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Das Europäische Saatgutrecht wird erstmals seit Jahrzehnten neu verhandelt

„Viele regionaltypische Obst- und Gemüsearten und -sorten, die über Jahrhunderte in Kloster- oder Bauerngärten kultiviert wurden, sind inzwischen – meist völlig unbemerkt – verschwunden. Nach Schätzungen sind seit 1900 weltweit 75 Prozent der Kulturpflanzensorten ausgestorben. 90 Prozent aller bekannten Tomatensorten werden nicht mehr gehandelt, viele davon existieren überhaupt nicht mehr. Das Anpflanzen und Vermehren alter Obst- und Gemüsesorten ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der genetischen Vielfalt unserer Kulturpflanzen. Regionaltypische Sorten bereichern nicht nur den Speisezettel, sondern sind – weil standortangepasst – oft auch robuster, widerstandsfähiger und deshalb einfacher und sicherer im Anbau“ (Positionspapier „Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von Kleingärten“, Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.).

Das Europäische Saatgutrecht wird erstmals seit Jahrzehnten neu verhandelt. Es ist uns wichtig, dass die Kulturpflanzenvielfalt erhalten und gefördert wird. Derzeit laufen die Aushandlungsprozesse, politische Mitgestaltung ist jetzt möglich und nötig. Im Januar 2022 findet beispielsweise die öffentliche Konsultation statt: „Have your say “ (europa.eu; Bürgerbeteiligungs-Portal der Kommission).

Das 15. Symposium Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt vom 12.-14.11.2021 mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Vielfaltsakteure aus dem deutschsprachigen Raum zeigte die Bedeutung dieser Reform auf. Noch sind die vier Optionen in einer von der EU-Kommission beauftragten Studie noch vage formuliert, aber schon jetzt wird deutlich, dass der Kulturvielfalt zwar Gehör gegeben wird, aber ihre Sicherung und Förderung noch keineswegs fest verankert sind. Daher ist es notwendig, sich politisch einzubringen.

Der BDG und die Federation Internationale Jardins Familiaux werden sich weiterhin für den Erhalt und die Förderung der Vielfalt an Kulturpflanzen einsetzen.

Link zur erwähnten Studie: prm_leg_future_prm-study_sum_en.pdf (europa.eu)
oder ausführlicher: pdf (europa.eu)

Kleingärten zeigen wie’s geht – produktiv und nachhaltig

Seit etwa 200 Jahren gibt es in Deutschland Kleingärten für den Anbau gärtnerischer Erzeugnisse für den Eigenbedarf, anfangs aus purer Notwendigkeit, um sich mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln zu versorgen, heutzutage aus Freude am Gärtnern, als Erlebnis für die Kinder und für gesunde Bio-Erzeugnisse. „Urban Gardening“ liegt im Trend.

Nicht zu unterschätzen ist aber nach wie vor der Wert, den die Kleingärten für die Versorgung mit Lebensmitteln haben. Gewusst wie, kann sich eine Familie über den ökologischen Anbau von Obst und Gemüse auf einer Parzelle das ganze Jahr lang selbst versorgen. Schätzungsweise 5 Mio. Menschen nutzen die Vorzüge des über das Bundeskleingartengesetz geschützten Kleingartenwesens, eine Ausgangssituation, die international ihresgleichen sucht.

Was bei uns ein Hobby ist, bildet global gesehen als „kleinbäuerliche Landwirtschaft“ das Rückgrat der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Diese Formen der Nahrungsmittelerzeugung in den Blick zu nehmen und wissenschaftlich weiter zu erforschen, lohnt sich!

Der BDG unterstützt daher „Hidden Champions", ein Diskussionspapier des Deutsche Schreberjugend Bundesverbandes e.V., das anhand von Einzelbeispielen und wissenschaftlichen Studien die Potentiale und die Bedeutung des Eigenanbaus in Kleingärten beleuchtet.

In Anbetracht der Herausforderungen unserer Zeit sind wir mehr denn je auf eine nachhaltige sozial-, natur- und umweltverträgliche Landbewirtschaftung und Nahrungsmittelerzeugung angewiesen. Unsere Kleingärten zeigen, wie es gehen kann, regional und saisonal, ökologisch, umweltgerecht und klimafreundlich! Zudem wird das Wissen zum Eigenanbau von Obst- und Gemüse hier seit eh und je gefördert und an Kinder und Erwachsene weitergegeben. Dies gilt es zu erhalten und weiter auszubauen!

