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Jahresbeginn 2019

Liebe Kleingärtner/innen

„Es ist erstaunlich, was man alles schaffen kann, wenn man nur den Mut hat, es zu versuchen“.

Sie fragen sich vielleicht warum ich diesen Satz am Anfang dieses Artikels zum Jahresbeginn schreibe.

Die nationalen Verbände und das Office, d.h. die ganze Kleingartenbewegung, stehen sowohl intern wie auch extern vor großen Herausforderungen um die Zukunft richtig zu gestalten. Ein Stillstand ist keine Option. Die Überlegungen haben schon begonnen um auf unser neues Umfeld zu reagieren. Mut und Weitsicht sind gefordert.

Intern müssen wir vermehrt zu einer Dienstleistungsorganisation für unsere Mitglieder werden. Unsere Zeitschriften sollten – wo notwendig – modernisiert werden. Nicht nur Infos aus den Vereinen, sondern sowohl Beispiele guter fachlicher Praxis aus dem In- und Ausland, wie auch Themen: z.B. ökologisches Gärtnern, Permakultur, Klimawandel, Wasserschutz…….sollen vorgestellt werden. Eine reaktive Homepage, eine gute Facebookseite und das Benutzen weiterer sozialer Medien werden diese Anregungen weiter nach innen und außen tragen. Eine optimale Vernetzung mit andern Kleingärtnerorganisationen und der Abschluss von strategischen Partnerschaften werden unsere Anstrengungen unterstützen und werden dazu beitragen uns sichtbarer zu machen.

Wir müssen dann unsere Vereine und Mitglieder ausbilden und ihnen im Garten und im Vereinsleben die notwendige Hilfestellung geben: Fachberatung, Seminare über das Beantragen von Subsidien, Vereinsmanagement, Buchhaltung. Konfliktlösung, etc. sind nur einige Beispiele unseres Engagements gegenüber den individuellen Kleingärtnern und Vereinen.

Auch extern, in einem neuen Umfeld, müssen wir uns anders aufstellen.

Heute sind neue Formen des „Urbanen Gärtnerns“ das Steckenpferd der Menschen und der Politik, und die Kleingärten, Teil dieses urbanen Gärtnerns, werden dabei oft vergessen. Unsere langjährigen Erfahrungen, unser Beitrag im sozialen- und Umweltbereich, werden nicht genügend wahrgenommen. Andere „Grünorganisationen“ versuchen oft lautstark und ohne Rücksicht uns zu verdrängen.

Desweiteren fehlt der Grund und Boden für mehr Parzellen im städtischen Raum, und im ländlichen gibt es einen Leerstand zu beklagen.

Um dieser Tendenz, dieser Situation entgegen zu wirken müssen wir besser wahrgenommen werden. Die Menschen, andere Organisationen, die Behörden, müssen verstehen für was wir stehen, heute und morgen. Wir müssen unsere Vorteile, unsere Dienstleistungen für die Gesellschaft, unsere Erfahrungen und Know-how verdeutlichen. Wir müssen eine Vision für unsere Bewegung erarbeiten, eine Vision, die es uns ermöglicht, die Bewegung, dort wo notwendig, wirksamer zu machen, sie zu fördern und sie zu schützen. Pioniergeist ist gefragt.

Die Mitglieder müssen verstehen was wir tun, welchen Weg wir einschlagen, sie müssen mit an Bord genommen werden. Diese Vision, dieses gemeinsame Ziel muss dann die Mitglieder vereinen, sie motivieren sich zusammen mit ihren Vorständen in den Vereinen und in den Verbänden für die Entwicklung und die Berücksichtigung unserer Belange einzusetzen.

Wir brauchen den Fortschritt, wir müssen innovieren, Lösungen für die neuen Herausforderungen finden.

Einerseits Verkleinerung der Parzellen um die Warteliste zu reduzieren, dem Problem vom Zeitmangel der werktätigen Bevölkerung und dem Fehlen von Gartenbaukenntnissen Rechnung zu tragen. Andererseits auch Projekte auf leer stehenden Parzellen durchführen, Partner mit einbinden, mit den Behörden, dort wo notwendig, ein Kleingartenentwicklungskonzept erarbeiten und für alle Lösungen finden…….

