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Markenzeichen Obst und Gemüse: Warum ein Kleingarten das Familienbudget entlastet

Bereits vor 200 Jahren erfüllten Kleingärten auch weniger privilegierten Menschen den Traum vom eigenen Stück Grün: oft bescheiden, aber stets von unschätzbarem Wert. Den Kleingarten prägt seit seiner Entstehung vor allem der Anbau von Obst und Gemüse; Erholung und Aufenthalt an frischer Luft waren stets inklusiv.

01Waren in früheren Zeiten Höchsterträge das Ziel der Kleingärtner, steht heute die Qualität der produzierten Lebensmittel im Fokus. Selbst gezogenes Obst und Gemüse hat in unserer Konsum- und Skandalgesellschaft die Aura des Besonderen, denn wer wirklich gesunde Lebensmittel ernten will, muss ökologisch und nachhaltig wirtschaften. Für moderne junge Städter gehört der Kleingarten inzwischen zum urbanen Lebensgefühl. Für Haushalte mit kleinem Einkommen macht er Nahrungsmittel in Bio-Qualität erschwinglich. Deshalb trägt ein gut bewirtschafteter Kleingarten auch im 21. Jahrhundert zur Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln bei und wird seiner Definition weiterhin gerecht: er dient dem Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf. Da in Kleingärten fast ausnahmslos ökologisch gegärtnert wird, führt der Eigenanbau zwangsläufig zu saisonalem und regionalem Genuss und unterstützt nachhaltigen Konsum. Geschickt geplant, entlastet er jede Haushaltskasse spürbar.

Die BDG-Arbeitsgruppe Fachberatung zog in einer Konzept-Studie erstmals Bilanz. Untersucht wurde die Ernte von Obst, Gemüse und Kräutern auf einer 321 Quadratmeter großen ökologisch bewirtschafteten Kleingartenparzelle in Leverkusen. Der fiktive finanzielle Ertrag betrug mehr als 1.120 Euro. Nach Abzug der Aufwendungen zur Bewirtschaftung erzielte der Kleingarten ein Ergebnis von 710 Euro. Für eine Familie mit knappem Budget kann dieser Betrag einen großen Unterschied bei der Frage ausmachen, wie weit soziale Teilhabe möglich ist.

02Ausdrücklich unberücksichtigt blieb in der Rechnung die im Bundeskleingartengesetz als Bestandteil der kleingärtnerischen Nutzung zugeordnete Erholungsnutzung. Eine finanzielle Bewertung dieser Erholungsnutzung würde den Ertrag, den ein Kleingarten abwirft, deutlich erhöhen.

Noch deutlicher wird der positive Beitrag eines Kleingartens zum Haushaltsbudget nämlich beim Blick auf Feiern, die in einer kleinen Geschosswohnung für eine Familie oft nicht auszurichten wären: Allein bei einem einzigen Einschulungsfest mit rund 20 Gästen beträgt die Ersparnis gegenüber einer Feier in einem Restaurant oder Kaffeehaus schnell einige Hundert Euro. Auch ohne etwas zu konsumieren hat die Erholung im Grünen oftmals ihren Preis: In Berlin kostet die Jahreskarte der landeseigenen Grün Berlin GmbH für eine Familie mit drei Kindern 105 Euro. Nur so ist der Zutritt zu allen gepflegten Garten- und Parkanlagen Berlins möglich. Im Kleingärtnerverein ist dagegen alles inklusiv: Feste und Veranstaltungen, guter Rat vom Vereinsfachberater und erst recht der Aufenthalt. Kleingärten bieten Erholung im Grünen für alle Städter und leisten gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Haushaltseinkommen. Mehr Zahlen und Informationen unter:
www.kleingarten-bund.de/de/bundesverband/positionspapiere/kleingarten-familienbudget/

Thomas Wagner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, BDG

PS.: Der positive Beitrag eines Kleingartens zum Haushaltsbudget wurde auch schon 1999 beim internationalen Kongress des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux in Brüssel auf Basis eines Vergleiches festgehalten und durch Untersuchungen in andern Ländern mehrfach bestätigt. Die rezente Studie des BDG bestätigt diese Daten nochmals.

Bienen, Wespen, Hummeln oder Hornissen: Worin unterscheiden sie sich?

