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Bundeskleingartenkongress und Tag des Gartens in Berlin

Vom 18.-19. Mai 2017 fand der 4.Bundeskleingartenkongress in Berlin statt.

DE1Ca 300 Delegierte diskutierten die zukünftigen Herausforderungen des Kleingartenwesens. Viel Prominenz war anwesend. Unter ihnen war Staatssekretär Adler. Malou Weirich vertrat das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux.

Das Jahr 2017 ist Wahljahr und somit ein Jahr politischer Weichenstellungen. Auch der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) – Dach und Vertreter der Interessen von knapp einer Million organisierten Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern – mischt sich ein. Er macht sich stark für mehr Stadtgrün und – selbstverständlich – für den Erhalt von Kleingärten. Die kleinen Gärten haben einen positiven Einfluss auf den sozialen Zusammenhalt in Städten und Gemeinden. Sie helfen, das Kulturgut Gärtnern zu bewahren und leisten einen Beitrag zum Schutz und zur Verbesserung des Stadtklimas. Sie wirken sich positiv auf die Biodiversität – sowohl der Stadtnatur als auch der Kulturpflanzen – aus. Kleingärten steigern nicht nur die Lebensqualität in Städten und Gemeinden, sie können auch das Erscheinungsbild der Kommunen maßgeblich verbessern.

Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde stellt daher folgende Forderungen an zukünftige Politik:

Den Schutz der Kleingärten als Grüne Infrastruktur sichern: Festhalten am Bundeskleingartengesetz in seiner bewährten Form.
Die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Kleingärten durch die Kommunen fördern: Kleingärten in den Programmen der Städtebauförderung und in weiteren zukünftigen Infrastrukturprogrammen explizit als möglichen Adressaten für Maßnahmen festschreiben.
Bei zukünftig anstehenden Neuregelungen von Kompensations- und Flächenausgleichsregelungen: ökologisch aufgewertete Kleingartenanlagen als Ausgleichsflächen anerkennen. Entsprechende Forschungsvorhaben und Modellprojekte sollten durch die Bundespolitik gefördert werden.

Wissenschaftspreis des BDG

DE2Peter Paschke freute sich, auf den Wissenschaftspreis des BDG aufmerksam zu machen und sozusagen den offiziellen Startschuss zu geben. "Der Wissenschaftspreis soll zur stärkeren Präsenz des Themas Kleingärten beim akademischen Nachwuchs in den Bereichen Stadt-, Regional und Landschaftsplanung führen sowie junge Stadtentwickler und Planer für das Potenzial, das Kleingärten für die grüne Infrastruktur haben, sensibilisieren.

Der BDG möchte Ideen und innovative Ansätze auszeichnen, die Kleingärten in vorbildhafter Weise in Projekte zur Erhaltung der Umwelt, zur Stabilisierung des Sozialgefüges und damit zur Lebensqualität in Städten und Gemeinden einbinden.

Besonderes Anliegen ist es, solche Arbeiten und Projekte auszuzeichnen, die eine Vorbildwirkung für grüne und soziale Stadtentwicklung besitzen und zur modernen Entwicklung grüner Infrastruktur beitragen".

Am 20. Mai fand die bundesweite Eröffnungsfeier des Tages des Gartens in den "Gärten der Welt" auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) statt.

Der Tag des Gartens stand unter dem Motto "Kleingärten: Lebendiges Grün für wachsende Städte". Als Vorreiter der Urban-Gardening-Bewegung machten die Kleingärtner mit diesem Tag auf die Notwendigkeit von Grün in den Städten aufmerksam: Viele der mehr als 14.000 Kleingärtnervereine Deutschlands öffnen am Tag des Gartens ihre Pforten – und machen das Glück des kleinen Grüns so für alle erlebbar. Besonders für Stadtbewohner bleibt der Kleingarten ein Refugium von unschätzbarem Wert: Ein Kleingarten ist nicht einfach nur ein Garten, er bietet Erholung und Ausgleich im Grünen – und zwar inmitten von Häusern und Straßen.

Nach dieser Eröffnungsfeier wurde dem Kleingartenverein "am Kienberg" die Office-Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern von Office Präsident Peter Paschke und Generalsekretärin Malou Weirich verliehen.