Bei diesen Überlegungen und Handeln können/müssen wir den Ausspruch von Bill BRADLEY berücksichtigen: „Ambition ist der Weg zum Erfolg. Ausdauer ist das notwendige Mittel“.

Ich wünsche Ihnen für 2019 sowohl eine gute Gesundheit, wie auch Mut, Ambition, Pioniergeist, Optimismus und Ausdauer um unsere Bewegung zu befestigen und weiter zu entwickeln. 

Malou WEIRICH
Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux  

Erklärung der INGO-Konferenz beim Europarat "Klimawandel und Menschenrechte"

Erklärung der INGO-Konferenz* beim Europarat
im Hinblick auf die vom 3. bis 14. Dezember 2018 im polnischen Katowice stattfindende Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel (COP24)

 

Alarmiert durch die Heftigkeit, die Vielfalt und die Auswirkungen der an Intensität und geographischer Ausdehnung zunehmenden Klimastörungen;

Alarmiert durch die Schlussfolgerungen des Berichtes der zwischenstaatlichen Expertengruppe über die Entwicklung des Klimas (GIEC) angenommenen am 8. Oktober 2018 von den Delegationen der Mitgliedstaaten in Incheon (Südkorea), der die künftige Entwicklung des Planeten mehr denn je von den Entscheidungen im Zusammenhang mit dem menschlichen Handeln abhängig macht und durch das totale Schweigen der politischen Verantwortlichen in Bezug auf diesen Bericht.

Besorgt aufgrund des Unvermögens der Unterzeichnerstaaten des Übereinkommens von Paris (2015) zur Umsetzung ihrer Verpflichtung zur Aufrechterhaltung oder Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen im Hinblick auf die Verwirklichung des gegenwärtig noch weiter herabgesetzten globalen Ziels von +2°;

Im Bewusstsein um die Schwierigkeiten in Bezug auf die Ausarbeitung und künftige Umsetzung der Anwendungsmodalitäten (Rule book) des vorgenannten Übereinkommens seitens zahlreicher Unterzeichnerstaaten, die sich durch einen heterogenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsstand sowie durch ein sehr unterschiedliches Maß an Bewusstsein für die Menschenrechte und deren Regelung auszeichnen;

 

In Anbetracht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, deren 70. Jahrestag mit der COP24 zusammenfällt;

In Anbetracht des besonderen Verweises der Umweltgipfel von Stockholm (1972) und von Rio (1992 und 2012) auf die Menschenrechte.

In Anbetracht des Wortlauts des 1992 in Rio angenommenen Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, wonach "die Vertragsparteien auf der Grundlage der Gerechtigkeit und entsprechend ihren gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und ihren jeweiligen Fähigkeiten das Klimasystem zum Wohl heutiger und künftiger Generationen schützen sollen".

In Erinnerung daran, dass die Millenniumsziele besagen, dass die Zielsetzungen in Bezug auf die Gesundheit und den Umweltschutz unter Gewährleistung der Menschenrechte erreicht werden können; dass die Entwicklungsziele 13 bis 16 sich auf Umwelt- und Klimafragen konzentrieren und dass der Beschluss 13 der COP 23 eine paritätische Vertretung von Frauen und Männern auf allen beschlussfassenden Ebenen und im Kampf gegen den Klimawandel empfiehlt.

In Anbetracht der vom Europarat, der Europäischen Menschenrechtskonvention (1950) als dessen Gründungstext aber auch von der Europäischen Sozialcharta (1996), der Berner Konvention (1979) über die Erhaltung der Natur und dem Europäischen Landschaftsübereinkommen (2000) geförderten Grundsätze und Werte;

In Anbetracht der Empfehlung CM/Rec(2002)1 des Ministerkomitees des Europarates über die Leitlinien für eine nachhaltige räumliche Entwicklung auf dem europäischen Kontinent;

In Erinnerung an die Empfehlung 1885(2009) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates über die Ausarbeitung eines Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention betreffend das Recht auf eine gesunde Umwelt;

