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Tag des Gartens 2020

Tag des Gartens„Kleingärten – Grün, das verbindet“

Unter diesem Motto steht 2020 der Tag des Gartens, der bundesweit seit 1984 naturgemäß am zweiten Sonntag im Juni gefeiert wird. Die geplante zentrale Auftaktveranstaltung am 14. Juni 2020 rund um das Vereinshaus des Hannoveraner Bezirksverbandes musste aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Weitere gastgebende Landesverbände wären Braunschweig und Niedersachsen gewesen.

Zahlreiche Kleingartenanlagen in ganz Deutschland öffnen aber ihre Pforten über das ganze Jahr um diesen Anlaß zu feiern und lassen Neugierige in das Gartenleben hinein schnuppern. 2020 soll der Tag des Gartens erneut daran erinnern, auf welch vielfältige Weise ein (Klein-) Garten das Leben bereichert.

https://www.kleingarten-bund.de/de/veranstaltungen/tag-des-gartens/

Eine Stadt ernähren – Leicester als Fallstudie über die Bedeutung von Kleingärten für die Gartenbauproduktion im Vereinigten Königreich

Übersetzung in Deutsch des Artikels veröffentlicht in

Science of The Total EnvironmentScience of The Total Environment
Volume 705, 25 February 2020, 135930

Feeding a city – Leicester as a case study of the importance of allotments for horticultural production in the UK

https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2019.135930

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Höhepunkte

• Eine städtische Landwirtschaft bietet den Menschen, welche in Städten leben wichtige Ökosystemleistungen.
• Der Anbau in Kleingärten, welche auf 1,5% der Flächen innerhalb einer Stadt angelegt wurden, liefert frische Produkte für 3% der Bevölkerung.
• Die Erträge, welche von Privaterzeugern erzielt wurden, ähneln den kommerziellen Erträgen.
• Die Verfügbarkeit von Land für den Eigenanbau hat seit den 1950er Jahren deutlich abgenommen.
• Die Ernährungssicherheit der Bevölkerung könnte durch das Bereitstellen von mehr Gartenland erhöht werden.

Kurzfassung

Der Prozess der Urbanisierung hat einen großen Teil der Weltbevölkerung von der Teilnahme an der Nahrungsmittelproduktion abgekoppelt. Jedoch ist das Interesse an der städtischen Landwirtschaft wieder erwacht und die politischen Entscheidungsträger erkennen ihren potenziellen Beitrag zur Ernährungssicherheit weitgehend an. Trotzdem gibt es nur wenige Daten über die städtische Landwirtschaftsproduktion durch nicht kommerzielle Anbauer. Wir kombinieren bürgernahe wissenschaftliche Daten zur Selbstversorgung mit einer Aufzeichnung der Grundstücke und einer GIS basierte Analyse der Kleingärten in Leicester, Großbritannien, um eine Schätzung der Obst- und Gemüseproduktion in den Kleingärten auf städtischer Ebene zu erhalten. Darüber hinaus untersuchen wir die Veränderung in der Bereitstellung von Kleingartenland auf städtischer Ebene in Bezug auf die potenzielle Erzeugung von Lebensmittelerträgen im vergangenen Jahrhundert. Die durchschnittliche Fläche, welche in den einzelnen Kleingartenparzellen für den Lebensmittelanbau gewidmet war, betrug 52%. Die Erträge pro Parzelle für die Mehrzahl der in den Kleingärten angebauten Kulturen waren ähnlich hoch wie die des britischen Erwerbsgartenanbaus. Wir schätzen die stadtweite Kleingartenproduktion auf mehr als 1.200 Tonnen Obst und Gemüse und 200 Tonnen Kartoffeln pro Jahr, was der Ernährung von mehr als 8500 Menschen entspricht. Würden die 13 % der völlig unbebauten Parzellen genutzt werden, könnte dies die Produktion auf mehr als 1400 Tonnen pro Jahr erhöhen und damit könnten mehr als 10.000 Menschen ernährt werden. Jedoch dürfte diese Produktion nicht immer in Gebieten angesiedelt sein, in denen der Bedarf an frischem Obst und Gemüse am größten ist. Der stadtweite Beitrag des Kleingartenanbaus erreichte seinen Höhepunkt in den 1950er Jahren, als auf 475 Hektar Land Kleingärten angelegt waren, im Vergleich zu 97 Hektar heute. Dies deutet auf einen Rückgang der jährlich ernährten Menschen von über 45.000 auf unter 10.000 hin. Wir zeigen dass die städtischen Kleingärten einen kleinen aber wichtigen Beitrag zur Obst- und Gemüseernährung einer britischen Stadt leisten. Eine weitere Zunahme der städtischen Bevölkerung wird jedoch einen zunehmenden Entwicklungsdruck auf die Kleingartenanlagen ausüben. Die politischen Entscheidungsträger sollten sowohl die Kleingärten innerhalb der Stadt schützen als auch die städtischen landwirtschaftlichen Flächen in zukünftige Entwicklungen einbetten um die lokale Ernährungssicherheit zu verbessern.

