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Der Salat des Winters

Tipps von Ihrem "Eist Uebst a Geméis"-Gärtner (Ihr Gärtner für Obst und Gemüse)

Er wird im Winter oft gerne als delikate Vorspeise serviert - egal ob pur oder in Kombination mit Speck und Ei: der Feldsalat.

saladAllgemeines
In England, Holland, Italien, Frankreich und Deutschland ist der Feldsalat populär und stark im Anbau. Mittlerweile wird er auch in Luxemburg angebaut.
Die Haupterntezeit im Freiland ist von Oktober bis Ende Februar. Feldsalat ist also kälteverträglich. Der Feldsalat zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C und Eisen aus. Feinschmecker sagen dem Salat ein nussiges Aroma nach, welches auf seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen zurück zu führen ist.

Unkompliziertes Gemüse
Feldsalat ist ein dankbares und sehr unkompliziertes Gemüse. Solange man ihn an einem sonnigen Standort ausbringt, gedeiht er fast auf jedem Boden.
Auch in Punkto Nährstoffe stellt er kaum Anforderungen und ist deshalb eine perfekte Nachkultur im Spätherbst, um das Gartenjahr zu vollenden.

Aussaat
Sowohl Flächen- als auch Reihenaussaat ist möglich. Allerdings empfehlen wir die Reihenaussaat, da diese pflegeleichter ist. Der Feldsalat sollte stets unkrautfrei gehalten werden.
Bei der Ausbringung ist darauf zu achten, dass zwischen den Reihen 10 bis 15 cm Platz bleiben, damit die Salatpflanzen sich optimal entwickeln können. Wir empfehlen bei der Aussaat eine kleine Rille von ca. 1 Zentimeter Tiefe mit einem Stock ins Erdreich zuziehen und den Samen dann gleichmäßig darin ausstreuen. Drücken Sie die Erde nach der Aussaat mit einem Brett leicht an, da die Samen einen guten "Bodenschluss" benötigen.

Pflege
Die Samen des Feldsalates benötigen ca. drei bis vier Wochen für die Keimung. In dieser Zeit dürfen die jungen Keimlinge auf keinen Fall austrocknen. Aufgrund der Taubildung im Herbst, steht den Pflanzen im Normalfall genügend Wasser zur Verfügung. Dennoch sollte ein Augenmerk darauf gelegt werden. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, verwenden Sie einfach einen Verdunstungsschutz wie z.B. ein Vlies oder eine Lochfolie. Aber auch hier ist regelmäßige Kontrolle wichtig. Stehen die Pflanzen zu nass, besteht die Gefahr, dass Pilzkrankheiten entstehen.
Eine Düngung ist in der Regel nicht notwendig.

Ernte
Bei der Ernte achten wir darauf, dass diese nicht bei Frost erfolgt, da der Feldsalat sonst sehr schnell matschig wird. Durch Einsatz eines Vlieses können Sie aber noch bei leichtem Frost ernten.
Um zu vermeiden, dass der Feldsalat unnötig Nitrat in Nitrit umwandelt, ist es ratsam, ihn erst am Abend zu ernten, damit er tagsüber die volle Sonne nutzen kann.
Schneiden Sie die Salatblätter dazu knapp über der Wurzel mit einem Messer ab, sodass die Blätter noch zusammenhalten.

Die "Eist Uebst a Geméis" -Gärtner wünschen Ihnen eine gute und geschmackvolle Ernte!

Andreas Löbke

Jahresbeginn 2019

Liebe Kleingärtner/innen

Malou Weirich„Es ist erstaunlich, was man alles schaffen kann, wenn man nur den Mut hat, es zu versuchen“.

Sie fragen sich vielleicht warum ich diesen Satz am Anfang dieses Artikels zum Jahresbeginn schreibe.

Die nationalen Verbände und das Office, d.h. die ganze Kleingartenbewegung, stehen sowohl intern wie auch extern vor großen Herausforderungen um die Zukunft richtig zu gestalten. Ein Stillstand ist keine Option. Die Überlegungen haben schon begonnen um auf unser neues Umfeld zu reagieren. Mut und Weitsicht sind gefordert.

