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Der Klatschmohn - Papaver rhoeas

Obgleich er zu den "Unkräutern" zählt, genießt der Klatschmohn oder Gartenmohn als wildwachsende Blume im Gemüsegarten große Sympathie.

franceDer uns bereits aus den Abzählreimen unserer Kindheit als liebenswert bekannte Mohn ist sich unseres Wohlwollens sicher, da seine leuchtend rote Blüte einen Hauch Fröhlichkeit versprüht, die die Blicke auf sich zieht. Und selbst wenn der fruchtbare Klatschmohn zuweilen ein wenig aufdringlich wird, möchten wir ihn dennoch nicht vernichten und sehen zu, stets einige seiner Wurzeln zu erhalten. Diese Sympathie reicht sogar bis zu den impressionistischen Malern zurück, die dem Klatschmohn in ihren Bildern oftmals Tribut zollten, wie Claude Monet mit seinen Damen mit Sonnenschirmen und großen Hüten inmitten der scharlachroten Nuancen des Klatschmohns.

Der Klatschmohn stammt aus Nordafrika und aus dem Mittleren Orient. Anfangs wurde er als "Ackerwildkraut" bezeichnet, d.h. er wurde mit der Ernte assoziiert, da er ebenso wie die Kornblume auf Getreidefeldern wucherte. Die Unkrautvertilgungsmittel haben ihn von dort vertrieben, weshalb er nunmehr am Rande von Straßen, Brachland und Gärten anzutreffen ist.

Der Klatschmohn gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae), die über 60 Mohnarten umfasst, von denen einige sehr giftig sind. Wenn er in einem Gemüsegarten auftaucht, verbreitet er um sich herum Unmengen von kleinen, runden und schwarzen Samen, die seine Anwesenheit für viele Jahre sicherstellen. Doch wer beschwert sich schon darüber?

Seine hellgrünen Blätter sind tief eingeschnitten, die sich von Mai bis August öffnenden Blüten sind hellrot mit 4 großen, etwas zerknitterten Kronblättern, die im unteren Bereich einen schwarzen Fleck aufweisen. Sein Stängel ist behaart und stößt beim Abknicken einen weißen, klebrigen Milchsaft aus, der in der Pharmazeutik eingesetzte Alkaloide enthält.

Die Aufgüsse aus den getrockneten Kronblättern werden dank ihrer hypnotischen Fähigkeiten zur Bekämpfung von Schlafstörungen eingesetzt, tragen jedoch auch zur Bekämpfung von Bronchialerkrankungen und Halsentzündungen bei. Der Feldmohn ist zusammen mit Huflattich, Malve und Katzenpfötchen Bestandteil des berühmten "Vier-Blumen-Tees".

Der Feldmohn ist jedoch nicht mit der mit ihm verwandten Art des Papaver somniferum oder Schlafmohns zu verwechseln, der hellviolette Blüten und große, graugrüne Blätter aufweist, und aufgrund seiner starken hypnotischen Fähigkeiten, die einige zur Herstellung illegaler Substanzen nutzen, eindeutig giftig ist. Obgleich es sich beim Schlafmohn um keine weitverbreitete Art handelt, kann es sein, dass er in unseren Gärten auftaucht, aus denen wir ihn nur zögerlich vertreiben, da es sich dabei um eine wirklich prachtvolle Pflanze handelt.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die Samen des Klatschmohns in Konditoreien und Bäckereien eingesetzt werden. Aus den Stängeln werden auch Bonbons und ein Mohnsirup hergestellt, die sich die Stadt Nemours zu ihren Spezialitäten auserkoren hat.

Alain Redon

Kongress des luxemburgischen Kleingärtnerverbandes

Traditionsgemäß versammelten sich die luxemburgischen Kleingärtner am Palmsonntag, den 9. April 2017, zu ihrem jährlichen Kongress.

