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Die Delegierten des Office International du Coin de Terre et des Jardins familiaux tagten in Luxemburg

LuxemburgAm 8. und 9. März 2019 tagten die nationalen Delegierten zur jährlichen statutarischen Vollversammlung in Luxemburg.

Vor der Sitzung hatten Vorsitzender Wilhelm Wohatscheck und Generalsekretärin Malou Weirich eine Unterredung mit Landwirtschaftsminister Romain Schneider während der sie die neuen Strategien des Office vorstellen konnten.

Der Minister versicherte ihnen auch dass er die Veröffentlichung der Broschüre "Der Boden lebt" in mehreren Sprachen moralisch und finanziell unterstützen wird.

Der Vorstand und die nationalen Delegierten bedanken sich herzlich für diese Anerkennung und Unterstützung.

 

luxemburgNeben den statutarischen Aufgaben wurden die Schlussfolgerungen aus der Studientagung in Kortrijk gezogen. Die Eckpunkte für eine größere interne und externe Wirksamkeit unserer Arbeiten wurden weiter diskutiert.

Die Office Internetseite soll gute Praxisbeispiele zeigen, sowie zu einer Plattform um Wissen und Expertise vorzustellen, entwickelt werden. Hierzu wurde beschlossen auf Basis einer Kooperation zwischen zwei oder mehreren Verbänden eine Expertise in Themenbereichen wie Klima, Wasser, öffentlicher Raum usw. zu erreichen.

Der niederländische Verband stellte sein Wirken, seine Erfolge, Probleme und seine innovative Strategie für die Zukunft in einem sehr interessanten Vortrag vor. In Zukunft will der Verband, zusätzlich zu den täglichen Arbeiten, ganz speziell auf die Gärtneramateure, die nicht Mitglied im Verband sind, zugehen.

luxemburgAlle Verbände berichteten über ihre Aktivitäten. Dieser Austausch brachte interessante Erkenntnisse und gab, je nach Bedarf, Anregungen für nationales Handeln.

Die nächsten Bindestriche werden z. B. die Themen: Umweltgerechtigkeit, Vielfalt der Kleingärten und Pilotprojekte der Verbände beleuchten.

Das Office und die angeschlossenen Verbände werden auch 2019 an der Woche ohne Pestizide teilnehmen und ein Memorandum auf der Office Homepage, den nationalen Internetseiten, sowie in den nationalen Kleingärtnerzeitschriften veröffentlichen.

Die nationalen Delegierten werden sich am kommenden 21. August während ihrer Studientagung in Graz (Österreich) zur nächsten Vollversammlung treffen.

Die nächste statutarische Vollversammlung findet am 6. und 7. März 2020 in Luxemburg statt.

Jahresbeginn 2019

Liebe Kleingärtner/innen

„Es ist erstaunlich, was man alles schaffen kann, wenn man nur den Mut hat, es zu versuchen“.

Sie fragen sich vielleicht warum ich diesen Satz am Anfang dieses Artikels zum Jahresbeginn schreibe.

Die nationalen Verbände und das Office, d.h. die ganze Kleingartenbewegung, stehen sowohl intern wie auch extern vor großen Herausforderungen um die Zukunft richtig zu gestalten. Ein Stillstand ist keine Option. Die Überlegungen haben schon begonnen um auf unser neues Umfeld zu reagieren. Mut und Weitsicht sind gefordert.

Intern müssen wir vermehrt zu einer Dienstleistungsorganisation für unsere Mitglieder werden. Unsere Zeitschriften sollten – wo notwendig – modernisiert werden. Nicht nur Infos aus den Vereinen, sondern sowohl Beispiele guter fachlicher Praxis aus dem In- und Ausland, wie auch Themen: z.B. ökologisches Gärtnern, Permakultur, Klimawandel, Wasserschutz…….sollen vorgestellt werden. Eine reaktive Homepage, eine gute Facebookseite und das Benutzen weiterer sozialer Medien werden diese Anregungen weiter nach innen und außen tragen. Eine optimale Vernetzung mit andern Kleingärtnerorganisationen und der Abschluss von strategischen Partnerschaften werden unsere Anstrengungen unterstützen und werden dazu beitragen uns sichtbarer zu machen.

Wir müssen dann unsere Vereine und Mitglieder ausbilden und ihnen im Garten und im Vereinsleben die notwendige Hilfestellung geben: Fachberatung, Seminare über das Beantragen von Subsidien, Vereinsmanagement, Buchhaltung. Konfliktlösung, etc. sind nur einige Beispiele unseres Engagements gegenüber den individuellen Kleingärtnern und Vereinen.

Auch extern, in einem neuen Umfeld, müssen wir uns anders aufstellen.

Heute sind neue Formen des „Urbanen Gärtnerns“ das Steckenpferd der Menschen und der Politik, und die Kleingärten, Teil dieses urbanen Gärtnerns, werden dabei oft vergessen. Unsere langjährigen Erfahrungen, unser Beitrag im sozialen- und Umweltbereich, werden nicht genügend wahrgenommen. Andere „Grünorganisationen“ versuchen oft lautstark und ohne Rücksicht uns zu verdrängen.