Graphische Kurzfassung

Graphical abstract

Veranstaltungen im Kleingärtnermuseum Leipzig

Durch die Corona-Krise können Termine abgesagt werden, bitte Termine prüfen.

MuseumWeltweit einzigartig präsentiert sich das Kleingärtnermuseum in Leipzig als kulturgeschichtliches Spezialmuseum anhand verschiedener Darstellungsformen. In der klassischen Ausstellung wird die geschichtliche Entwicklung der kleinen Gärten gezeigt. Die drei Schaugärten vermitteln dagegen einen ganz praktischen Eindruck. Die zentrumsnahe Lage und der authentische Standort inmitten der denkmalgeschützten Gartenanlage erzeugen zusätzlich eine besondere Atmosphäre.

Auch im Jahr 2020 laden wir mit einem vielfältigen Programm ein, das Museum zu besuchen und die Geschichte der Kleingärten zu erleben.

Highlights im Jahr 2020

• 9. Mai 16-24 Uhr
Museumsnacht in Leipzig & Halle Eine Kulturnacht mit Ausstellung, Kreativem und Lagerfeuer mit Live-Musik. www.museumsnacht-halle-leipzig.de

• 17. Mai 14-18 Uhr
Internationaler Museumstag & Pflanzenbörse Unter dem Motto `Museum für alle – Museen für Vielfalt und Inklusion` öffnen wir unsere Türen und Tore. Die Pflanzenbörse bietet Jungpflanzen aus museumseigenem Anbau. www.museumstag.de

• 13. September 13-17 Uhr
Tag des offenen Denkmals Highlight: 11 Uhr Rundgang `Architektur der Leipziger Westvorstadt`.
www.tag-des-offenen-denkmals.de

• 19. September 14-18 Uhr
Apfelsortenbestimmung In Kooperation mit dem Bundessortenamt Wurzen.

• 21. November 19 Uhr
Nacht der Hausmusik Ein Abend mit Live-Musik in geselliger Atmosphäre in den Ausstellungsräumen des Museums. www.notenspur.de

Das vollständige Programm finden Sie auf unserer Website unter www.kleingarten-museum.de Führungen können gern auch außerhalb unserer regulären Öffnungszeiten gebucht werden.

Früh übt sich...

...wer ein Meister werden will! Deshalb: Niemand ist zu klein, ein Gartenfreund zu sein! Nehmen Sie Ihre Kinder und Enkel mit in den Garten und führen Sie sie ein in die Geheimnisse der Natur.

Text: Christina Bösiger (Gartenfreund 03/2020 Schweiz)

Kinder1 Genau 180 Jahre ist es jetzt her, seit 1840 der erste «Kindergarten» seine Pforten öffnete. Der Name war Programm, denn der Garten und die Natur schienen dem Kindergarten-Erfinder Friedrich Fröbel als das wichtigste Umfeld, um der Bedeutung der frühen Kindheit erzieherisch gerecht zu werden. So war er der Meinung, dass junge Menschen einen grossen Teil ihrer Freizeit in der Natur und im Garten verbringen sollten, um sich ideal zu entwickeln. Das gilt bis heute: Kinder sollen im Grünen spielen, statt auf Bildschirme zu schauen! Sie sollen sich bewegen, klettern und aktiv sein. Sie sollen die Natur entdecken, erforschen und natürlich auch Spass haben. Dafür eignet sich das Mitwirken im Garten perfekt – denn dabei lernen die Kleinen nicht nur Lebenskreisläufe kennen, sondern entdecken, wie und wo gesunde Nahrungsmittel wachsen. Durch das Hegen und Pflegen von Pflanzen lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und ökologische Zusammenhänge zu verstehen.