Foto: Benjamin Marbes 308 Delegierte aus 111 Vereinen trafen sich in Diekirch. Agrarminister Fernand Etgen und Umweltministerin Carole Dieschbourg, zahlreiche Vertreter aus der Verwaltung und befreundeten Organisationen sowie Malou Weirich, Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux, waren anwesend.

Nach den statutarischen Pflichten und der Ehrung verdienstvoller Mitglieder referierte Marc Fischer über die Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung.
www.gaartanheem.lu/index.php/free-extensions/praesentation-gegen-lebensmittelverschwendung

Die Kleingärten in den Blickpunkt der Bevölkerung, der Behörden und der Medien setzen ist eine Notwendigkeit die uns seit der Gründung unserer Bewegung begleitet.

Der Tag des Gartens, der Tag der Blume oder wie in Luxemburg der "Dag vun der oppener Gaardepärtchen" (Tag der offenen Gartentür) gibt den Kleingärtnern die Möglichkeit einmal im Jahr ganz speziell auf den vielfältigen Wert der Kleingärten aufmerksam zu machen. Auch diese Veranstaltung muss also genügend visibel sein um ihr Ziel zu erreichen.

Foto: Benjamin Marbes Deshalb wurde folgender Kongressbeschluss einstimmig angenommen:

Dag vun der oppener Gaardepärtchen (Tag der offenen Gartentür):

• Angesichts der wichtigen Rolle dieser traditionellen Veranstaltung der Liga Gaart an Heem.
• Angesichts der vermehrten Teilnahme der Kleingärtner am "Dag vun der oppener Gaardepärtchen".
• Angesichts der ungenügenden Sichtbarkeit des DAG für das allgemeine Publikum sowie die ausländischen Besucher unseres Landes.

Beschließt der Kongress:

• Im Vorfeld der Veranstaltung eine Informationskampagne zu organisieren unter möglicher Einbindung der Medien.
• Eine Partnerschaft mit den nationalen und regionalen Tourismusverantwortlichen zu suchen.

Ein Rad- und Wanderweg Abbé Lemire in Berlin

Abbé Lemire (1853-1928) war ein sozial engagierter und visionärer Pfarrer, Professor und Politiker in Frankreich. Er war der Gründer des französischen Kleingärtnerverbandes im Jahr 1896. Er gründete dann zusammen mit Vertretern der Kleingartenverbände aus Belgien, Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, Österreich und der Schweiz am 3. Oktober 1926 das Office International des Jardins Ouvriers (Internationales Büro der Kleingärtnerorganisationen), heute Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux a.s.b.l. und war Präsident des Office bis 1928. Seine Aktivitäten speziell im Rahmen der Kleingartenbewegung sind im französisch sprechenden Raum wohl bekannt und Straßen und Plätze sind nach ihm benannt. Dies ist leider im deutschsprachigen Raum nicht der Fall.

Auf Initiative des Kleingartenvereins Feldtmannsburg e.V. in Berlin-Hohenschönhausen wurde nun ein Schritt gemacht dies zu ändern.

Im Rahmen des 100. Jahrestages der Gründung des Kleingärtnervereins Feldtmannsburg e.V. ist ein Rad- und Wanderweg, der an dieser Anlage vorbeiführt, auf Anregung des Vereins nach dem Abbé Lemire benannt worden. Der betreffende Verein war im Jahre 1917 als Arbeitergarten des Roten Kreuzes gegründet worden.