Desweiteren fehlt der Grund und Boden für mehr Parzellen im städtischen Raum, und im ländlichen gibt es einen Leerstand zu beklagen.

Um dieser Tendenz, dieser Situation entgegen zu wirken müssen wir besser wahrgenommen werden. Die Menschen, andere Organisationen, die Behörden, müssen verstehen für was wir stehen, heute und morgen. Wir müssen unsere Vorteile, unsere Dienstleistungen für die Gesellschaft, unsere Erfahrungen und Know-how verdeutlichen. Wir müssen eine Vision für unsere Bewegung erarbeiten, eine Vision, die es uns ermöglicht, die Bewegung, dort wo notwendig, wirksamer zu machen, sie zu fördern und sie zu schützen. Pioniergeist ist gefragt.

Die Mitglieder müssen verstehen was wir tun, welchen Weg wir einschlagen, sie müssen mit an Bord genommen werden. Diese Vision, dieses gemeinsame Ziel muss dann die Mitglieder vereinen, sie motivieren sich zusammen mit ihren Vorständen in den Vereinen und in den Verbänden für die Entwicklung und die Berücksichtigung unserer Belange einzusetzen.

Wir brauchen den Fortschritt, wir müssen innovieren, Lösungen für die neuen Herausforderungen finden.

Einerseits Verkleinerung der Parzellen um die Warteliste zu reduzieren, dem Problem vom Zeitmangel der werktätigen Bevölkerung und dem Fehlen von Gartenbaukenntnissen Rechnung zu tragen. Andererseits auch Projekte auf leer stehenden Parzellen durchführen, Partner mit einbinden, mit den Behörden, dort wo notwendig, ein Kleingartenentwicklungskonzept erarbeiten und für alle Lösungen finden…….

Bei diesen Überlegungen und Handeln können/müssen wir den Ausspruch von Bill BRADLEY berücksichtigen: „Ambition ist der Weg zum Erfolg. Ausdauer ist das notwendige Mittel“.

Ich wünsche Ihnen für 2019 sowohl eine gute Gesundheit, wie auch Mut, Ambition, Pioniergeist, Optimismus und Ausdauer um unsere Bewegung zu befestigen und weiter zu entwickeln. 

Malou WEIRICH
Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux  

Erklärung der INGO-Konferenz beim Europarat "Klimawandel und Menschenrechte"

Erklärung der INGO-Konferenz* beim Europarat
im Hinblick auf die vom 3. bis 14. Dezember 2018 im polnischen Katowice stattfindende Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel (COP24)

 

Alarmiert durch die Heftigkeit, die Vielfalt und die Auswirkungen der an Intensität und geographischer Ausdehnung zunehmenden Klimastörungen;

Alarmiert durch die Schlussfolgerungen des Berichtes der zwischenstaatlichen Expertengruppe über die Entwicklung des Klimas (GIEC) angenommenen am 8. Oktober 2018 von den Delegationen der Mitgliedstaaten in Incheon (Südkorea), der die künftige Entwicklung des Planeten mehr denn je von den Entscheidungen im Zusammenhang mit dem menschlichen Handeln abhängig macht und durch das totale Schweigen der politischen Verantwortlichen in Bezug auf diesen Bericht.

Besorgt aufgrund des Unvermögens der Unterzeichnerstaaten des Übereinkommens von Paris (2015) zur Umsetzung ihrer Verpflichtung zur Aufrechterhaltung oder Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen im Hinblick auf die Verwirklichung des gegenwärtig noch weiter herabgesetzten globalen Ziels von +2°;

Im Bewusstsein um die Schwierigkeiten in Bezug auf die Ausarbeitung und künftige Umsetzung der Anwendungsmodalitäten (Rule book) des vorgenannten Übereinkommens seitens zahlreicher Unterzeichnerstaaten, die sich durch einen heterogenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsstand sowie durch ein sehr unterschiedliches Maß an Bewusstsein für die Menschenrechte und deren Regelung auszeichnen;

 

In Anbetracht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, deren 70. Jahrestag mit der COP24 zusammenfällt;

In Anbetracht des besonderen Verweises der Umweltgipfel von Stockholm (1972) und von Rio (1992 und 2012) auf die Menschenrechte.

In Anbetracht des Wortlauts des 1992 in Rio angenommenen Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, wonach "die Vertragsparteien auf der Grundlage der Gerechtigkeit und entsprechend ihren gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und ihren jeweiligen Fähigkeiten das Klimasystem zum Wohl heutiger und künftiger Generationen schützen sollen".