Intern müssen wir vermehrt zu einer Dienstleistungsorganisation für unsere Mitglieder werden. Unsere Zeitschriften sollten – wo notwendig – modernisiert werden. Nicht nur Infos aus den Vereinen, sondern sowohl Beispiele guter fachlicher Praxis aus dem In- und Ausland, wie auch Themen: z.B. ökologisches Gärtnern, Permakultur, Klimawandel, Wasserschutz…….sollen vorgestellt werden. Eine reaktive Homepage, eine gute Facebookseite und das Benutzen weiterer sozialer Medien werden diese Anregungen weiter nach innen und außen tragen. Eine optimale Vernetzung mit andern Kleingärtnerorganisationen und der Abschluss von strategischen Partnerschaften werden unsere Anstrengungen unterstützen und werden dazu beitragen uns sichtbarer zu machen.

Wir müssen dann unsere Vereine und Mitglieder ausbilden und ihnen im Garten und im Vereinsleben die notwendige Hilfestellung geben: Fachberatung, Seminare über das Beantragen von Subsidien, Vereinsmanagement, Buchhaltung. Konfliktlösung, etc. sind nur einige Beispiele unseres Engagements gegenüber den individuellen Kleingärtnern und Vereinen.

Auch extern, in einem neuen Umfeld, müssen wir uns anders aufstellen.

Heute sind neue Formen des „Urbanen Gärtnerns“ das Steckenpferd der Menschen und der Politik, und die Kleingärten, Teil dieses urbanen Gärtnerns, werden dabei oft vergessen. Unsere langjährigen Erfahrungen, unser Beitrag im sozialen- und Umweltbereich, werden nicht genügend wahrgenommen. Andere „Grünorganisationen“ versuchen oft lautstark und ohne Rücksicht uns zu verdrängen.

Desweiteren fehlt der Grund und Boden für mehr Parzellen im städtischen Raum, und im ländlichen gibt es einen Leerstand zu beklagen.

Um dieser Tendenz, dieser Situation entgegen zu wirken müssen wir besser wahrgenommen werden. Die Menschen, andere Organisationen, die Behörden, müssen verstehen für was wir stehen, heute und morgen. Wir müssen unsere Vorteile, unsere Dienstleistungen für die Gesellschaft, unsere Erfahrungen und Know-how verdeutlichen. Wir müssen eine Vision für unsere Bewegung erarbeiten, eine Vision, die es uns ermöglicht, die Bewegung, dort wo notwendig, wirksamer zu machen, sie zu fördern und sie zu schützen. Pioniergeist ist gefragt.

Die Mitglieder müssen verstehen was wir tun, welchen Weg wir einschlagen, sie müssen mit an Bord genommen werden. Diese Vision, dieses gemeinsame Ziel muss dann die Mitglieder vereinen, sie motivieren sich zusammen mit ihren Vorständen in den Vereinen und in den Verbänden für die Entwicklung und die Berücksichtigung unserer Belange einzusetzen.

Wir brauchen den Fortschritt, wir müssen innovieren, Lösungen für die neuen Herausforderungen finden.

Einerseits Verkleinerung der Parzellen um die Warteliste zu reduzieren, dem Problem vom Zeitmangel der werktätigen Bevölkerung und dem Fehlen von Gartenbaukenntnissen Rechnung zu tragen. Andererseits auch Projekte auf leer stehenden Parzellen durchführen, Partner mit einbinden, mit den Behörden, dort wo notwendig, ein Kleingartenentwicklungskonzept erarbeiten und für alle Lösungen finden…….

Bei diesen Überlegungen und Handeln können/müssen wir den Ausspruch von Bill BRADLEY berücksichtigen: „Ambition ist der Weg zum Erfolg. Ausdauer ist das notwendige Mittel“.

Ich wünsche Ihnen für 2019 sowohl eine gute Gesundheit, wie auch Mut, Ambition, Pioniergeist, Optimismus und Ausdauer um unsere Bewegung zu befestigen und weiter zu entwickeln.    

