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Das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux und seine Mitgliedsverbände rufen alle Kleingärtner auf an der Woche ohne Pestizide, welche vom 20. bis 30. März 2017 organisiert wird, teilzunehmen.

pestizideIm Anfang wurden die Pestiziden als ein Segen vom Himmel angesehen. Sie hatten die Fähigkeit das Unerwünschte sowie gefährliche und lästige Insekten zu töten. Und mit einfachen Mitteln konnten sie auf Stellen, Pflanzen, Objekte oder Körper welche nicht nützlich zu sein schienen, gespritzt oder geblasen werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg erfüllte das DDT eine fantastische Aufgabe und wurde schnell sehr populär. In jedem Lebensmittelgeschäft konnte man es erhalten und so wurde es nicht nur von professionellen Landwirten, sondern von fast jedem Haushalt gebraucht um sich von ungewünschten Insekten zu befreien.

Aber nach einiger Zeit fand man heraus dass DDT ungewünschte Nebenerscheinungen mit sich brachte. Es tötete nicht nur das Unerwünschte, aber auch nützliche Insekten. Und was noch schlimmer war seine Überbleibsel wurden in der Natur verbreitet und wurden dann schlussendlich in den Körpern von Tieren aufbewahrt. Und der Killereffekt des Produktes oder seine Beschädigungseffekte waren viel effektiver als das was irgendjemand geglaubt hatte.

Die Hersteller kamen zweimal zuerst mit einer zweiten und sogar mit einer dritten Generation von Produkten: Deltrin und Aldrin. Diese sollten nicht die ungewünschten Nebenwirkungen vom DDT haben. In Wirklichkeit waren sie aber noch schlimmer. Mit ihrem Buch "Silent Spring" (Stiller Frühling) zeigte Rachel Carson der Welt die vernichtenden Effekte wenn diese Produkte auf breiter Ebene gebraucht wurden.

Einige Vorläufer verbannten ihren Gebrauch, aber die Industrie fuhr fort immer neue Produkte auf den Markt zu bringen und suggerierte dass ein ungefährlicher Gebrauch möglich war.

Die Welt hat die Wirkungen von dem verschwenderischen Gebrauch von dem "Agent Orange" während des Vietnamkrieges auf die Menschen gesehen. Verschiedene Komponenten dieses Produktes wurden auch von den lokalen Behörden und der Landwirtschaft gebraucht, auch wenn sie nicht von der Lebensmittel- und Arzneibehörde in den USA erlaubt waren. Und die traurige Geschichte geht weiter. Jedes Mal führte die Industrie neue Produkte ein und behauptete dass ihr Gebrauch sicher war und dass es keine unerwünschten Nebeneffekte gab.

Es gibt starke Hinweise dass ein weitverbreitetes Herbizid Schaden in unsern Körpern anrichten kann. Andere sehr verbreitete Produkte scheinen nicht nur die sehr nützlichen Honigbienen, sondern auch die nützlichen Wildbienen, Wespen und Fliegen zu töten.

Dies sind alles Ursachen um an der Woche gegen Pestiziden teilzunehmen und die Menschen auf die Gefahren aufmerksam zu machen damit der Gebrauch von Pestiziden reduziert wird und in manchen Fällen auch ein Verbot dieser weit von harmlosen Pestiziden eingeführt wird.

Ihr braucht nicht zu warten bis nationale oder europäische Behörden schlussendlich ihre Verantwortung übernehmen. Ihr könnt selbst Verantwortung übernehmen. Schützt die Honigbienen, vermeidet dass versteckte Chemikalien auf die Dauer lebende, interessante, schöne und wervolle Lebewesen töten und vergiften.

Deshalb nehmt nicht nur an der Woche gegen den Gebrauch von Pestiziden teil, sondern stoppt ihre ungewünschte Anwendung.Gebraucht organische Düngemittel wie z.B Kompost, wenden Sie eine Fruchtwechselfolge an, pflanzt Begleitpflanzen an etc

Information auf http://www.semaine-sans-pesticides.com

Die Delegierten des Office International du Coin de Terre et des Jardins familiaux tagten in Luxemburg

Am 3. und 4. März 2017 tagten die nationalen Delegierten zur jährlichen statutarischen Vollversammlung in Luxemburg.