Sobald es draußen wärmer wird, kehren die Insekten in unsere Gärten zurück, wenngleich noch etwas benommen von der winterlichen Kälte. Wir hegen zahlreiche Vorurteile gegenüber Insekten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden: So gelten Hornissen und Wespen als gefährlich, Hummeln als harmlos und Bienen als äußerst nützliches Volk. Dabei müssen Sie wissen, dass es sich bei all diesen Insekten entgegen des weitverbreiteten Glaubens um nützliche Tiere handelt, die längst nicht so gefährlich sind, wie wir zuweilen annehmen.

 

BeeDie Hausbiene (Honigbiene) "Apis mellifera"

• Die Hausbiene wird 11 bis 13 mm groß, ist stämmig, behaart und ihr Hinterleib ist schwarz gestreift.
• Sie ist nicht angriffslustig (es sei denn, man nähert sich dem Nest).
• Sie interessiert sich nicht für unsere Nahrung, außer es fehlt ihr an Nektar.
• Dem im Falle eines Stichs erfolgenden Verlust des Stachels folgt der Tod der Biene. Die männlichen Bienen werden als Drohnen bezeichnet (und sind größer als die Weibchen). Sie stechen nicht und ihre einzige Aufgabe besteht in der Befruchtung der Königin.
Geschützte Art.

 

Die Wespe "Vespula vulgaris" oder "Vespula germanica"

• Die Wespe wird 11 bis 18 mm groß, ist leicht behaart und von leuchtend gelber Farbe mit ausgeprägten schwarzen Streifen.
• Sie hat eine sehr ausgeprägte Taille, von der sich auch der Ausdruck "Wespentaille" ableitet.
• Am Ende des Sommers wird sie lästig, da sich zu viele Artgenossen im Nest tummeln. Deshalb sucht sie ihre Nahrung auf unseren Tellern. Fleisch hat es ihr dabei besonders angetan.
Sie ernährt sich von kleinen Insekten. Deshalb ist sie so nützlich für das Ökosystem.
• Die Wespen wechseln jedes Jahr ihr Nest.
• Lediglich ein paar befruchtete Wespen (die Königinnen) überleben den Winter. Der Rest des Nests stirbt.

 

Die Hornisse "Vespa Crabro"

Hornet• In Wirklichkeit handelt es sich bei der Hornisse um eine große Wespe; mit ihren durchschnittlich 35 mm ist sie dreimal so groß wie die Wespe. Sie ist etwas behaarter, ihr Kopf ist eher orangefarben und ihre Beine sind braun.
• Ihr geräuschvoller Flug und ihre Größe machen sie furchteinflößender als Bienen und Wespen; gleichwohl ist ihr Stich nicht gefährlicher als ein Bienenstich - im Gegenteil.
• Auf Obstwiesen kann sie zahlreiche Schäden verursachen, da Obst zu ihren Leibspeisen zählt.
• Sie regelt den Bestand zahlreicher Insektenarten, da sie sich von Fliegen, Wespen, Raupen und ähnlichem ernährt.
• Ebenso wie die Wespen wechseln auch die Hornissen jedes Jahr das Nest.
• Entgegen der weitverbreiteten Vorstellung ist die Hornisse kaum angriffslustig, eher zurückhaltend und auch weitaus ängstlicher als die Biene.
In Europa ist die Hornisse vom Aussterben bedroht.
Vorsicht ist jedoch vor asiatischen Hornissen geboten! Im Gegensatz zur "Vespa crabro" ist die "Vespa velutina" zu bekämpfen, da sie Bienen der heimischen Bienenstöcke angreift.

 

BombusDie Hummel "Bombus terrestris"

• Mit einer Größe von rund 22 mm, behaart und stämmig, ist die Hummel schwarz-gelb mit weißen und orangen Mustern.
• Sie hat ebenfalls einen geräuschvollen Flug, was sehr eindrucksvoll sein kann.
• Die Hummeln bauen ihr Nest in einen Hohlraum und bilden eine Kolonie aus etwa zehn Artgenossen.
• Die Hummeln sind große Bestäuber; sie nehmen bei der Befruchtung zahlreicher Pflanzenarten eine sehr große Bedeutung ein.
• Sie sind nicht angriffslustig und stechen nur zur Selbstverteidigung (im Falle ihrer Zerdrückung) oder wenn man ihr Nest zerstört.
• Lediglich die Königin der Kolonie überlebt den Winter.
Der Hummelbestand geht konstant zurück und einige Hummelarten sind bereits vollständig ausgestorben.