In Erinnerung daran, dass die Millenniumsziele besagen, dass die Zielsetzungen in Bezug auf die Gesundheit und den Umweltschutz unter Gewährleistung der Menschenrechte erreicht werden können; dass die Entwicklungsziele 13 bis 16 sich auf Umwelt- und Klimafragen konzentrieren und dass der Beschluss 13 der COP 23 eine paritätische Vertretung von Frauen und Männern auf allen beschlussfassenden Ebenen und im Kampf gegen den Klimawandel empfiehlt.

In Anbetracht der vom Europarat, der Europäischen Menschenrechtskonvention (1950) als dessen Gründungstext aber auch von der Europäischen Sozialcharta (1996), der Berner Konvention (1979) über die Erhaltung der Natur und dem Europäischen Landschaftsübereinkommen (2000) geförderten Grundsätze und Werte;

In Anbetracht der Empfehlung CM/Rec(2002)1 des Ministerkomitees des Europarates über die Leitlinien für eine nachhaltige räumliche Entwicklung auf dem europäischen Kontinent;

In Erinnerung an die Empfehlung 1885(2009) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates über die Ausarbeitung eines Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention betreffend das Recht auf eine gesunde Umwelt;

In Anerkennung, dass der Zugang der Öffentlichkeit zu Informationen und Gerichten und die Teilhabe der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen, die in Grundsatz 10 der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung als wesentliche Menschenrechte anerkannt wurden, im Übereinkommen über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten (Übereinkommen von Aarhus, 1998) festgeschrieben wurden;

In Anbetracht der vom Ministerkomitee des Europarates angenommenen Leitlinien CM(2017)83 vom 27. September 2017 in Bezug auf die Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen und der Empfehlung CM/Rec(2018)4 vom 21. März 2018 über die Beteiligung der Bürger am lokalen öffentlichen Leben;

Unter Befürwortung der Erklärung des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen für Menschenrechte und Umwelt vom 8. Oktober 2018 anlässlich der Veröffentlichung des jüngsten Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen: "Der Klimawandel gilt als eine der größten Bedrohungen für die Menschenrechte… Er hat gegenwärtig und wird auch künftig verheerende Auswirkungen auf eine Vielzahl von Menschenrechten haben, wie insbesondere auf das Recht auf Leben, auf Gesundheit, auf Nahrung, auf Wohnraum und auf Wasser, sowie auf das Recht auf eine gesunde Umwelt."

In Anbetracht des vorgenannten Berichts, der an die absolute Dringlichkeit der Einhaltung der Vereinbarungen von Paris erinnert, den Anstieg der globalen Temperatur unter 1,5° zu halten,

- bestätigen, dass es von größter Wichtigkeit ist, den Klimawandel an die Spitze der Handlungsprioritäten zu stellen, um die künftige Entwicklung der Menschheit und des Planeten sicherzustellen;

- sind überzeugt, dass die erforderlichen und dringenden Lösungen nur unter Einbeziehung der gesamten Zivilgesellschaft in sämtliche Mobilisierungs- und Entscheidungsebenen gefunden werden können;

- fordern, dass die internationalen Verhandlungen den strikten Rahmen der Verringerung von Treibhausgasen verlassen und den Schutz der Grundrechte aller Menschen einbeziehen, unter Berücksichtigung der Auswirkungen sämtlicher mit dem Klimawandel verbundenen Phänomene auf die Ausübung dieser Rechte;

- fordern, dass die Achtung des Rechts auf Leben, Würde und Mobilität die Umsetzung internationaler Vorschriften umfasst, die die Staaten und die regionalen Institutionen wie die EU und die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften zur unverzüglichen Beachtung der nachstehenden Faktoren verpflichten:

o die durch die extremen Wetterereignisse und die langsame Verschlechterung der Böden und Unterböden verursachte Bedrohung der Lebensräume, des Wassers und der Nahrungsressourcen,

o die regelmäßige Bewertung der durch den Klimawandel erhöhten natürlichen und industriellen Risiken,

o die Prävention von politischen und gesellschaftlichen Konflikten im Zusammenhang mit der daraus entstehenden gemeinsamen Nutzung der Ressourcen;

o die Aufnahme der aufgrund von Hochwasser, der Verknappung lebenswichtiger Güter oder des Entzugs wesentlicher Dienstleistungen aus ihrem Lebensraum vertriebenen Völker,

o die Entschädigung der ihren Gütern beraubten Völker, Hilfe oder Unterstützung für diese Völker;

o die Berücksichtigung der ärmsten und schwächsten Völker, die dem Klimawandel potentiell am stärksten ausgesetzt sind

- empfehlen, dass die Staaten und regionalen Institutionen zur Verwirklichung der in den vorstehend angeführten Rechtstexten festgesetzten Zielsetzungen wirksame und gerechte Verwaltungsmaßnahmen in Verbindung mit finanziellen Anreizen ins Leben rufen

Inoffizielle Übersetzung

pdforiginal Dokument (englisch)

*(INGO...Zusammenschluss von 307 internationalen nicht staatlichen Organisationen (OING) mit partizipativem Status beim Europarat)

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