Mit großer Freude nahmen die Delegierten zur Kenntnis dass die luxemburgische Umweltministerin die Veröffentlichung der Office-Broschüre: "Kleingärten –mit Kindern die Natur entdecken" großzügig unterstützt hat und bedanken sich sehr herzlich.

Sie bedanken sich auch herzlich bei der Firma MAYERHOFER und speziell Friedrich HAUK für die große finanzielle Unterstützung bei der Veröffentlichung seiner Broschüren.

Fünf Anträge für Ehrenurkunden, welche bei der internationalen Studientagung in Kopenhagen verliehen werden, wurden eingereicht. Das Erhalten der Ehrenurkunden stellt für die Vereine eine große Anerkennung ihrer Leistungen dar und ist ein vorzügliches Mittel für ihr Lobbying.

Es wurde auch beschlossen dem Kleingartenverein "am Kienberg" die Ehrenurkunde für naturgerechtes Gärtnern zu verleihen. Sie wird am 20. Mai 2017 anlässlich des Tages des Gartens in Berlin überreicht werden.

Neben den statutarischen Aufgaben, dem Bericht und der Diskussion über nationale positive oder negative Ereignisse, wurden die Themen: "Kleingärten und Gemeinschaftsgärten" sowie "Zukunft der internationalen Kleingartenbewegung" intensiv diskutiert.

An der Ausarbeitung von Leitlinien für die Fachberatung wird in einer Arbeitsgruppe weiter gearbeitet werden.

Es wurde beschlossen das Fachberater Forum zu optimieren um es erfolgreich zu machen und deshalb mehr interessierten Personen den Zugang zu gewähren.

Das Office erscheint seit dem 4. März auf Facebook um besser und vermehrt im Blickpunkt aller zu sein.
www.facebook.com/OfficeInternationalJardinsFamiliaux

OI2017Während der statutarischen Sitzung wurden auch die Vorstandsmitglieder für die nächsten 4 Jahre gewählt: Es sind Daniel CAZANOVE (F), Otmar HOFFMANN (L), Preben JACOBSEN (DK), Peter PASCHKE (D) und Wilhelm WOHATSCHEK (A).

In der ersten darauffolgenden Vorstandssitzung wurde Wilhelm WOHATSCHEK nochmals als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt.

Die nationalen Delegierten werden sich am kommenden 24. August in Kopenhagen während ihrer Studientagung zur nächsten Vollversammlung treffen.

Die nächste statutarische Vollversammlung findet am 23. und 24. Februar 2018 in Luxemburg statt.

Jahresende 2016

Liebe Kleingärtner/innen

Malou WeirichWir haben dieses Jahr das 90. Jubiläum des Office International gefeiert. 90 Jahre Arbeit, Entwicklung, Erfolg, aber auch manchmal Bedauern, Enttäuschung oder Misserfolg.

90 Jahre nach seiner Gründung brauchen wir noch immer das Office International? Was kann das Office den einzelnen Kleingärtnern in einer Gesellschaft, wo auf allen Ebenen Egoismus, Individualismus, nationale Spezifizität und ein Mangel an Solidarität die Hauptschlagworte zu sein scheinen, bringen?

Wenn wir unsere Bewegung analysieren stellen wir heute wie gestern fest, dass die Gärtner noch immer dieselben Probleme haben. Die Detaillösungen können jedoch nicht überall dieselben sein, weil die Gewohnheiten und die Gesetzgebungen unterschiedlich sind. In einigen Ländern findet man Kleingärten mit Lauben, welche als Witterungsschutz dienen. In andern Ländern findet man Lauben welche es ermöglichen den Tag, die Nacht dort zu verbringen oder sogar dort zu wohnen. All dieses Typen von Gärten koexistieren und ergänzen sich. Es gibt heute wie gestern keinen Modellgarten.

Aber im allgemeinen müssen die zurückbehaltenen Lösungen zum selben Ziel führen, welches darin besteht den Kleingarten überall zu entwickeln, ihm Stabilität zu geben sowie die notwendigen Mittel zu seiner Eingliederung in die moderne Stadt, eine Eingliederung die äußerst berechtigt ist in einer Zivilisation, wo die sozialen Probleme, der Naturschutz und der Kampf gegen die Verschmutzung zu Hauptproblemen geworden sind.