Malou WEIRICH
Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux  

24. BUNDESWETTBEWERB "GÄRTEN IM STÄDTEBAU"

Die Sieger der Kleingarten-Meisterschaft stehen fest

Die Sieger des 24. Bundeswettbewerbs "Gärten im Städtebau" stehen fest: Sechs Gold-, zehn Silber- und vier Bronzemedaillen wurden am 8. Dezember 2018 in Berlin verliehen. Zusätzlich wurden insgesamt 25.500 Euro Preisgeld vergeben. Die Auszeichnungen würdigen besondere soziale, ökologische und städtebauliche Leistungen der Kleingärtnervereine. Das Motto in diesem Jahr lautete: "Kleine Gärten – bunte Vielfalt".

1"Sie geben Insekten ein Zuhause, leben Integration und stehen als Gemeinschaft zusammen: Unsere 20 Finalisten sind herausragende Beispiele dafür, wie wichtig die kleinen Gärten für unsere Städte und Gemeinden sind", erklärt Jürgen Sheldon, Vorsitzender der Jury des Bundeswettbewerbs. "Wir sind stolz auf unsere Kleingärtner, denn sie zeigen, dass sich auch mit begrenzten Mitteln viel erreichen lässt." Alle vier Jahre lassen die Bundesregierung und der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG) die Kleingärtner zur Meisterschaft antreten. Eine Fachjury nimmt alle Finalisten vor Ort genau unter die Lupe und bewertet, ob die Anlagen halten, was sie versprechen.

2Besonders begeistert zeigte sich die Jury in diesem Jahr von der Innovationsfreude der Kleingärtner. Rent-a-Beet-Konzepte machen den Einstieg ins Gärtnern einfach, Ernte wird geteilt, damit Obst und Gemüse nicht vergammeln, und zahlreiche Artenschutzprojekte schaffen Refugien für seltene Tiere – mitunter mitten in der Stadt. Naturnahes Gärtnern steht ohnehin hoch im Kurs – Herbizide und chemisch-synthetische Mittel gegen Pilzbefall und Schadinsekten sind längst passé. In 19 der 20 Anlagen werden Bienen gehalten und Insektenhotels in Luxus-Ausführung gehören zur Standardausstattung. Alle Anlagen zeigen: Die Kleingärtner haben sich längst auf den Weg in die Zukunft gemacht und packen die Dinge an – ob Artenschutz, interkulturelles Zusammenleben oder Generationenzusammenhalt.

Die Ergebnisse auf einen Blick:

GOLD
ging an die Kleingärtner aus Berlin, Chemnitz, Hildesheim, Karlsruhe, Landau und Rottweil.

SILBER
ging an die Kleingärtner aus Bremen, Castrop-Rauxel, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Kellinghusen, Löderburg, München, Schwerin und Torgau.

BRONZE
ging an die Kleingärtner aus Altenburg, Kassel, Osterburg und Neunkirchen.

 

Fotos der Veranstaltung und der Preisträger finden sie unter :
https://www.kleingarten-bund.de/de/veranstaltungen/bundeswettbewerb/Fotos-Preisverleihung/

Hinweis Broschüre
Besonders begeistert zeigte sich die Jury beim 24. Bundeswettbewerb von der Innovationsfreude der Kleingärtner. Ihre Eindrücke, ihre Feststellungen und Empfehlungen sowie 20 liebevolle Portraits finden Sie in der Broschüre Ergebnisse des 24. Bundeswettbewerbs "Gärten im Städtebau". Das Heft steht auf
www.kleingarten-bund.de/de/veranstaltungen/bundeswettbewerb/broschuere/
zum Download bereit.

Thomas Wagner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, BDG

Nistkästen

Zu Beginn des Jahres wurden wir durch die Ergebnisse einer europäischen Studie, welche die sehr starke Abnahme der Zahl der Vögel feststellte alarmiert, vor allem der Spatzen in der Nähe bewohnten Orte. Es gibt hierzu mehrere Gründe. Zum Beispiel das Verschwinden einerseits einer großen Anzahl geeigneter Nistplätze und andererseits die Verringerung des verfügbaren Beutevolumens infolge der landwirtschaflichen Praktiken und des Einsatzes von Pestiziden.

01In unseren Kleingartenanlagen und auf unseren Parzellen können wir, wenn auch nur in bescheidener Art und Weise, auf diese beiden Faktoren einwirken. Zuerst wenn wir Nistkästen aufstellen und dann darauf achten dass es rundherum eine gut gefüllte natürliche Speisekammer gibt.

