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Kleingärtner-Partnerschaften können Wissenschaft und Forschung fördern

Between food growing and leisure: contemporary allotment gardeners in Western Germany and Poland (Zwischen Nahrungsanbau und Freizeit: zeitgenössische Kleingärtner in Westdeutschland und Polen)

Barbara Maćkiewicz(1), Magdalena Szczepańska1, Ewa Kacprzak(1), Runrid Fox-Kämper (2)

(1) Fakultät für Humangeographie und Planung, Adam Mickiewicz Universität, Bogumiła Krygowskiego Strasse 10, 61-680 Posen, Polen, Basic@amu.edu.pl, szmagda@amu.edu.pl, eja@amu.edu.pl

(2) Institut für Landes-und Stadtentwicklungsforschung (ILS), Brüderweg 22-24, 44135 Dortmund, Deutschland, runrid.fox-kaemper@ils-forschung.de Manuskript eingereicht: 06. März 2020 /Angenommen zur Veröffentlichung: 15. Februar 2021 / online veröffentlicht: 30. März 2021

Zusammenfassung

Kleingärten existieren in Europa seit 170 Jahren und haben ihre Funktionen im Laufe der Zeit verändert. Während die wissenschaftliche Literatur die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile von Kleingärten betont, ist wenig über die heutigen Kleingärtner-/innen bekannt, insbesondere in unterschiedlichen geopolitischen Umgebungen. Dieser Beitrag beschreibt das Profil der Kleingärtner/-innen auf der Grundlage empirischer Daten, die aus Umfragen in zwei Ländern gewonnen wurden, die einerseits eine lange Kleingartentradition und andererseits eine jüngere Geschichte der Zugehörigkeit zu zwei unterschiedlichen geopolitischen Regionen aufweisen: Polen und Westdeutschland. Inspiriert durch einen kulturgeographischen Ansatz, der anerkennt, dass die gärtnerische Praxis von der Kultur beeinflusst wird, und basierend auf der Methode des nicht-hierarchischen „k-means“-Clusterns, identifiziert der Beitrag Charakteristika der heutigen Kleingärtner/-innen aus der Region Westfalen-Lippe in Deutschland und Wielkopolska in Polen. Signifikante Unterschiede in den Profilen wurden in der statistischen Analyse auf der Basis von Gartenpraktiken und den diesen Praktiken zugeschriebenen Bedeutungen, wie sie von den Gärtner/-innen in der Umfrage berichtet wurden, zusammengefügt. Als Ergebnis können die deutschen Gärtner/-innen in erster Linie als urbane Landwirt/-innen und Ökolog/-innen beschrieben werden, während die polnischen Kleingärtner/-innen ihre Gärten eher für die Freizeit (sowie als Urlaubsort) und zur Zierde zu nutzen scheinen. Die Ergebnisse können Kommunen, Interessenvertretungen und Gartenorganisationen informieren, die daran interessiert sind, bestehende Kleingartenanlagen an zukünftige Bedürfnisse anzupassen. In beiden Ländern kann die Gemeinschaft der Kleingärtner/-innen jedoch nicht abschließend definiert werden, da sie einer stetigen Weiterentwicklung unterliegt, ausgelöst durch einen Generationswechsel in vielen Kleingärten. So wurde z. B. im Zusammenhang mit der jüngsten COVID-19-Krise in beiden Ländern ein signifikanter Anstieg der Nachfrage nach Kleingartenparzellen festgestellt, was wiederum ihre Rolle in Krisenzeiten bestätigt.

Artikel veröffentlicht in dem Journal of the Geographical Society of Berlin Vol 152 no1 research article

Kleingärten mehr denn jeh auf dem Vormarsch!

“Ein Beitrag zu mehr Ernährungssicherheit….Ein Ort um Kontakte zu schliessen und auszuschalten….”
Kleingärten mehr denn jeh auf dem Vormarsch!

Die Pandemie hat Europa weit eine steigende Nachfrage an Kleingärten gezeigt: Nicht nur gesundes Gemüse und Obst sowie Lebensmittelsicherheit sondern auch physische und mentale Vorteile der Kleingärten für die Gesundheit waren in den Gedanken der Menschen.

Der Artikel in der Sunday Times vom 28. März 2021 zeigt uns einige interessante Informationen.

Lasst uns diese Erkenntnis nutzen, lasst uns noch mehr im Gespräch sein und diese Sichtbarkeit mit innovativen Aktionen in mehr abgesicherte und neue Parzellen umsetzen zum Nutzen der Gesellschaft, der Fauna und Flora und einer nachhaltigen Zukunft.

Lesen Sie den beigefügten Artikel: “Diaries unearth benefits of allotments” und unterbreiten Sie den Politikern und Behörden diese Daten.

Von Unkräutern und beliebten Pflanzen

Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus)

Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Weitere Namen: Rundblättrige Wolfsmilch, Hundsmilch

Standort: Gärten, Ruderalstellen, seltener in Äckern und Weingärten.

Vorkommen: Von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen; in den Alpen bis etwa 800 Meter Seehöhe.