In Anerkennung, dass der Zugang der Öffentlichkeit zu Informationen und Gerichten und die Teilhabe der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen, die in Grundsatz 10 der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung als wesentliche Menschenrechte anerkannt wurden, im Übereinkommen über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten (Übereinkommen von Aarhus, 1998) festgeschrieben wurden;

In Anbetracht der vom Ministerkomitee des Europarates angenommenen Leitlinien CM(2017)83 vom 27. September 2017 in Bezug auf die Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen und der Empfehlung CM/Rec(2018)4 vom 21. März 2018 über die Beteiligung der Bürger am lokalen öffentlichen Leben;

Unter Befürwortung der Erklärung des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen für Menschenrechte und Umwelt vom 8. Oktober 2018 anlässlich der Veröffentlichung des jüngsten Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen: "Der Klimawandel gilt als eine der größten Bedrohungen für die Menschenrechte… Er hat gegenwärtig und wird auch künftig verheerende Auswirkungen auf eine Vielzahl von Menschenrechten haben, wie insbesondere auf das Recht auf Leben, auf Gesundheit, auf Nahrung, auf Wohnraum und auf Wasser, sowie auf das Recht auf eine gesunde Umwelt."

In Anbetracht des vorgenannten Berichts, der an die absolute Dringlichkeit der Einhaltung der Vereinbarungen von Paris erinnert, den Anstieg der globalen Temperatur unter 1,5° zu halten,

- bestätigen, dass es von größter Wichtigkeit ist, den Klimawandel an die Spitze der Handlungsprioritäten zu stellen, um die künftige Entwicklung der Menschheit und des Planeten sicherzustellen;

- sind überzeugt, dass die erforderlichen und dringenden Lösungen nur unter Einbeziehung der gesamten Zivilgesellschaft in sämtliche Mobilisierungs- und Entscheidungsebenen gefunden werden können;

- fordern, dass die internationalen Verhandlungen den strikten Rahmen der Verringerung von Treibhausgasen verlassen und den Schutz der Grundrechte aller Menschen einbeziehen, unter Berücksichtigung der Auswirkungen sämtlicher mit dem Klimawandel verbundenen Phänomene auf die Ausübung dieser Rechte;

- fordern, dass die Achtung des Rechts auf Leben, Würde und Mobilität die Umsetzung internationaler Vorschriften umfasst, die die Staaten und die regionalen Institutionen wie die EU und die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften zur unverzüglichen Beachtung der nachstehenden Faktoren verpflichten:

o die durch die extremen Wetterereignisse und die langsame Verschlechterung der Böden und Unterböden verursachte Bedrohung der Lebensräume, des Wassers und der Nahrungsressourcen,

o die regelmäßige Bewertung der durch den Klimawandel erhöhten natürlichen und industriellen Risiken,

o die Prävention von politischen und gesellschaftlichen Konflikten im Zusammenhang mit der daraus entstehenden gemeinsamen Nutzung der Ressourcen;

o die Aufnahme der aufgrund von Hochwasser, der Verknappung lebenswichtiger Güter oder des Entzugs wesentlicher Dienstleistungen aus ihrem Lebensraum vertriebenen Völker,

o die Entschädigung der ihren Gütern beraubten Völker, Hilfe oder Unterstützung für diese Völker;

o die Berücksichtigung der ärmsten und schwächsten Völker, die dem Klimawandel potentiell am stärksten ausgesetzt sind

- empfehlen, dass die Staaten und regionalen Institutionen zur Verwirklichung der in den vorstehend angeführten Rechtstexten festgesetzten Zielsetzungen wirksame und gerechte Verwaltungsmaßnahmen in Verbindung mit finanziellen Anreizen ins Leben rufen

Inoffizielle Übersetzung

pdforiginal Dokument (englisch)

*(INGO...Zusammenschluss von 307 internationalen nicht staatlichen Organisationen (OING) mit partizipativem Status beim Europarat)

Ehrungen - 25.August 2018, Kortrijk

FÜNF KLEINGARTENVEREINE WURDEN ANLÄSSLICH DER STUDIENTAGUNG IN KORTRIJK GEEHRT.