Mehr dazu in der Festschrift: 100 Jahre Kleingärtnerverein Feldtmannsburg e.V. 1917 – 1927 Mehr zu Abbé Lemire in den Bindestrichen no. 58, 59 ,60

Strassenschild in Luxemburg-Belair
Strassenschild in Luxemburg-Belair

Abbé-Lemire-Weg in Berlin
Abbé-Lemire-Weg in Berlin: Scan von Seite 47 der Festschrift: Kleingärtnerverein Feldmannsburg e.V. 1917-2017

Das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux und seine Mitgliedsverbände rufen alle Kleingärtner auf an der Woche ohne Pestizide, welche vom 20. bis 30. März 2017 organisiert wird, teilzunehmen.

pestizideIm Anfang wurden die Pestiziden als ein Segen vom Himmel angesehen. Sie hatten die Fähigkeit das Unerwünschte sowie gefährliche und lästige Insekten zu töten. Und mit einfachen Mitteln konnten sie auf Stellen, Pflanzen, Objekte oder Körper welche nicht nützlich zu sein schienen, gespritzt oder geblasen werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg erfüllte das DDT eine fantastische Aufgabe und wurde schnell sehr populär. In jedem Lebensmittelgeschäft konnte man es erhalten und so wurde es nicht nur von professionellen Landwirten, sondern von fast jedem Haushalt gebraucht um sich von ungewünschten Insekten zu befreien.

Aber nach einiger Zeit fand man heraus dass DDT ungewünschte Nebenerscheinungen mit sich brachte. Es tötete nicht nur das Unerwünschte, aber auch nützliche Insekten. Und was noch schlimmer war seine Überbleibsel wurden in der Natur verbreitet und wurden dann schlussendlich in den Körpern von Tieren aufbewahrt. Und der Killereffekt des Produktes oder seine Beschädigungseffekte waren viel effektiver als das was irgendjemand geglaubt hatte.

Die Hersteller kamen zweimal zuerst mit einer zweiten und sogar mit einer dritten Generation von Produkten: Deltrin und Aldrin. Diese sollten nicht die ungewünschten Nebenwirkungen vom DDT haben. In Wirklichkeit waren sie aber noch schlimmer. Mit ihrem Buch "Silent Spring" (Stiller Frühling) zeigte Rachel Carson der Welt die vernichtenden Effekte wenn diese Produkte auf breiter Ebene gebraucht wurden.

Einige Vorläufer verbannten ihren Gebrauch, aber die Industrie fuhr fort immer neue Produkte auf den Markt zu bringen und suggerierte dass ein ungefährlicher Gebrauch möglich war.

Die Welt hat die Wirkungen von dem verschwenderischen Gebrauch von dem "Agent Orange" während des Vietnamkrieges auf die Menschen gesehen. Verschiedene Komponenten dieses Produktes wurden auch von den lokalen Behörden und der Landwirtschaft gebraucht, auch wenn sie nicht von der Lebensmittel- und Arzneibehörde in den USA erlaubt waren. Und die traurige Geschichte geht weiter. Jedes Mal führte die Industrie neue Produkte ein und behauptete dass ihr Gebrauch sicher war und dass es keine unerwünschten Nebeneffekte gab.

Es gibt starke Hinweise dass ein weitverbreitetes Herbizid Schaden in unsern Körpern anrichten kann. Andere sehr verbreitete Produkte scheinen nicht nur die sehr nützlichen Honigbienen, sondern auch die nützlichen Wildbienen, Wespen und Fliegen zu töten.

Dies sind alles Ursachen um an der Woche gegen Pestiziden teilzunehmen und die Menschen auf die Gefahren aufmerksam zu machen damit der Gebrauch von Pestiziden reduziert wird und in manchen Fällen auch ein Verbot dieser weit von harmlosen Pestiziden eingeführt wird.

Ihr braucht nicht zu warten bis nationale oder europäische Behörden schlussendlich ihre Verantwortung übernehmen. Ihr könnt selbst Verantwortung übernehmen. Schützt die Honigbienen, vermeidet dass versteckte Chemikalien auf die Dauer lebende, interessante, schöne und wervolle Lebewesen töten und vergiften.