Eintauchen ins Reich der Sinne!
Kinder2Buddeln, matschen, formen, riechen und schmecken – sinnliches Entdecken ist im Garten einfach. Denn während die Eltern den Boden umstechen, tasten die Sprösslinge mit den Füssen, was in ihm steckt. Sie rennen über frischgespriessten Rasen, hüpfen über harte Erdschollen und wühlen mit blossen Fingern in der Erde. Das tut gut! Nicht nur für die Entwicklung der Persönlichkeit, sondern auch weil sie dabei in Bewegung und an der frischen Luft sind. Geben Sie Ihren Kindern von Anfang an ein eigenes Beet oder eine Ecke mit grossen Töpfen, wo sie nach Herzenslust säen, pflanzen, schneiden und später auch naschen dürfen. Wie aufwendig das Vorbereiten des Bodens ist, hängt unter anderem davon ab, wo Sie das Kinderbeet anlegen. Wenn eine kleine Ecke im Gemüsegarten dafür frei bleibt, dann ist der Boden meist optimal vorbereitet. Soll das Beet jedoch dort angelegt werden, wo bisher Rasen wuchs, dann muss das Gras abgestochen und die Erde tiefgründig gelockert werden. Am einfachsten kaufen Sie gebrauchsfertige Gartenerde – selbstverständlich ohne Torf - im Fachhandel und schon kann gesät oder gepflanzt werden. Lassen Sie sich gemeinsam inspirieren und gehen Sie zusammen Samen, Blumenzwiebeln, -knollen oder Setzlinge einkaufen. Spezielle Saatbänder machen die Aussaat kinderleicht. Tipp: Fürs Pflanzen und Graben, das Jäten und Giessen wünschen sich die Kleinen natürlich Gartengeräte, die so aussehen wie die der Grossen. Dafür gibt es jede Menge originalgetreuer Mini-Spaten, Harken, kindgerechte Giesskannen und – ganz wichtig – kleine Gartenhandschuhe.

Süsse Düfte in Hülle und Fülle
Ein Gartenbeet, das so süss duftet wie eine Bonbontüte – da steckt jedes Kind seine Nase gerne rein. Dabei ist es kaum zu glauben, was die Natur für zuckerfreie Düfte zu bieten hat, mit denen ein betörendes Kinderbeet angelegt werden kann. Buchautorin Rosa Wolf hat in ihrem Werk «Kinder im Garten», mehr Garten leben», erschienen im BLV Buchverlag, einige davon beschrieben:

Zitronenmelisse (melissa officinalis)
Wer mit seinen Händen über die Blätter streift, atmet sofort den intensiven Zitronenduft ein. Die aus Südeuropa stammende Pflanze ist völlig anspruchslos und wird 80 cm hoch. Allerdings sollte man sie nach der Blüte sofort zurückschneiden, sonst erobert sie mit ihren Sämlingen den ganzen Garten. Gewusst? Melisse aufs Herz gelegt, soll bei Liebeskummer helfen.

Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanuineus)
Aus den dunklen, burgunderroten Blüten strömt ein köstlicher Zartbitter-Duft. An einem sonnigen Platz blüht sie von Juni bis Ende Oktober. Sie wird 60 cm hoch. Man setzt ihre Knollen wie die der Dahlien jedes Jahr nach den Eisheiligen in Töpfe oder ins Beet und holt sie vor den Frösten im Herbst wieder
heraus, um sie frostfrei zu lagern.

Kaugummipflanze (Chrysanthemum balsamita)
Ihr Blatt riecht so frisch wie Original Wrighley's Spearmint. An sonnigen Ecken wächst die 60 cm hohe, mehrjährige Pflanze problemlos, ab August öffnet sie kleine, gelbe Blüten. Getrocknet sind die Blätter gut duftende Lesezeichen. Bereits im Mittelalter schätzte man den frischen Duft für Gesangbücher. Sie
heisst deshalb auch Marienblatt.

Minzen (Mentha-Arten)
Je nach Sorte duften die Blätter nach Bananen oder Orangen, nach Kaugummi oder After-Eight-Schokolade.

Gummibärchenblume (Cephalophora aromatica)
Die kleine Sommerblume duftet in allen Teilen so süss wie Gummibärchen. Man sät sie im April aus. Sie wird 50 cm hoch. Indios färben damit Wolle gelb.