Diese Kleingartenanlage mit ca. 400 Mitgliedern wurde in den Jahren 1983 bis 1985 entwickelt.

Das Areal umfasst etwa zehn Hektar mit 260 Kleingartenparzellen. Die Parzellen haben eine durchschnittliche Größe von 350 bis 450 qm.

In den vergangenen Jahren haben sich die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner des Vereins sehr konsequent darauf verständigt in ihrer Kleingartenanlage giftfrei zu gärtnern.

Stefan Tidow (Staatssekretär für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz), Peter Paschke, Burkhard Träder (1. Vorsitzender der KGA „Am Kienberg“), Malou Weirich, Günter Landgraf, Gert Schoppa.In den zurückliegenden drei Jahren wurde der Obstbaumbestand auf den Gemeinschaftsflächen der Kleingartenanlage durch die Pflanzung von ca. 300 weiteren alten einheimischen Obstbaumsorten ergänzt. Viele davon dienen als Bienenweide. Im Kleingartenverein sind inzwischen drei Kleingärtner auch Imker.

Der Kleingartenverein lädt die Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtbezirkes gemeinsam mit der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf zu Workshops ein, in denen die fachgerechte Beschneidung von Obstgehölzen demonstriert wird.

Auf den Hauptwegen der Kleingartenanlage wurden Lehrpfade und Kräuterbeete sowie viele Nistkästen angebracht.

Dies sind nur einige der Tätigkeiten dieser Kleingärtner im Bereich des Natur- und Umweltschutzes.

 

Delegiertenversammlung am 20. Mai 2017 in Sankt Gallen

Wie alle zwei Jahre fand am 20. Mai 2017 die Delegiertenversammlung der Schweizer Familiengärtner statt.

Eine wichtige Versammlung, da Walter Schaffner nach 28 Jahren Verbandsarbeit und 12 Jahren als Präsident sein Mandat an Christophe Campiche weiter gab.

CHVon den Schweizer Familiengärtnern, wie vom Office International, gab es ein herzliches Dankeschön an Walter Schaffner für die geleistete Arbeit sowie die besten Glückwünsche an Christophe Campiche um erfolgreich die anstehenden Herausforderungen anzugehen.

Neben den statutarischen Aufgaben wurde auch die beigefügte Resolution angenommen.

Familiengärten stellen in der Stadt, und speziell in einer kompakten Stadt, eine gesunde Umwelt dar, sind attraktive Räume für Erholung und Freizeit, fördern die Gesundheit und die zwischenmenschlichen Beziehungen, sind Lebensnischen für Fauna und Flora, um nur diese Wohltaten zu nennen.

pdf document Resolution

 

Kleingärten im Blickpunkt

Ein kleinerer aber nicht weniger produktiver Stand auf der Harrogate Spring Flower Show 20. – 23. April 2017 (Großbritannien)

Nach einer Zwangspause aus gesundheitlichen Gründen im Anschluss an all die anstrengenden Erfolge mit den Ausstellungskleingärten im vergangenen Jahr, beschloss ich, mich in diesem Jahr auf Prospektstände zu beschränken und nur wenn Not am Mann sein sollte an der Erstellung von Ausstellungskleingärten mitzuwirken.

Roscoe und ichDaher baute ich auf der diesjährigen Harrogate Spring Flower Show lediglich einen dekorierten Prospektstand als Werbung für die Kleingärten auf, der unter der Flagge des Kleingartenverbands Yorkshire (YAGF) und des Nationalen Kleingartenverbands stand. Für die Kinder boten wir zudem auch das Anpflanzen von Samen an. Darüber hinaus lud ich das Team des MyHarvest-Projekts an der Universität Sheffield ein, sich mit uns zusammenzutun, da sich dieses Projekt als sehr förderlich für unsere Kleingartenbewegung erweisen könnte. Sie entsandten ein Team aus Freiwilligen zur Besetzung Ihres Teils des Stands, das die freiwilligen Mitarbeiter des YAGF hervorragend ergänzte. Ihr Koordinator Roscoe Blevins war der geborene Entertainer und passte perfekt zu meinem eher extrovertierten Ansatz zur Werbung für Kleingärten. Der gemeinsame Stand funktionierte extrem gut, da wir uns gegenseitig Kunden zuspielen konnten. Die Projektverantwortlichen nahmen die Kontaktdaten vieler potentieller Teilnehmer auf.