Wuchshöhe: 5 bis 30 Zentimeter

Stängel: Vom Grund an verzweigt, kahl, hellgrün, manchmal rötlich überlaufen.

Keimblätter: Eiförmig-oval, ungefähr acht Millimeter lang.

Laubblätter: rundlich bis verkehrt-eiförmig, gestielt, ganzrandig, kahl, 10 bis 20 Millimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit, die unteren wesentlich kleiner.

Blühzeit: Juni bis Oktober

Blüte: Gelbgrün. Die endständige Scheindolde ist meist drei-strahlig. Die Hüllchenblätter sind dreieckig bis eiförmig, meist spitz auslaufend. Die Nektardrüsen habe lange, haarfein auslaufende Hörner.

Früchte/Samen: Die Fruchtkapsel hat sechs-flügelförmige Längsleisten. Sie ist glatt und zirka 2,5 Millimeter groß. Der Samen ist nahezu sechskantig, eiförmig, 1,5 x 1 Millimeter groß.

Lebensdauer: einjährig

Bedeutung:
in der Landwirtschaft: sehr geringe Konkurrenzkraft; in Äckern eher selten.
im Gartenbau: in Weingärten vorkommend, aber eher selten
im Haus- und Kleingarten: als Unkraut in Gärten von größerer Bedeutung

Zeigerwert für:
Temperatur: mäßige Wärme bis Wärme zeigend
Feuchte: auf trockenen bis mittelfeuchten Böden
Stickstoff: häufiger auf stickstoffreichen Böden

Dr. G. Bedlan

Literatur
Bedlan, G.: Wildgemüse. Verlag Jugend & Volk Wien, 1997.
Bedlan, G.: Unkräuter - Bedeutung in Gartenbau und Landwirtschaft. Öst. Agrarverlag, 9. Auflage, 2010
Ellenberg, H.; Weber, H. E.; Düll, R.; Wirth, V.; Werner, W.; Paulißen, D.: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa.
Erich Goltze KG Göttingen, 2. A., 1992.
Hanf, M.: Ackerunkräuter Europas mit ihren Keimlingen und Samen. Verlags Union Agrar, 4. A., 1999.

 

Usambaraveilchen (Sainpaulia)

Schon seit vielen Jahren zählt das Usambaraveilchen zu den beliebtesten Pflanzen, die unsere Wohnzimmer schmücken. Sie werden das ganze Jahr über in zahlreichen Varianten mit einfachen, gefüllten, gewellten oder gekrausten Blüten in weiß, rosa, rot, violett, blau, zweifarbig und auch als Minis angeboten.

Ihre Geschichte ist sehr romantisch: Am späten Nachmittag eines Sommertages im Jahre 1892 ging der deutsche Gouverneur in Deutsch-Ost-Afrika zusammen mit seiner Braut in seiner Gummibaum- und Vanille-plantage spazieren. Vor der Hitze des Tages suchten sie in den schattigen Wäldern entlang eines Flusses Schutz. Als die beiden plötzlich auf eine ihnen bislang völlig unbekannte Blume stießen, war der Bräutigam so begeistert, dass er seiner Verlobten ein Bouquet dieser „afrikanischen Veilchen“ pflückte. Der Name dieses Mannes war Baron Adalbert Emil Walter Redcliffe Le Tanneux von Saint Paul. Er wurde am 12. Januar 1860 geboren.
Am 12. Dezember 1940 starb der Entdecker des Usambaraveilchens in Berlin. Und dabei war Baron von Saint Paul bei weitem kein so großer Blumenliebhaber wie sein Vater Ulrich, der seine Gutsbesitzungen in Fischbach, einem schlesischen Ort, hatte. Seinen Schlosspark zierten aber auch die seltensten Freilandpflan-zen, die er von seinen vielen Reisen mitgebracht hatte. Adalbert zögerte also keinen Moment, als er die für ihn vollkommen neuen Pflanzen in Afrika entdeckt hatte, seinem Vater Ulrich einige Samen, möglicherweise auch Pflanzen, zu schicken. Als der Gärtner in Deutschland die ersten Pflanzen großgezogen und Pflanzen zum Blühen gebracht hatte, war er begeistert von diesem Schatz, den er aus Afrika erhalten hatte. Auch er zögerte nicht lange und ließ einige der Exemplare seinem Freund Hermann Wendland zukommen, dem da-maligen Direktor des Botanischen Gartens in Hannover-Herrenhausen. Dieser Mann gab den Pflanzen zu Ehren der Familie, von der er sie bekommen hatte, den neuen Gattungsnamen Saintpaulia. Der Artname io-nantha hingegen kommt aus dem Griechischen und bedeutet „veilchenähnlich“. Beschrieben hat sie Wend-land in einer Ausgabe der Zeitschrift „Gartenflora“ des Jahres 1893.

Familie: Saintpaulia zählen wie Streptocarpus (Drehfrucht), Columnea (Kolumnee), Sinninga (Gloxinie) oder Achimenes (Schiefteller) zu den Gesneriaceae.