Grüne Infrastruktur? Nur mit Kleingärten

Sandra von Rekowski

01Kleine Gärten stehen unter Druck. Aufgrund der anwachsenden Bevölkerungsentwicklung in Städten und Kommunen wird zunehmend mehr Wohn- und Gewerberaum benötigt. Gleichzeitig muss qualitativ hochwertige und gut erreichbare grüne Infrastruktur im Bestand geschützt bzw. weiterentwickelt oder neu geschaffen werden. Diese ist lebenswichtig für die Stadt der Zukunft.

Kleingärten spielen bei der Erhaltung und Weiterentwicklung urbanen Grüns eine entscheidende Rolle, dies vor allem auch wegen ihrer optimalen, innerstädtischen Lage. Eine schnelle Erreichbarkeit des Kleingartens, im Idealfall zu Fuß oder mit dem Rad, ist ein wesentliches Merkmal eines solchen. Zudem sind Kleingärten in überhitzten Städten wichtige Kaltluft- und Biodiversitätsinseln und Orte des sozialen Miteinanders. Und nicht nur Kleingärtner sollen vom Nutzen innerstädtischer Kleingartenanlagen profitieren, sondern auch Anwohner ohne eigene Parzelle.

In der Studie „Kleingärten im Wandel – Innovationen für verdichtete Räume“ wird das Potential, Kleingartenanlagen verstärkt in die urbane Freiraumplanung einzubinden, genauer untersucht. So sind die befragten kommunalen Verwaltungen überzeugt, dass vor allem die öffentliche Zugänglichkeit, die Einbindung in das Grün- und Freiflächennetz, der Naturschutz, die Artenvielfalt und der Klimaschutz sowie öffentlich nutzbare Gemeinschaftsflächen dazu beitragen können, dass Kleingartenanlagen Teil grüner Infrastruktur sind. Auch innerhalb der Stadt- und Regionalverbände ist die Vernetzung der Anlagen mit dem städtischen Freiraumnetz eine der wichtigsten Aufgaben für ein zukunftsfähiges Kleingartenwesen. Vor allem werden hier Potentiale gesehen in der Einbindung öffentlicher Fuß-, Wander- und Radwegenetze. Auch Kleingärten als grüne Lernorte, öffentliche Spielbereiche, soziale und kulturelle Angebote für die Öffentlichkeit und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Insekten werden als Maßnahmen zur Stärkung der grünen Infrastruktur angeführt.

Neben den Pachtflächen der Kleingärtner besteht eine Kleingartenanlage aus öffentlich zugänglichen Wegen, Gemeinschaftsflächen und vielfach auch Spielbereichen. Gerade dort, wo der Druck auf Kleingärten zunimmt, muss dafür gesorgt werden, dass auch umliegende Anwohner von diesen Flächen profitieren. Um die Öffnung der Anlagen für die Allgemeinheit zu gewähren, bedienen sich die Vereine bereits entsprechender Maßnahmen (siehe Studie „Kleingärten im Wandel – Innovationen für den verdichteten Raum: http://bit.ly/bbsr-studie). Im Zuge von Neu- und Umplanungsmaßnahmen von Kleingartenanlagen, sollte neben den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern als weitere bedeutende Zielgruppe zukünftig verstärkt die umliegende Nachbarschaft berücksichtigt und eingebunden werden.

Zur Entwicklung vernetzender Konzepte braucht es deshalb eine starke Gemeinschaft aus Stadt- und Regionalverbänden und kommunalen Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung wie die Stadtplanung und die Grünflächenämter. Denn attraktive öffentliche Aufenthaltsräume dienen nicht nur der Aufwertung der Kleingartenanlagen an sich. Im besten Fall sind sie das verbindende Element grüner Infrastruktur einer Stadt. Sie qualifizieren nicht nur das urbane Grün- und Freiflächennetz, sondern erweitern es sogar durch ihre bestehenden Strukturen. Zudem bieten offene und erlebbare Kleingartenanlagen die Chance ganze Wohnquartiere aufzuwerten und zur Steigerung der Lebensqualität ihrer Bewohner beizutragen.

Bild: Thomas Wagner
Offen und attraktiv gestalteter Weg in der Kleingartenanlage Sonnige Höhe in Chemnitz

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