Bevor Sie einen Nistkasten aufstellen, müssen Sie einen Ort ausgewählt haben, welcher sowohl die Sicherheit der Brut wie auch der Eltern, die sie füttern bestens gewährtleistet. In unsern Gärten kann es wilde Raubtiere z.B. Steinmarder oder Wiesel geben. Aber vor allem, und dies in einer großen Menge, findet man Katzen, bei denen es sich sowohl um wilde Katzen wie auch um Katzen welche einen Eigentümer, gefüllte Schüsseln und weiche Kissen haben, die aber sofort nach Verlassen ihres Zuhauses wieder auf die Jagd gehen. Rezente Studien zeigen nicht nur dass ihr Ausflug viel länger dauert als bisher angenommen und dass die Katzen, die man findet oft nicht die waren, die man erwartet hatte.

Achten Sie also auf alles was als Trittstufe, Versteck oder Sitzstange von unseren Kätzchen genutzt werden kann.

Aus den gleichen Gründen muss ein Nistkasten sehr fest und sicher befestigt sein. Er muss allen Wittrungseinflüssen und allen möglichen unerwünschten Angriffen, insbesondere von Elstern und Krähen Stand halten. Das Vorhandensein einiger buschiger Sträucher ermöglicht es den jungen Vögeln sich zu schützen, wenn sie das Nest zum ersten Mal verlassen.

Damit ein Nistkasten funktionnieren kann, muss er einige Regeln erfüllen: er muss als Nistplatz geeignet sein für die auf dem Gelände vorhandenen Vögel oder für die Vögel, welche man auf das Gelände anziehen möchte.

Eines der wichtigsten Elemente ist der Durchmesser des Fluglochs. Für die kleinen Meisen (Blaumeisen, Haubenmeise, Sumpfmeise, Tannenmeise) und den Sperling sollten es 26 bis 28 Millimeter sein. Für etwas größere Vögel sind wie zum Beispiel die Kohlmeise oder der Rotschwanz mit weißem Gesicht sollte das Flugloch 32 bis 34 Millimeter betragen. Der Abstand zwischen dem Boden des Nistkastens und der Basis des Fluglochs muss mindestens 17 Zentimeter betragen damit die Kücken außerhalb der Reichweite der Räuber bleiben.

Im Nistkasten muss mindestens eines der Bretter genügend rauh sein damit die Nestlinge sich zum klettern daran festklammern können und um das Nest verlassen zu können. Zögern Sie nicht bei Bedarf mit dem Meißel "nachzubessern".

Hier sind die Abmessungen der verschiedenen Elemente für ein einfaches Vogelhaus, das in eine Platte von zwei Meter Länge, 180 Millimeter Breite und 20 Millimeter Durchmesser, dicke geschnitten werden kann.

02Dach: 180 x 220 mm
Boden: 120 x 140 mm
Rückseite: 120 x 270 mm
Vorderseite: 120 x 250 mm
Seiten: 270 x 180 mm

Um andere Vogelarten aufnehmen zu können, können verschiedene Arten von Nistkästen bei der Aufstellung der Lauben integriert werden. Im Norden Frankreichs kann man immer noch "Spatzentöpfe" finden, die sehr gut funktionnieren. Soviel zum Thema Unterkunft der Vögel. Lasst uns nun zu Tisch gehen.

Die strikte Anwendung der Regeln des französischen Kleingärtnerverwbandes (Fédération nationale des jardins familiaux et collectifs) ist hier voll gerechtfertigt. Damit sowohl die Jungvögel wie die Kinder des Kleingärtners eine gesunde und ausreichende Ernährung erhalten muss die Verwendung von Chemikalien und Insektiziden definitif verbannt werden. Da diese Produkte als Insekten fressend angesehen werden muss man zumindest während der Fütterungszeit der Jungen ihnen ihre Beute lassen. Sie kümmern sich sehr gut darum. Es ist selten dass sich die Raupen eines Kohlweißlings in einem Garten mit einem bewohnten Nistkasten komplett entwickeln. Dasselbe gilt für viele Insekten.