I) DIE EHRENURKUNDE FÜR INNOVATIVE PROJEKTE WURDE VERLIEHEN AN:

1) Die Swinbrook Road Kleingartenanlage nördlich von Carterton (GB)

Die Kleingartenanlage umfasst 45 Parzellen auf einem 1,22 Hektar großen Grundstück, nördlich von Carterton am Rande der Cotswolds.

SwinbrookDas Ziel ihres Projektes ist es die Boden- und Arbeitsbedingungen für alle Kleingärtner der Swinbrook Road Kleingartenanlage zu verbessern und die Beliebtheit der Kleingärten Kleingärten in der lokalen Gemeinschaft zu erhöhen.

Die Kleingärtner haben die Einrichtungen in der Anlage mit mehreren innovativen Techniken verbessert, zum Beispiel durch die Wiederverwendung von Materialien die sonst auf einer Deponie entsorgt oder verbrannt worden wären.

Man kann zum Beispiel erwähnen dass:

  1. - Der Vorstand hat mit der Royal Air Force Base in Brize Norton verhandelt um alle gesammelten Blätter und Gartenabfälle zu erhalten die sonst normalerweise 25 Kilometer auf einer entfernten Deponie gelandet wären. So konnten sie die Verschmutzung durch den Transport vermeiden und den Tonnengehalt der Mülldeponie reduzieren.
  1. - Die Gesellschaft Southern Electric ersetzte und verbrannte ihre alten hölzernen Versorgungsmaste. Auf Anfrage des Vorstands wurden diese für eine zukünftige Verwendung in die Kleingartenanlage gebracht. Eine davon war das Stützen der Umzäunung rund um den riesigen Komposthaufen zusätzlich zu einigen abmontierten gebrauchten Drahtzäunen eines Einzäunungsunternehmens.
  1. - Alte Bausteine und hartes Material wurden von einer lokalen Abbruchstelle erworben und für die Entwässerung und Nivellierung eines zuvor nicht nutzbaren Nassbereichs genutzt.
  1. - Die Kleingärtner erhalten jetzt auch Holzhackschnitzel von einem örtlichen Landschaftsgärtner, welcher Baumarbeiten durchführt. Sie werden ausgiebig für Spazier- und Gehwege genutzt.
  1. Swinbrook- Die Kleingärtner haben 150 Bäume gekauft und rundum das Gelände angepflanzt um die neben dem Grundstück gebauten Häuser zu verdecken.

 

Man erachtet dass die Kleingärtner dieser Anlage viel Initiative zum Erwerb der oben genannten Materialien gezeigt haben. Ihre fantasievollen und "innovativen Aktivitäten" haben die Einrichtungen der Anlage nicht nur zum Nutzen der Mitglieder, sondern auch zum Nutzen der lokalen Gemeinschaft erheblich verbessert. Im Zuge der vorhergenannten Maßnahmen wurden auch die Luftverschmutzung, die Anforderungen der Deponie, die Rauchbelastung durch das Verbrennen von behandeltem Holz minimiert und die sonst notwendig gewordene Kilometerzahl reduziert, was vorteilhaft für die breitere Gemeinschaft ist.

 

II) DIE EHRENURKUNDE FÜR NATURGERECHTES GÄRTNERN WURDE VERLIEHEN AN:

1) De Roshaag in Peer (B)

de RoshaagEine junge und kleine Gartenanlage, mit 17 Gärten und einem Vorzeige/Demonstrationsgarten, ein Beispiel für alle ökologischen Anlagen in Flandern. 2017 wurde der Anlage das ökologische Gartenlabel mit dem Maximum an Punkten überreicht.
Zusammen mit der Stadtverwaltung unterhalten die Kleingärtner die Zone, welche die Gärten umgibt um die Anlage attraktiver, naturfreundlicher und einladend für die Umgebung zu machen.