 

Und welche Rolle spielt das Gift bei all dem?

Es ist wichtig, sich eine Sache immer wieder vor Augen zu halten: Die Bienen verteidigen ihren Honig gegen die Wirbeltiere wie Dachse oder Mäuse, wohingegen die Hornissen und die Wespen Insekten fangen, um sich zu ernähren, weshalb sie auch ihren Stachel nicht verlieren.
Die letale Dosis 50 (Menge an Gift, die in 50% der Fälle zum Tod führt) lehrt uns Erstaunliches und bringt eines unserer Vorurteile zum Erliegen:
- Bei den Bienen beläuft sie sich auf 6 mg / kg (d.h. 40 Stiche oder 2 400 Stiche / 60 kg)
- Bei den Hornissen beläuft sie sich auf zwischen 10 mg / kg und 90 mg / kg (d.h. 154 bis 180 Stiche oder 9 240 bis 10 800 Stiche/ 60 kg)

Folglich hat das Gift der Bienen eine 1,7 bis 15 Mal stärkere Wirkung als das Gift der Hornissen und ist demnach weitaus stärker.
Ein Teil der Bevölkerung hat eine Allergie gegen das Gift dieser Insekten entwickelt. Hierzu muss man wissen, dass sich eine Allergie immer erst nach mehreren Stichen derselben Insektenart entwickelt. Somit können lediglich Personen, die bereits gestochen wurden, im Falle eines erneuten Stichs eine allergische Reaktion an den Tag legen.

 

Die asiatische Hornisse "Vespa velutina"

Die asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die europäische Hornisse. Sie ist auch dunkler und lediglich das Ende ihres Hinterleibs ist braun-gelb gefärbt. Ihre Beine sind leuchtend gelb und ihr Gesicht orangefarben.
Das Problem mit der asiatischen Hornisse besteht darin, dass sie sich rasend schnell vermehrt und einen wesentlich höheren Eiweißbedarf als die europäische Hornisse hat.
Sie greift sämtliche Insekten an und darunter insbesondere die Hausbienen (Honigbienen)

Malvina Beauclair

Kleingärten, ein großer Erfolg im Parlament

Nach einer sehr kurzfristigen Information ging Phil Gomersall, Präsident des englischen Kleingärtnerverbandes am Montag, den 25. Juni ins Parlament um zusammen mit einigen anderen Vereinigungen eine kurze Vorstellung während der Eröffnung der „Parliamentary Evidence Week“ (parlamentarische Vorstellungswoche), die eben geschaffen wurde, zu machen.

Dies war ein Riesenerfolg und unsere Botschaft hat die anwesenden Parlamentarier sehr beeindruckt.

Phil Gomersall ist der Meinung, dass dies ein Gebiet ist, auf welchem wir in Zukunft unseren Beitrag auf Regierungsebene machen können.

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links: Norman Lamb Vorsitzender, der Wissenschafts- und Technologie Kommission des Unterhauses anläßlich der Eröffnung der parlamentariaschen Vorstellungswoche (Parliamentary Evidence Week)

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rechts: Phil Gomersall mit Mary Creagh MP, Vorsitzende der Umweltprüfungskommission im Unterhaus und Anne Pike der Somerset Bienenvereinigung

Glückwünsche - Der Präsident der National Allotment Society, Great Britain (englischer Kleingärtnerverband) erhielt die British Empire Medal.

Ihre Majestät die Königin genehmigte gnädig dass Phil Gomersall aus Rawdon, eine British Empire Medal (BEM) für seine Verdienste im Bereich des Gartenbaus in Yorkshire zugesprochen wird und er in die Geburtstags-Ehrenliste 2018 eingeschrieben wird.

GB180619_1Phil Gomersall übt viele Funktionen in der Kleingartenbewegung aus: vom Präsidenten des nationalen englischen Verbandes, Vorsitzenden des Yorkshire Kleingartenverbandes, über den PR Officer des Kleingartenverbandes von Leeds bis zum Sekretär des "Victory Garden Allotments Vereins in Rawdon. Er vertritt auch die englischen Kleingärtner im Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux.