Deshalb nehmt nicht nur an der Woche gegen den Gebrauch von Pestiziden teil, sondern stoppt ihre ungewünschte Anwendung.Gebraucht organische Düngemittel wie z.B Kompost, wenden Sie eine Fruchtwechselfolge an, pflanzt Begleitpflanzen an etc

Information auf http://www.semaine-sans-pesticides.com

Riesenerfolg der Schulungsveranstaltung des Kleingärtnerverbands von Leeds am 23. Februar 2017

GBWas für ein Programm, was für ein Tag! Der Kleingärtnerverband von Leeds & Umgebung (LDAGF) zog gemeinsam mit der Baumschule der Stadtverwaltung Leeds auf dieser Veranstaltung wahrlich alle Register. Die Hauptzielsetzung bestand dabei in der Ermunterung zu einer größeren Selbstverwaltung, doch auch im Angebot von Informationen und Hilfe für die Leiter bestehender Vereine. Abgerundet wurde das Ganze durch interessante Gespräche über das Anpflanzen und Kompostieren. Es gab auch Stände anderer Gartenbau- und Förderorganisationen und eine Vielzahl an Informationen von unserem britischen Kleingartenverband. Die Veranstaltung stand allen Kleingärten in Leeds und Umgebung offen.

Der Tag begann mit einer Einführung von Paul Lattimer, dem Vorsitzenden des LDAGF.

Danach hielt Paul Ackroyd, der Leiter der Baumschule, einen interessanten Vortrag, in dessen Rahmen er erläuterte, dass der riesige Komplex der Baumschule mit allem Drum und Dran an einen neuen Standort umziehen musste, um Platz für ein neues Straßen- und Häuserbauprojekt zu machen. Er erklärte darüber hinaus, dass die neuen Gewächshäuser derart fortschrittlich seien, dass sie auch ferngesteuert betrieben werden könnten. Im Anschluss daran fanden die ersten beiden Workshops statt, die von sehr namhaften Personen geleitet wurden. Die Veranstaltungsteilnehmer konnten dabei zwischen drei der vier angebotenen Workshops wählen.

Workshops
1. "Aufgaben und Zuständigkeiten der Verwalter" unter der Leitung unseres Mitglieds Liz Bunting vom britischen Kleingartenverband.
2. "Holen Sie das Beste aus ihrem Kleingarten heraus" unter der Leitung von David Allison vom britischen Gemüsebauverband.
3. "Die Notwendigkeit von Versicherungen" unter der Leitung von Paul Lattimer vom Kleingärtnerverband von Leeds & Umgebung.
4. "Kompostieren" unter der Leitung von John Cossham von Master Composter, einer von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleiteten Einrichtung zur Förderung des Kompostierens.

GBDanach fand man sich zu einem köstlichen Mittagessen zusammen, das von Judy Turley und Gill Walsh, Sekretärin bzw. Kassenführerin des LDAGF organisiert wurde. Um die Getränke kümmerte sich Lynn Rogers, Verantwortliche der Kleingärten der Stadt Leeds.

Nach dem Mittagessen standen weitere Workshops auf dem Programm.

Es folgte ein kurzer Vortrag von Dr. Jill Edmondson von der Universität Sheffield, die die Einzelheiten des interessanten und spannenden Forschungsprojekts MyHarvest erläuterte. (Später werden wir noch genauer über dieses Projekt berichten).

Und das war noch immer nicht alles an diesem aktionsgeladenen Tag: Der Moderator und Autor Graham Porter vom Chartered Institute of Horticulture hielt einen interessanten Vortrag zum Thema "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Nahrungsmittelproduktion".

Der Nachmittag endete schließlich mit einem Resümee von Stewart Golton, dem stellvertretenden Vorsitzenden des LDAGF, der allen dafür dankte, dass sie gekommen sind und den Tag dadurch zu einem so großen Erfolg gemacht haben.

Wow! Was für ein Tag! Was für eine Veranstaltung!
Die Teilnehmer brachten es wie folgt zum Ausdruck: "Bis zum nächsten Mal".

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