Eva Foos, BDG

 

Das Paper „Hidden Champions“ gibt es hier zum Nachlesen:

https://deutsche-schreberjugend.de/projekte/hi/

COP26 31. Oktober bis 12. November 2021

Die OINGs des Komitees “Umwelt und sanitäre Krise” im Zusmmenschluss der INGOs beim Europarat melden sich zu Wort und verlangen Solidarität und ein dringendes Handeln der Staaten, der Wirtschaftsakteure und der Zivilgesellschaft um das gemeinsame Haus zu erhalten.

Der ständige Ausschuss der Konferenz der INGOs beim Europarat stimmte diesem Text zu.

PDF englisch

Weltkongress der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN): Die französischen Kleingärtner waren anwesend!

Es wurde schon viel über den Weltkongress der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) berichtet, welcher vom 3. bis 11. September 2021 in Marseille Experten aus der ganzen Welt versammelte und vom Präsidenten der Französischen Republik eröffnet wurde. Das Thema dieses Treffens war die biologische Vielfalt und ihre Erhaltung. Eine Idee, welche die französischen Kleingärtner gut kennen.

Vielen Dank an die Präsidenten der Gartenanlage und an die Kleingärtner, die den Fragebogen unserer Umfrage zur biologischen Vielfalt beantwortet haben! Sie gaben uns die Möglichkeit, zweimal während der „Espaces Génération Nature“ zu sprechen, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Die drei anwesenden Mitglieder des Verwaltungsrates konnten mit gut ausgewählten Fotos veranschaulichen, was die Kleingärten in Bezug auf die kultivierte Artenvielfalt, das Vorhandensein von Hilfspflanzen und das Zusammenleben mit Pflanzen- und Tierarten leisten können. Die Ergebnisse unserer Erhebung über die biologische Vielfalt wurden vorgestellt. Konkret war der Garten von Badis Merad in Marseille ein sehr gutes Beispiel, das sogar das Recht auf einen Artikel in der Zeitschrift „Jardin familial de France“ hatte. Es wurden sehr interessante Kontakte mit den Zuschauern geknüpft, die viele Fragen stellen konnten.

Das Logo der Fédération Française des Jardins Familiaux et Collectifs (Französischer Gärtnerverband) und die Zusammenfassung ihrer Intervention wurden in das Programm aufgenommen, das dem Verband auch Verbindungen zu anderen Strukturen in der ganzen Welt verschaffen soll.

Ein Beitrag zur Artenvielfalt

28. August 2021: Einweihung eines neuen Arboretum in Skellefteå, Schweden

„An diesem Wochenende verbrachte ich einen wunderschönen Tag bei der Vereinigung “Dalkarlsliden” in Skellefteå. Der Anlass waren die Feiern zum 100. Jubiläum des schwedischen Kleingärtnerverbandes (Koloniträdgårdsförbundet). Der Höhepunkt des Tages war die Einweihung des neuen Arboretums, wo ich auch einen Baum pflanzen konnte. Auf einer vorher leeren Rasenfläche wurden 70 neue Bäume und Sträucher von mehr als 30 verschiedenen Sorten gepflanzt. Das nenne ich eine langfristige Investition in die Artenvielfalt! Die Sonne schien, alle Kleingartenparzellen sahen fantastisch aus und die Anlage war voller glücklicher und netter Besucher“ unterstreicht Ulrica Otterling, Direktorin des schwedischen Kleingärtnerverbandes.

 

Diese Einweihung ist Teil unserer Kampagne: „Kleingarten liebt Bäume“

Während unseres Jubiläumsjahres haben alle unsere 229 Vereine an der Aktion Tausende von neuen Obstbäumen und Beerensträuchern in ganz Schweden zu pflanzen teilgenommen. Wir wollten zeigen, wie viele positive Beiträge Kleingartenanlagen leisten, und dies nicht nur für die Kleingärtner, sondern für die ganze Gesellschaft. Die Kleingartenanlagen weisen eine große Artenvielfalt auf, die durch die Kampagne während der nun über 2000 neue Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt wurden, hervorgehoben wird.

Das Pflanzen von Bäumen ist das Beste das man für die biologische Vielfalt tun kann und dies gehört zu den globalen Umweltzielen, die auch alle Gemeinden anstreben.

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