Ihre Heimat sind die Usambara-Berge Ostafrikas/Tansania.

Die Blütezeit ist abhängig vom Alter der Pflanzen, doch blühen sie meist das ganze Jahr hindurch nur durch eine mehrwöchige Ruhepause unterbrochen.

Der Standort sollte hell bis halbschattig, jedoch ohne direkte Sonne gewählt werden.

Die Temperaturansprüche liegen im Sommer bei 20°C und darüber, im Winter nicht unter 18°C. Vorsicht ist dann beim Lüften angesagt, denn bereits Temperaturen um 2 bis 3°C können bei diesen sehr kälteemp-findlichen Pflanzen zu schweren Schäden führen. Das Gießwasser sollte immer gut temperiert und weich sein, da durch zu kaltes oder sehr kalkhaltiges Wasser helle ringförmige Flecken auf den Blättern entstehen. Ferner sollten die Blätter beim Gießen nicht benetzt werden. Durch stauende Nässe ersticken die Wurzeln und beginnen zu faulen, die Blätter werden schlaff, verfärben sich und werden weichfaul, daher sollte Über-schusswasser immer abgegossen werden. Von Frühjahr bis Herbstbeginn sollten die Pflanzen leicht gedüngt werden, doch höhere Salzkonzentrationen im Substrat sind zu vermeiden. Verblühtes sollte regelmäßig ent-fernt werden. Die Vermehrung ist durch Blattstecklinge sehr einfach und gelingt bei ausreichender Boden-wärme (ca. 20°C) auch Anfängern leicht.

Krankheiten und Schädlinge treten vor allem bei Lufttrockenheit (Blattläuse, Wollläuse) oder bei zu hoher Feuchtigkeit und niederen Bodentemperaturen (Thripse, Grauschimmel, Phytophthora, Pythium, Rhizoctoni-a) auf. Manchmal kann der Echte Mehltau zu Schäden an den Blüten führen.

Zusammenfassung:
• Relativ pflegeleicht
• Dekorativ
• Vor praller Sonne schützen
• Kein kaltes Gießwasser verwenden
• Vermehrung über Blattstecklinge einfach

Wussten Sie schon: Europäischer Besuch in den Gärten

Dieses Jahr wird zum 3. Mal das Event: Besuchen Sie die Gärten organisiert.

Datum: 4.-6. Juni 2021
Thema: Vermittlung von Wissen.

Teilnehmende Länder: Deutschland, Andorra, Belgien, Kroatien, Spanien, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Ungarn, Italien, Litauen, Luxemburg, Monaco, die Niederlande, Polen, Portugal, die Tschechische Republik, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, die Schweiz.

 

Diese europäische Veranstaltung bietet Gelegenheit, eine Vielzahl von privaten und öffentlichen Gärten aller Stilrichtungen, Epochen und Größen zu besuchen und die gemeinsamen Merkmale dieser Gärten in ganz Europa zu würdigen. (Möglicherweise kann die Pandemie Aenderungen in den geplanten Ereignissen hervorrufen).

https://openagenda.com/rdvj-2021-europe?lang=de

Warum sollten wir nicht auch unsere Kleingärten bei dieser Gelegenheit öffnen unsere Vorteile und unser Know-How zeigen und erklären?

Ich zähle auf Sie!

Ein Beispiel einer erfolgreichen grenzüberschreitenden Kooperation

Die größte Gartenausstellung “Nordiska Trädgårdar” in den nordischen Ländern fand vom 25.-28. März 2021 statt. Durch die aktuellen Begebenheiten wurde die Ausstellung dieses Jahr digital organisiert.

Ulrica OTTERLING, Geschäftsführerin des schwedischen Kleingärtnerverbandes, hat Tina WESSMANN, ihre Kollegin im finnischen Verband, kontaktiert mit der Frage ob der Verband mit einer digitalen Präsentation teilnehmen möchte. Und natürlich wollten sie das!

Tina hat sofort angefangen zwei Vorträge vorzubereiten. Auch erhielt sie einen schönen Videobeitrag von dem einzigen schwedisch sprechenden Verein (und der älteste, welcher noch am ursprünglichen Ort besteht) in Helsinki. Es gab noch ein zusätzliches Video vom Verein, auf Basis des Dokumentarfilms, welcher vom finnischen Fernsehnen YLE bestellt wurde, und anlässlich des 100. Jubiläums des Vereins vorgestellt wurde.

Der Vortrag „die Kleingärten in Finnland“ gab eine geschichtlichen Uebersicht über die Kleingärten in Finland und unterstrich in grossen Zügen die speziellen Charakteristiken der Kleingärten vorort. Der Vortrag „Fokus auf die finnischen Kleingärtner“ stellte das Umweltprojekt des Finnischen Verbandes vor und die verschiedenen Typen von Kleingärtnern, welche aus der Analyse einer weitgefächerten Erhebung hervorgingen. (vorgestellt im Bindestrich 69)

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg

https://www.nordiskatradgardar.se/

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