Es gibt einen Kompostierungsplatz, auf welchem die ganze Stadt lernen kann wie man kompostiert. Es gibt regelmäßige Vorführungen und verschiedenste Kompostierungsmethoden werden getestet.
Es gibt viel Platz für Insekten, Vögel und Igel zum Kriechen, Füttern und Schlafen in und rund um die Anlage. Es gibt Totholzhecken, welche aus Baumschnittmaterial geschaffen wurden und ideal für Insekten und Igel sind. Man findet auch viele Insektenhotels für Wildbienen und andere Insekten, einen Kräutergarten und mehrere Wildblumenbeete zur Ernährung und um zu überwintern.
Rundum die Gärten gibt es Zonen mit vielen Wildpflanzen. Hier wurde den verschiedenen Schichten ein spezielles Augenmerk gegeben: Kanapee, Büsche und Gestrüpp. Die Kleingärtner versuchten einen richtigen Wald nachzuahmen.
Die Kleingärtner arbeiten mit einem Imker zusammen um in der Anlage lokalen Honig zu produzieren.

de RoshaagEs werden keine Pestizide in der Anlage gebraucht. Arbeitsgruppen und Vorführungen werden organisiert um Alternativen aufzuzeichnen. In dem Vorführungsgarten experimentieren die Kleingärtner mit neuen Techniken und verschiedenen Pflanzensorten.
Alle Gärtner teilen eine gemeinsame Laube mit einer Kompostierungstoilette. Dies reduziert den notwendigen Platz für individuelle Lauben. Auf dieser Gemeinschaftslaube gibt es ein grünes Dach und eine kleine Solarzelle für das Licht und die Toilette. Das restliche Wasser wird gebraucht um die Gärten in Trockenperioden zu begießen.
Es gibt auch einige manuelle Wasserpumpen, welche über die ganze Anlage verteilt sind.
Arbeitsgruppen und Vorführungen werden für die Gärtner, die Nachbarschaft, Schulen und alle andern interessierten Menschen organisiert.
100% der Kleingärtner nehmen am ökologischen Gärtnern teil.

 

2) Der Kleingartenverein De Hoge Weide in Utrecht (NL)

de hoge WeideDer Kleingartenverein De Hoge Weide liegt seit 2003 im Park Groenewald in Papendorp im Polder von Utrecht. Das parkähnliche Design, die Kombination mit kleinen Bürogebäuden und der öffentliche Charakter der Gartenanlage sind in den Niederlanden einzigartig. 2010 hat der Verein ein Projekt für natürliches Gärtnern begonnen. 2017 hat er die vier Punkte für natürliches Gärtnern in seiner Anlage im Qualitätslabel erhalten.
Die Mitglieder des Vereins erledigen regelmäßig Gemeinschaftsarbeiten im Park und in den Themengärten, in welchen natürliches Gärtnern zum Alltag geworden ist. Daher kann der Verein De Hoge Weide stolz berichten, dass etwa 90% der Mitglieder auch ihre Parzelle auf natürliche Art und Weise pflegen.

NATURGERECHTES GÄRTNERN
Vier der fünf Themengärten in der Anlage De Hoge Weide sind angelegt worden um die Vielfalt von Fauna und Flora zu fördern.

PROJEKTE
Das Projekt "die Pflanzschule" mit ihrem eigenen Garten zum Vorkultivieren von Pflanzen versorgt die Mitglieder mit Informationen über die Aussaat und den Anbau von Pflanzen. Die Pflanzen aus dieser Vorkultur werden entlang der Ufer gepflanzt.
Ein neues Projekt mit frühen Frühjahrsblühern wird derzeit entwickelt.
Der Verein hat desweiteren mit der Entwicklung eines Projektes für erneuerbare Energien begonnen.

VERWALTUNG UND UNTERHALT
Der Unterhalt des Parks wird von der Arbeitsgruppe: "Natur-Management organisiert". Entsprechend dem erstellten Zeitplan werden Arbeiten durchgeführt und Aktivitäten für Mitglieder und Besucher organisiert. Die Arbeitsgruppe identifiziert auch Probleme in den einzelnen Gärten.

de hoge WeideKOMMUNIKATION
Regelmäßig werden Arbeitsgruppen organisiert, bei welchen das Wissen zwischen Mitgliedern ausgetauscht wird.

Die Arbeitsgruppe "Hilfe, ich habe einen Garten"! bietet neuen Mitgliedern eine Einführung in das naturgerechte Gärtnern an und hilft ihnen bei Anfangsschwierigkeiten in ihren neuen Gärten.