Außerdem bringt das Abdecken mit Stroh von Ernten und ein Paar Haufen von Pflanzen im Verrottungsstadium in eine Ecke auch eine beachtliche Beute mit sich.

Auch soll ein Behälter mit Wasser in der Nähe des Nistkastens vorgesehen werden. Wenn das Gefäß groß ist, sollte dauerhaft ein Holzbündel vorhanden sein, welcher auch als Sitzstange dient und so das Ertrinken der Vögel vermeidet.

Die neuen Nistkästen sollten am Anfang des Winters aufgestellt werden. Die Nistkästen, welche sich schon vor Ort befinden und schon gebraucht wurden, sollten vor einer neuen Aufstellung zurselben Zeit am Anfang des Winters geputzt und desinfiziert werden.

Wenn Sie viele Nistkästen aufstellen wollen, dann ist es zwingend notwendig sich mit der Vogelschutzliga in Kontakt zu setzen, die aktualisierte Informationen hat und Ihnen die notwendigen wissenschaftlichen technischen Daten übergeben kann.

Serge Ratié

Erklärung der INGO-Konferenz beim Europarat "Klimawandel und Menschenrechte"

Erklärung der INGO-Konferenz* beim Europarat
im Hinblick auf die vom 3. bis 14. Dezember 2018 im polnischen Katowice stattfindende Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel (COP24)

 

Alarmiert durch die Heftigkeit, die Vielfalt und die Auswirkungen der an Intensität und geographischer Ausdehnung zunehmenden Klimastörungen;

Alarmiert durch die Schlussfolgerungen des Berichtes der zwischenstaatlichen Expertengruppe über die Entwicklung des Klimas (GIEC) angenommenen am 8. Oktober 2018 von den Delegationen der Mitgliedstaaten in Incheon (Südkorea), der die künftige Entwicklung des Planeten mehr denn je von den Entscheidungen im Zusammenhang mit dem menschlichen Handeln abhängig macht und durch das totale Schweigen der politischen Verantwortlichen in Bezug auf diesen Bericht.

Besorgt aufgrund des Unvermögens der Unterzeichnerstaaten des Übereinkommens von Paris (2015) zur Umsetzung ihrer Verpflichtung zur Aufrechterhaltung oder Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen im Hinblick auf die Verwirklichung des gegenwärtig noch weiter herabgesetzten globalen Ziels von +2°;

Im Bewusstsein um die Schwierigkeiten in Bezug auf die Ausarbeitung und künftige Umsetzung der Anwendungsmodalitäten (Rule book) des vorgenannten Übereinkommens seitens zahlreicher Unterzeichnerstaaten, die sich durch einen heterogenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsstand sowie durch ein sehr unterschiedliches Maß an Bewusstsein für die Menschenrechte und deren Regelung auszeichnen;

 

In Anbetracht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, deren 70. Jahrestag mit der COP24 zusammenfällt;

In Anbetracht des besonderen Verweises der Umweltgipfel von Stockholm (1972) und von Rio (1992 und 2012) auf die Menschenrechte.

In Anbetracht des Wortlauts des 1992 in Rio angenommenen Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, wonach "die Vertragsparteien auf der Grundlage der Gerechtigkeit und entsprechend ihren gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und ihren jeweiligen Fähigkeiten das Klimasystem zum Wohl heutiger und künftiger Generationen schützen sollen".

In Erinnerung daran, dass die Millenniumsziele besagen, dass die Zielsetzungen in Bezug auf die Gesundheit und den Umweltschutz unter Gewährleistung der Menschenrechte erreicht werden können; dass die Entwicklungsziele 13 bis 16 sich auf Umwelt- und Klimafragen konzentrieren und dass der Beschluss 13 der COP 23 eine paritätische Vertretung von Frauen und Männern auf allen beschlussfassenden Ebenen und im Kampf gegen den Klimawandel empfiehlt.