Und das war noch nicht alles...

 

Voll in Aktion auf der Harrogate Spring Flower Show

Neben dem Aufbau des Kleingarten-Werbestands und seiner Betreuung für die Dauer der Ausstellung, wurde ich erneut darum gebeten, ein Gespräch mit Martin Walker, dem Schöpfer zahlreicher Ausstellungsgärten des Stadtrats von Leeds auf der Chelsea Flower Show, zu führen. Diese fanden jeden Morgen auf der Bühne des Kitchen Garden Magazine statt. Martin und ich sind so verschieden wie Tag und Nacht. Er greift auf seine professionellen Gartenbaukenntnisse zurück und ich berichte von einer sehr bodenständigen und kostengünstigen Art des Gärtnerns und warte dabei mit zahlreichen Hilfsmitteln auf, darunter Betonstahlgewebe als Pflanzenstütze, Gerüstschutznetze als Pflanzenschutz, Kunststoffwasserrohre als Frühbeetabdeckung und vieles mehr. Gewürzt habe ich das Ganze mit einer gehörigen Prise Yorkshire-Humor, ganz abgesehen von meinen geschickt eingeworfenen Kommentaren über die Vorteile des Kleingärtnerns. Es scheint sehr gut anzukommen, denn das Publikum staut sich in den Gängen; wir scheinen also alles richtig zu machen!

2Am Sonntagmorgen wurde ich zu einem Radiointerview für die Tim & Graham Gardening Show von Radio Leeds gerufen. Ich hatte mit den beiden Moderatoren bereits früher im Studio ein paar recht lustige Interviews über Kleingärten geführt, doch dieses Mal fand das Interview in der Ecke einer der Blumenhallen statt. Es ging hier in erster Linie darum, die Werbetrommel für Kleingärten zu rühren und die Beteiligung von MyHarvest an der Ausstellung hervorzuheben. Wie immer entwickelte sich das Interview zu einem recht heiteren Plausch mit unbeschwertem Geplänkel. Es hat Riesenspaß gemacht und gleichzeitig ist es uns gelungen, unsere Botschaft für die Förderung, den Schutz und das Erhalten von Kleingärten und allen damit verbundenen Vorteilen an den Mann zu bringen.

 

Zukunftspläne

Ich hoffe, auf der Great Yorkshire Show vom 11. bis 13. Juli einen weiteren Werbestand für Kleingärten gemeinsam mit MyHarvest organisieren zu können, der erneut unter der Flagge des YAGF und des Nationalen Kleingartenverbands stehen wird.

Phil Gomersall

Cost Aktion: "Urban Allotments in European Cities"

InfosheetDiese Cost-Aktion wurde während 4 Jahren (2012 – 2016) durchgeführt (Die Schlussveranstaltung war in Basel vom 8. – 10. September 2016 siehe Beitrag vom 27. September 2016)

Zusätzlich zum Buch: "Urban Allotment gardens in Europe" erschienen 14 Informationsblätter für Kleingärtner, Behörden und andere Interessenten.

Als Anhang finden Sie diese Informationsblätter, welche schon allen nationalen Verbänden geschickt wurden.

Für andere Sprachen siehe: http://www.urbanallotments.eu/fact-sheets.html

 

  1. 1. Wie lässt sich der Verlust von Kleingärten in der Stadtentwicklung verhindern? pdf (download)
  2. 2. Wie kann die Rolle urbaner Gärten in der Stadt gestärkt werden?pdf (download)
  3. 3. Wo sonst können sie Gärtnern, wenn sie keinen Kleingarten finden?pdf (download)
    4.
  4. Einen Gemeinschaftsgarten errichten und betreiben.pdf (download)
  5. 5. Wie können die Motivationen von GärtnerInnen in den Planungsprozess für städtische Gärten
    einbezogen werden?pdf (download)
    6.
  6. Wie macht man aus einem Garten einen individuellen Ort?pdf (download)
  7. 7. Wie können urbane Gärten als Lernorte genutzt werden?pdf (download)
  8. 8. Was ist unter Umweltgesichtspunkten ein guter Ort für einen Garten?pdf (download)
  9. 9. Wie lässt sich Biodiversität in urbanen Kleingärten erhöhen?pdf (download)
  10. 10. Wie erhöht man den Ernteertrag und warum ist das wichtig?pdf (download)
  11. 11. Der Beitrag städtischer Kleingartenanlagen für das Ökosystem.pdf (download)
  12. 12. Wie kann die Wasserversorgung in urbanen Gärten verbessert werden?pdf (download)
  13. 13. Brauche ich gestalterische Unterstützung für meinen Garten?pdf (download)
  14. 14. Wie können Sie Risiken bei der urbanen Lebensmittelproduktion vermeiden?pdf (download)
  15.  