Wegweiser und Informationstafeln führen die Besucher durch die Gartenanlage. Die großen Informationstafeln in den Themengärten haben einen pädagogischen Wert. Eine Karte mit einem Wanderweg steht den Besuchern zur Verfügung. Ein großer Teil der Besucher arbeitet in den Büros in und rundum den Park.

 

3) Die Kleingartenanlage De Groote Braak in Amsterdam (NL)

de Groote BraakVor etwa 6 Jahren führte die Kleingartenanlage de Groote Braak das natürliche Gärtnern ein. Alles begann mit einer Inspektion durch den nationalen Kleingärtnerverband und Ratschlägen für die nächsten Jahre. Ein Ausschuss für Natur und Umwelt wurde geschaffen und langsam fand ein Umdenken in der Anlage statt. Zusätzlich zu einem mehr traditionellen Gärtnern werden Teile des Parks auf eine natürliche Art und Weise gepflegt. Während den letzten zwei Jahren wurden die Anstrengungen noch dank der Unterstützung eines Beraters des AVVN verstärkt. Das Resultat hiervon war das Erhalten der nationalen Qualitätsmarke "National Gardening" mit dem Maximum von vier Punkten auf dem Marienkäfer.

WIEDERVERWENDUNG VON ROHSTOFFEN
Fein gehäckselte Materialien
Schnittholz wird geschreddert und wieder verwendet. Gehäckselte Materialien werden in den öffentlichen Grünflächen der Gartenanlage und von den Gärtnern in den privaten Gärten verwendet.

Kompostieren
Die Abfälle aus den öffentlichen Grünzonen der Gartenanlage und aus den einzelnen Gärten werden kompostiert. Zurzeit wird der Kompost nur für die öffentlichen Teile verwendet, aber wir hoffen bald genügend Kompost zu haben, damit auch die Gärtner davon profitieren können und den Kompost in ihren Gärten verwenden können. Zusätzlich motivieren wir die Gärtner in ihren Gärten zu kompostieren.

Abfallentsorgung
Glas, Papier, Fett, Haushaltsmüll und Kunststoff werden getrennt gesammelt und können wieder verwendet werden.

TIERE

Schmetterlingsgarten, Insektenhotel, Bienenstock "Stobbenwal", Igelburg An mehreren Stellen findet man kleine Insektenhotels. Ein "Stobbenwal" (Reihe von Ästen und Stümpfen für Tiere) für Bodenorganismen wurde angelegt und ein Bienenstock ist bewohnt. Um eine gute Versorgung mit Nahrung zu gewährleisten, wurde ein Schmetterlingsgarten angelegt in welchem auf mehreren Beeten Wildblumen ausgesät wurden.

Krötentümpel und naturfreundliche Ufer, schwimmende Inseln. Neben einem Platz für Amphibien haben Vögel, wie z. B. Enten, eine Bleibe gefunden. Ein Lehrpfad wurde entlang des Krötentümpels angelegt.

BEETE, KRÄUTERGARTEN UND REIHEN
Vor kurzem wurde unter anderem im Park De Groote Braak ein Kräutergarten angelegt. Gartenmitglieder können sich hier Kräuter für ihren eigenen Gebrauch nehmen.

de Groote BraakWELCHE POLITIK WIRD BEIM MÄHEN ANGEWANDT
Vor zwei Jahren hat man in dem Gartenareal begonnen in Phasen zu mähen. Seitdem wurde diese Art des Mähens erweitert. Das Ziel ist es eine möglichst große Vielzahl an Pflanzen und Tiere zu ermöglichen.

ÖKOLOGISCHE PRODUKTE
Im Geschäft verkauft man nur naturfreundliche Gartenprodukte und Reinigungsmittel.

WANDERWEGE UND INFORMATIONSTAFELN
Es gibt einen Rundgang durch den Park der entlang der besonderen Plätze in der Anlage verläuft. An diesen Stellen findet man Informationstafeln mit Erklärungen.

KOMMUNIKATION
Über die Gartenzeitschrift, die Homepage, Newsletters und Arbeitsgruppen sowie Informationsschilder, Führungen und zusätzliche Erklärungen für neue Gärtner werden alle Gärtner über ein naturgerechtes Gärtnern informiert.

