ihre Herausforderungen wie Umwelt, Zugänglichkeit usw. im Auge behalten.

Zwischen 2006 und 2013 haben sie den Verein für ältere Menschen und Menschen im Rollstuhl zugänglich gemacht. Als Erstes haben sie auf allen Wegen den losen Kies ausgegraben, entfernt und ihn durch Steinmehl ersetzt. Danach wurden Rampen gebaut, die das Vereinshaus und die Tanzfläche zu einer für alle zugängliche Fläche innerhalb des Vereins machen. Schließlich bauten sie ein neues Servicegebäude mit einer Toilette und einer Dusche, die für Rollstühle geeignet sind. Als zusätzliches Plus haben sie das neue Servicegebäude vorbereitet, damit sie in Zukunft auf die Nutzung von Sonnenkollektoren zur Energiegewinnung umsteigen können.

1917, als der Kleingartenverein Älvtomta gegründet wurde, stiftete die Stadt Örebro für jede Parzelle einen Apfel-, einen Kirsch- und einen Birnbaum. Im Jahr 2011 begann eine Gruppe damit, eine Bestandsaufnahme der Bäume zu machen, um zu sehen, wieviele von diesen ursprünglichen Bäumen noch übriggeblieben sind. Das Hauptziel war es, die Bäume zu erhalten und sicherzustellen, dass keiner dieser Bäume entfernt wird, ohne den Vorstand zu informieren.

Mit ihrem hundertjährigen Geburtstag im Jahr 2017 verwandelten sie schließlich das alte, nicht mehr genutzte Dienstgebäude in ein Kleingartenmuseum.

 

Der Kleingartenverein Orten odlar in Stockholm (SE) erhielt die Ehrenurkunde für innovative Projekte

Diese Kleingärtner unterstreichen die Wichtigkeit von Kleingärten als:
• Treffpunkt und Ort für den sozialen Austausch
• Ort für eine Rehabilitation
• Inspirationsquelle für Gärtner/Innen
• Ort für Biodiversität
• Mehrwert für die Gesellschaft

und stellen folgende Anträge:
• Bau von weiteren Kleingartenanlagen
• Schutz der bestehenden Kleingartenanlagen (gesetzlich)
• Finanzielle Unterstützung der Kleingartenanlagen durch die Städte

Das Projekt ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk „Pepper & Pumpkin“, der Kunsthalle in Tensta, der Studiefrämjandet (Organisation für Erwachsenenbildung) und 12 Kleingartenvereinen in Järva entstanden.

Einige ihrer Aktivitäten:
• Saatgut-Austausch im Frühling
• Teilnahme an der politischen Woche in Järva (eine große Veranstaltung, an der alle politischen Parteien und ihre Vorsitzenden teilnehmen)
• Ein Gartenfestival im Herzen Järvas, offene Kleingärten, Märkte und eine Bühne mit kurzen Vorträgen, etc.

Während des Festivaltages konnten die Besucher sich kurze Referate über Erde, Kompost und auch Ratschläge von unseren Experten im ökologischen Gärtnern holen.

Den ganzen Tag über hat ein Shuttle Bus die Festivalbesucher zu drei Kleingartenvereinen in Järva gebracht.

Die Besucher hatten die Möglichkeit Zita zu treffen, unsere Meistergärtnerin, die jede Woche berichtet, wie viel sie in ihrem Kleingarten geerntet hat, das sind 100 Quadratmeter. Das Ergebnis ihres Projektes: Vom 1. April bis 24. November 2019 hat sie 870 kg Gemüse auf ihrer ökologischen Parzelle (100 m2) geerntet. Das zeigt das Potenzial eines Kleingartens. Das muss der produktivste Gemüsegarten Schwedens sein.


 

Sie finden eine vollständige Vorstellung der Projekte in den nächsten Bindestrichen.

Die vier weiteren Projekte aus Finnland, den Niederlanden und Luxemburg werden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden.

Baum- Pflanz Kampagne

Der schwedische Verband hat im März eine Kampagne um Bäume zu pflanzen gestartet mit dem Ziel so den Beitrag der Kleingärten zur Artenvielfalt zu unterstreichen. Da Kleingärten oft in städtischen Gebieten liegen, ist dieser Beitrag sehr wichtig. Die Kampagne ist auch Teil des hundertjährigen Jubiläums des Verbandes im Jahre 2021. Das Ziel ist es mehr als tausend Bäume und Büsche/Gesträucher vor Ende August 2021 zu pflanzen.

Ein Zweck der Kampagne ist dass die Kleingärtner den Wert der Bäume (und Sträucher) erkennen. Die Forschungsarbeiten haben gezeigt dass das Pflanzen eines Baumes das Beste ist was man tun kann, um in seinem Garten die Artenvielfalt zu steigern.

Ein anderer wichtiger Zweck ist aber auch den Politikern und Städteplanern zu zeigen wie Kleingärten zur Artenvielfalt und den globalen Zielen der Agenda 2030 beitragen können. Eine Möglichkeit sie zu überzeugen wie wunderschön und wichtig Kleingartenareale sind. Wir tun dies nicht nur durch das Anpflanzen von neuen Bäumen, sondern auch indem wir ihnen all die Bäume und Sträucher die es hier schon gibt zeigen.

Vor hundert Jahren, als viele von den Kleingartenarealen in Schweden angelegt wurden, haben verschiedene Städte den Vereinigungen Apfelbäume geschenkt. Einige dieser Bäume sind noch vorort und wir pflanzen nun Bäume für die nächsten hundert Jahre an.

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