Einzeln bleiben die Verbände zu schwach um das Ziel zu erreichen, welches in der dauerhaften Entwicklung des Kleingartenwesens in einer immer komplexeren Umwelt besteht. Sie sind nicht genügend ausgerüstet um allein optimal die neuen Herausforderungen anzugehen.

Wir brauchen also auch heute noch das Office, und daran besteht kein Zweifel.

Die Wurzeln sind unsichtbar aber sie tragen zum Wachstum des Baumes bei. Unsere Wurzeln sind die Liebe von 2 Millionen Kleingärtnerfamilien für das Gärtnern, unser soziales Engagement, unser Einsatz für die Natur und den Umweltschutz sowie für eine dauerhafte Entwicklung, der Gemeinschaftssinn und unser Einsatz für das Wohl aller. Die Ethik ist wichtiger als die Form.

Diese Wurzeln haben den Baum, welcher unsere Bewegung darstellt, zum Wachsen gebracht. Sie sind auch noch stark genug um weitere Äste zu treiben und unsere Bewegung zum Wohl der Kleingärtner und der ganzen Gesellschaft zu entwickeln.

Die nationalen Verbände sind allein legitimiert um die Kleingärtner zu vertreten. Sie sind aber auch das Transmissionsorgan der Arbeiten des Office an die Kleingärtner. Die Arbeiten im Office sind kein Selbstzweck sondern dienen direkt den Kleingärtnern.

• So bleibt der Erfahrungsaustausch im Office unabdingbar um den Verbänden zu ermöglichen alles zu erfahren was um sie herum geschieht und so ihre eigenen Tätigkeiten zu verfeinern um bestens die Interessen der einzelnen Kleingärtner Mitglieder zu verteidigen.
• Die gemeinsamen Stellungnahmen um Beschlüsse zu beeinflussen, haben positive Konsequenzen für die einzelnen Kleingärtner.
• Die Texte, Aktivitäten, Leitlinien, welche angenommen werden helfen den Kleingärtnern besser zu werden, ihre Aktivitäten sowie Projekte zu entwickeln um sich besser in die Gesellschaft und die Stadt einzugliedern.
• Das Office, durch die angebotenen Serviceleistungen, muss den Mitgliedern helfen die neuen Herausforderungen anzugehen. Ich denke zum Beispiel an die Fachberatung die sich verallgemeinern muss, um dann regelmäßig angepasst zu werden.

Die Kleingärtner sind noch nicht überall abgesichert. Zusammen müssen wir ein Inventar erstellen von allen Mitteln und Methoden, welche zusätzlich zu den spezifischen Gesetzgebungen angewandt werden, um die Kleingärten zu schützen wie zum Beispiel ihre Integration in die Grüninfrastrukturen der Städte, ihre Miteinbeziehung in kulturelle Rundwege, die Berücksichtigung als ökologische Ausgleichsflächen, ihre Integration in soziale Projekte.

Wir müssen neue Interessenten ansprechen und alle Formen von Gärtnern berücksichtigen. Das "Urban Gardening" spricht oft eine andere Kategorie von Menschen an, welche andere Zielsetzungen verfolgen als die traditionellen Kleingärtner. Wir müssen gemeinsam dieses Phänomen analysieren und berücksichtigen. Denn diese zwei Phänomene können und müssen sich harmonisch vervollständigen. Wir müssen analysieren, welches die Sorgen der Behörden und der Bevölkerung sind und mit unseren Gärten, unseren Projekten Lösungen vorschlagen welche mit dem was gefragt wird übereinstimmen.

Das Office muss mit den Verbänden an wissenschaftlichen Studien, Kampagnen und Aktivitäten teilnehmen um die Aufmerksamkeit der Behörden, der internationalen Organisationen, auf unsere Bewegung, auf die Aktivitäten der Verbände und der einzelnen Kleingärtner zu ziehen um dadurch einerseits sie besser in die Gesellschaft zu integrieren und um so andererseits die zu entwickelnden Aktivitäten besser zu orientieren. Wir müssen außergewöhnlich sein.

Wir müssen eine moderne, attraktive und kämpferische Kraft sein und bleiben. Wir dürfen nicht nur das Errungene verwalten, sondern wir müssen innovieren und die Zukunft vorbereiten. Wir müssen die nachhaltigste Form von "Urban Gardening" werden.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen für 2017 eine gute Gesundheit und viel Erfolg.

Malou WEIRICH
Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux

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