 

4) Die Kleingartenanlage Wijkergouw in Amsterdam (NL)

WijkergouwNach einem zweijährigen Projekt erhielt die Gartenanlage die nationale Qualitätsmarke für natürliches Gärtnern mit der Höchstpunktzahl von vier Punkten. Schätzungsweise nehmen 75% der Gärtner am natürlichen Gärtnern teil. Regelmäßig organisieren die Mitglieder abwechselnd Diskussionsrunden und praktische Vorträge über ökologische Gartenpraktiken.

EINHEIMISCHE FLORA UND FAUNA
Das Wasserland nördlich des IJ an der alten Promenade bei Schellingwoude bestand bis ins elfte Jahrhundert aus einer undurchdringlichen Wildnis. Die Gartenanlage Wijkergouw wurde 1962 dort für und von den Stadtbewohnern angelegt. Der sich verändernde Zeitgeist ist in den Gärten sichtbar; speziell naturnahe Projekte funktionieren Seite an Seite mit einer traditionelleren Gartengestaltung.

WASSERVERWALTUNG
Gutes Wassermanagement sorgt in diesem Bereich für trockene Füße. Die Gärtner arbeiten mit den Nachbarn und der Regierung (Wasserbehörde) zusammen um beim Ausbaggern und der Pflege der Flussufer zu helfen.

FAUNA, MIGRATION UND INTERNATIONALE VERLETZBARE BEVÖLKERUNGEN
Die Gärtner bemühen sich Migrationsmöglichkeiten für international gefährdete Bevölkerungen mit Leitarten wie zum Beispiel die Ringnatter, die nordische Wühlmaus und die Fischotter zu sichern.

INSEKTEN, VÖGEL UND FLEDERMÄUSE
Der Imkerverein, die Anwohner und die Gärtner haben gemeinsam ein separates Gelände als Bienenpark mit Honigpflanzen und Honigbienen eingerichtet. Rundum den Park leben Fledermäuse in speziellen Nistkästen. Es gibt auch einen Vogelboulevard mit Unterkünften für alle Arten von Vögeln. Vogelbeobachter listen Beobachtungen auf und zählen unter andrem geschützte Vögel wie zum Beispiel Blaureiher, Mauersegler, Eisvögel, Ohreulen und Sperber.

KOMPOSTIEREN, LEBEN IN WASSER UND BODEN
Im "Kompostwald" wird der Gartenabfall zusätzlich zu dem Kompostieren auf der eigenen Parzelle recykliert. Mitglieder bringen Gartenabfälle und nehmen Erde mit, Holz wird geschreddert. Es gibt einen Platz für den Austausch von Pflanzen: Frei um Pflanzen zu bringen oder zu nehmen.

WijkergouwNATÜRLICHER SPIELPLATZ
Der Spielplatz ist für verschiedene Altersgruppen angelegt worden mit einer Wasserpumpe und einem Wasserlauf. Ein Spielhaus, Klettergerüst, Schaukeln und eine Rutsche sind vorhanden.

VEREINSHAUS, GESCHÄFT UND KLEINES GELÄNDE
Der Bauernhof Arbeid Adelt dient als Vereinshaus und als "neuralgisches Zentrum" für die Gärtner. Vor einigen Jahren wurden ein authentischer Bauerngarten und eine Kräuterecke angelegt. Die Gärtner treffen sich hier, genießen ein gesundes Mittagessen mit Produkten aus dem eigenen Garten und nehmen an Vorträgen und Arbeitsgruppen teil.

KOMMUNIKATION, KOOPERATION UND GEMEINSAMER GEBRAUCH
Ein ausgeschilderter Wanderweg durch Wijkergouw und 5 benachbarte Kleingartenanlagen ist während der Gartensaison für die Öffentlichkeit zugänglich.

WEITERE ENTWICKLUNG
Weitere Ideen warten darauf realisiert zu werden, wie zum Beispiel ein gemeinsames Gewächshaus, für den Anbau von Pflanzen und Gemüse, ein Verleih von ein Meter großen Quadrattischen werden an interessierte Menschen verliehen. Errichten einer Tauschbörse, Anlegen eines Lernpfades für Kinder.

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