Der Klatschmohn - Papaver rhoeas

Obgleich er zu den "Unkräutern" zählt, genießt der Klatschmohn oder Gartenmohn als wildwachsende Blume im Gemüsegarten große Sympathie.

franceDer uns bereits aus den Abzählreimen unserer Kindheit als liebenswert bekannte Mohn ist sich unseres Wohlwollens sicher, da seine leuchtend rote Blüte einen Hauch Fröhlichkeit versprüht, die die Blicke auf sich zieht. Und selbst wenn der fruchtbare Klatschmohn zuweilen ein wenig aufdringlich wird, möchten wir ihn dennoch nicht vernichten und sehen zu, stets einige seiner Wurzeln zu erhalten. Diese Sympathie reicht sogar bis zu den impressionistischen Malern zurück, die dem Klatschmohn in ihren Bildern oftmals Tribut zollten, wie Claude Monet mit seinen Damen mit Sonnenschirmen und großen Hüten inmitten der scharlachroten Nuancen des Klatschmohns.

Der Klatschmohn stammt aus Nordafrika und aus dem Mittleren Orient. Anfangs wurde er als "Ackerwildkraut" bezeichnet, d.h. er wurde mit der Ernte assoziiert, da er ebenso wie die Kornblume auf Getreidefeldern wucherte. Die Unkrautvertilgungsmittel haben ihn von dort vertrieben, weshalb er nunmehr am Rande von Straßen, Brachland und Gärten anzutreffen ist.

Der Klatschmohn gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae), die über 60 Mohnarten umfasst, von denen einige sehr giftig sind. Wenn er in einem Gemüsegarten auftaucht, verbreitet er um sich herum Unmengen von kleinen, runden und schwarzen Samen, die seine Anwesenheit für viele Jahre sicherstellen. Doch wer beschwert sich schon darüber?

Seine hellgrünen Blätter sind tief eingeschnitten, die sich von Mai bis August öffnenden Blüten sind hellrot mit 4 großen, etwas zerknitterten Kronblättern, die im unteren Bereich einen schwarzen Fleck aufweisen. Sein Stängel ist behaart und stößt beim Abknicken einen weißen, klebrigen Milchsaft aus, der in der Pharmazeutik eingesetzte Alkaloide enthält.

Die Aufgüsse aus den getrockneten Kronblättern werden dank ihrer hypnotischen Fähigkeiten zur Bekämpfung von Schlafstörungen eingesetzt, tragen jedoch auch zur Bekämpfung von Bronchialerkrankungen und Halsentzündungen bei. Der Feldmohn ist zusammen mit Huflattich, Malve und Katzenpfötchen Bestandteil des berühmten "Vier-Blumen-Tees".

Der Feldmohn ist jedoch nicht mit der mit ihm verwandten Art des Papaver somniferum oder Schlafmohns zu verwechseln, der hellviolette Blüten und große, graugrüne Blätter aufweist, und aufgrund seiner starken hypnotischen Fähigkeiten, die einige zur Herstellung illegaler Substanzen nutzen, eindeutig giftig ist. Obgleich es sich beim Schlafmohn um keine weitverbreitete Art handelt, kann es sein, dass er in unseren Gärten auftaucht, aus denen wir ihn nur zögerlich vertreiben, da es sich dabei um eine wirklich prachtvolle Pflanze handelt.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die Samen des Klatschmohns in Konditoreien und Bäckereien eingesetzt werden. Aus den Stängeln werden auch Bonbons und ein Mohnsirup hergestellt, die sich die Stadt Nemours zu ihren Spezialitäten auserkoren hat.

Alain Redon

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