Er hat über viele Jahre hinweg die vielen Vorteile, welche die Kleingartenarbeit zu bieten hat, gefördert und darüber informiert. Er ist ein hart arbeitender und sehr fröhlicher Mensch.

Er war maßgeblich an der Schaffung von Demonstrationskleingärten bei den "Harrogate Flower Shows", "Great Yorkshire Show" und sogar "Chelsea" beteiligt.

GB180619_2Zusätzlich ist er "Vize-Vorsitzender" von "Rawdon in Bloom", eine Organisation, welche das Ziel verfolgt das lokale Umfeld von Rawdon, Ort in dem er lebt, zu verbessern.

Phil Gomersall sagt: "Es gibt viele andere wie er selbst, die das Kleingartenwesen im ganzen Land fördern und Ratschläge hierüber geben, aber seine Herangehensweise mag ein wenig anders sein d. h. mit etwas mehr Enthusiasmus und Dynamik bei der Stimulierung für die vielen Vorteile des Kleingartenwesens.

Er ist sehr stolz die Medaille erhalten zu haben und ist immer noch überwältigt von dieser Nachricht. Aber dennoch war er am folgenden Morgen wieder damit beschäftigt Blumenkübel in seinem Dorf Rawdon aufzustellen.

Der Tag des Gartens war wieder am 10. Juni
Grüner geht's nicht! - Warum wir den Tag des Gartens feiern

Deutschlands Städte wachsen stetig. Kleingärten sorgen dafür, dass wir nicht in Betonwüsten leben müssen, sondern auch Grün wachsen darf. „Wer möchte, dass unsere Städte auch bei wachsender Bevölkerung lebenswert bleiben, kommt an Kleingärten nicht vorbei“, erklärt Peter Paschke, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG), dem Dachverband der deutschen Kleingärtner. Kleingärten gehören in Deutschland immer noch zu allen Städten und Gemeinden, doch das ändert sich im ländlichen Raum. In Großstädten sind sie jedoch weiter schwer im Kommen, denn sie sparen nicht nur Geld, sie führen Menschen zusammen, unterstützen eine gesunde Ernährung und bieten Erholung vom stressigen Alltag.  Doch sie haben Mehrwert, denn sie sind auch Ausgleichsflächen für das Stadtklima, Orte zum Durchatmen für die Anwohner, Biotope der Artenvielfalt  und Wissensspeicher für gärtnerische Fähigkeiten. Kleingärtner wirken schon immer weit über ihre Zäune hinaus – und darauf macht jedes Jahr der Tag des Gartens aufmerksam.

Viele der knapp 15.000 Kleingärtnervereine, die es landesweit gibt, ermuntern an diesem Tag, einen Blick in die grünen Oasen zu werfen und Stadtnatur hautnah zu erfahren. Stadtnatur? Na klar. Naturnahes Gärtnern steht bei den Kleingärtnern schon lange hoch im Kurs. Statt auf größtmöglichen Ertrag wird auf Qualität gesetzt: Viele Vereine verzichten freiwillig auf den Einsatz von Pestiziden, bauen alte Pflanzenarten und -sorten an und tragen  so zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Gut ausgebildete Fachberater in den Vereinen sorgen dafür, dass auch Gartenneulinge alles Wissenswerte zum naturnahen Gärtnern lernen. Der BDG setzt sich dafür ein, dass Kleingärten besonders in den Städten als unverzichtbarer Teil grüner Infrastruktur wahrgenommen werden – und nicht etwa als potenzielles Bauland. Denn wachsende Städte, in denen nichts mehr wachsen darf, sind auf Dauer nicht lebenswert.

Deshalb ist immer am zweiten Sonntag im Juni Tag des Gartens. Er soll den Menschen die Bedeutung des Kleingartens für das Wohlbefinden von Mensch und Natur in Stadt und Land ins Bewusstsein rufen.

Mit ihm wollen die Gartenfreunde der Öffentlichkeit die Freude am urbanen Gärtnern nahe bringen und neue Pächter für die Kleingarten-Idee gewinnen.

Dieses Jahr fand der Tag des Gartens am vergangenen 10. Juni statt. Die bundesweite Eröffnungsfeier war in München.

Autor Thomas Wagner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, BDG

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