In Anbetracht der vom Europarat, der Europäischen Menschenrechtskonvention (1950) als dessen Gründungstext aber auch von der Europäischen Sozialcharta (1996), der Berner Konvention (1979) über die Erhaltung der Natur und dem Europäischen Landschaftsübereinkommen (2000) geförderten Grundsätze und Werte;

In Anbetracht der Empfehlung CM/Rec(2002)1 des Ministerkomitees des Europarates über die Leitlinien für eine nachhaltige räumliche Entwicklung auf dem europäischen Kontinent;

In Erinnerung an die Empfehlung 1885(2009) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates über die Ausarbeitung eines Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention betreffend das Recht auf eine gesunde Umwelt;

In Anerkennung, dass der Zugang der Öffentlichkeit zu Informationen und Gerichten und die Teilhabe der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen, die in Grundsatz 10 der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung als wesentliche Menschenrechte anerkannt wurden, im Übereinkommen über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten (Übereinkommen von Aarhus, 1998) festgeschrieben wurden;

In Anbetracht der vom Ministerkomitee des Europarates angenommenen Leitlinien CM(2017)83 vom 27. September 2017 in Bezug auf die Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen und der Empfehlung CM/Rec(2018)4 vom 21. März 2018 über die Beteiligung der Bürger am lokalen öffentlichen Leben;

Unter Befürwortung der Erklärung des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen für Menschenrechte und Umwelt vom 8. Oktober 2018 anlässlich der Veröffentlichung des jüngsten Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen: "Der Klimawandel gilt als eine der größten Bedrohungen für die Menschenrechte… Er hat gegenwärtig und wird auch künftig verheerende Auswirkungen auf eine Vielzahl von Menschenrechten haben, wie insbesondere auf das Recht auf Leben, auf Gesundheit, auf Nahrung, auf Wohnraum und auf Wasser, sowie auf das Recht auf eine gesunde Umwelt."

In Anbetracht des vorgenannten Berichts, der an die absolute Dringlichkeit der Einhaltung der Vereinbarungen von Paris erinnert, den Anstieg der globalen Temperatur unter 1,5° zu halten,

- bestätigen, dass es von größter Wichtigkeit ist, den Klimawandel an die Spitze der Handlungsprioritäten zu stellen, um die künftige Entwicklung der Menschheit und des Planeten sicherzustellen;

- sind überzeugt, dass die erforderlichen und dringenden Lösungen nur unter Einbeziehung der gesamten Zivilgesellschaft in sämtliche Mobilisierungs- und Entscheidungsebenen gefunden werden können;

- fordern, dass die internationalen Verhandlungen den strikten Rahmen der Verringerung von Treibhausgasen verlassen und den Schutz der Grundrechte aller Menschen einbeziehen, unter Berücksichtigung der Auswirkungen sämtlicher mit dem Klimawandel verbundenen Phänomene auf die Ausübung dieser Rechte;

- fordern, dass die Achtung des Rechts auf Leben, Würde und Mobilität die Umsetzung internationaler Vorschriften umfasst, die die Staaten und die regionalen Institutionen wie die EU und die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften zur unverzüglichen Beachtung der nachstehenden Faktoren verpflichten:

o die durch die extremen Wetterereignisse und die langsame Verschlechterung der Böden und Unterböden verursachte Bedrohung der Lebensräume, des Wassers und der Nahrungsressourcen,

o die regelmäßige Bewertung der durch den Klimawandel erhöhten natürlichen und industriellen Risiken,

o die Prävention von politischen und gesellschaftlichen Konflikten im Zusammenhang mit der daraus entstehenden gemeinsamen Nutzung der Ressourcen;

o die Aufnahme der aufgrund von Hochwasser, der Verknappung lebenswichtiger Güter oder des Entzugs wesentlicher Dienstleistungen aus ihrem Lebensraum vertriebenen Völker,

o die Entschädigung der ihren Gütern beraubten Völker, Hilfe oder Unterstützung für diese Völker;

o die Berücksichtigung der ärmsten und schwächsten Völker, die dem Klimawandel potentiell am stärksten ausgesetzt sind

- empfehlen, dass die Staaten und regionalen Institutionen zur Verwirklichung der in den vorstehend angeführten Rechtstexten festgesetzten Zielsetzungen wirksame und gerechte Verwaltungsmaßnahmen in Verbindung mit finanziellen Anreizen ins Leben rufen

Inoffizielle Übersetzung

pdforiginal Dokument (englisch)

*(INGO ist der Zusammenschluss von 307 internationalen nicht staatlichen Organisationen (OING) mit partizipativem Status beim Europarat)

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